Unternehmensnachfolge im Franchise-Glossar Regelungen zu Kauf und Übernahme eines Betriebes

Unternehmensnachfolge heißt, ein Unternehmen samt Geschäftsidee, Marke und anderer gewerblicher Schutzrechte sowie Mitarbeitern, Inventar und Kundenstamm zu übernehmen. Die Übernahme geschieht durch Unternehmenskauf, sofern die Firma nicht vererbt wird.

Warum stehen Firmen zur Übernahme an?

1. Unternehmensnachfolge durch Krankheit oder Tod

Stirbt ein Unternehmer oder erkrankt er schwer, steht das Unternehmen zum Verkauf und zur Fortführung unter neuer Leitung an. Besonders bei Familienunternehmen können dies Angehörige oder Erben, aber auch leitende Mitarbeiter oder Käufer sein. In einem Franchisesystem kann ein Betrieb auch zeitweilig durch einen „Springer“ aus dem Netzwerk weitergeführt werden. Jedes Unternehmen sollte auf den Fall vorbereitet sein, dass der „Chef“ plötzlich ausscheidet. In einem Notfallordner sollten befugte Personen (z.B. Prokuristen oder Mit-Geschäftsführer) notariell beglaubigte Vollmachten für alle Firmenkonten und Bankgeschäfte vorfinden. Ferner sollten alle laufenden Aufträge und Bestellungen dokumentiert sein, plus alle Verbindlichkeiten und die wichtigsten Passwörter. Kurzum: Der Notfallordner muss alles enthalten, was für eine reibungslose Fortführung des Geschäfts benötigt wird.

2. Unternehmensnachfolge aufgrund alternder Inhaber

Der demografische Wandel und die alternde Gesellschaft machen sich auch im Unternehmertum und vor allem in der mittelständischen Wirtschaft bemerkbar. Immer mehr Alt-Firmengründer, Inhaber oder Geschäftsführer suchen einen Nachfolger und finden keinen geeigneten Kandidaten. Laut DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2016 haben sich im selben Jahr über 21.000 Alt-Unternehmer in dieser Frage an ihre IHKs gewandt. Immer seltener sind die natürlichen Erben wie Kinder oder Enkel an einer Fortführung des (groß)elterlichen Unternehmens interessiert.

Unter Existenzgründern wird die Alternative „Übernahme statt Neugründung“ viel zu selten in Erwägung gezogen. Häufig scheuen Jungunternehmer die als überhöht empfundenen Kaufpreise, die Alt-Gründer für ihr „Lebenswerk“ verlangen (siehe Unternehmensbewertung). Außerdem sehen sie sich gegebenenfalls starren und eingefahrenen Strukturen gegenüber und bewerten den Spielraum zur Selbstverwirklichung als Unternehmer gering. Dabei übersehen sie oft die Vorteile, die es mit sich bringt, ein etabliertes Unternehmen mit Aufträgen und Kundenstamm zu übernehmen.

3. Unternehmensnachfolge aufgrund neuer Lizenzvergabe

In Franchise-Netzwerken und bei Lizenzsystemen kommt eine Unternehmensnachfolge aus weiteren Gründen infrage. Ist der Franchisegeber beispielsweise mit den Kennzahlen eines Franchisenehmers unzufrieden, wird er den Franchise-Vertrag mit ihm nicht verlängern und die Lizenz an einen aussichtsreicheren Kandidaten vergeben. Viele Franchise-Systeme betreiben Benchmarking und vergleichen Betriebe, um die erfolgreichsten und die erfolglosesten Standorte und Betreiber zu ermitteln.

Auch muss der Franchisegeber bei Tod oder Krankheit des Franchisenehmers nicht automatisch dessen Erben oder gewünschte Nachfolger akzeptieren. Er regelt die Lizenzvergabe ganz im Sinne des Franchise-Systems  und seiner Marke. Die Franchiseverträge enthalten Klauseln für die reguläre Vertragsbeendigung, die außerordentliche Kündigung sowie die Weiterführung oder Lizenz-Neuvergabe bei unerwartetem Ausfall des Franchisenehmers.

Autor:

Jens Kügler
Jens Kügler
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