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Was ist eine Franchisenehmer-Expansion? (Definition)

Was bedeutet Franchisenehmer-Expansion?

Definition: Franchisenehmer-Expansion ist auf mehrere Weise möglich. Ein Franchisenehmer kann expandieren, indem er in seinem Vertriebsgebiet mehrere Standorte eröffnet bzw. eröffnen darf. Ebenso kann er eine Masterlizenz für ein Land oder eine Region erwerben und dort Lizenzen an Standorte vergeben. Eine weitere Expansionschance ist die sogenannte Gebietsentwicklung durch Franchise-Makler.

Üblicherweise startet ein Franchisenehmer eines Systems mit nur einem Standort. Der Franchisegeber gibt seinen Franchisenehmern jedoch die Möglichkeit zu expandieren und sich weiterzuentwickeln, wenn gewisse Voraussetzungen und Konditionen erfüllt werden. Auch genannt: Franchisenehmer-Expansion. 

Wie ist Franchisenehmer-Expansion möglich?

In kleineren Franchisesystemen vergeben die Franchisegeber in der Regel nur eine Lizenz je Standort und Vertriebsgebiet. Viele Franchisegeber bieten ihren Franchisepartnern aber auch die Möglichkeit, ihrerseits zu expandieren – sofern die Marke erfolgreich ist, der Bekanntheitsgrad und der Kundenkreis wachsen oder das System durch Diversifikation neue Kundenkreise erschließt. Oder wenn neue Gebiete schneller erschlossen werden sollen, als die Partnergewinnung der Franchisezentrale neue, qualifizierte Partner rekrutieren kann.

Für die Franchisenehmer-Expansion müssen die Partner jedoch wesentliche Voraussetzungen erfüllen. Welche dies sind, erläutert Waltraud Martius von SYNCON International Franchise Consultants in einem Video für FranchisePORTAL:

Laut Waltraud Martius zählen Kriterien wie 100%-ige Umsetzung des Geschäftskonzeptes, Erfüllung aller Rechte und Pflichten des Franchisevertrages, hohe Kundenzufriedenheit sowie Zufriedenheit der Mitarbeiter am Standort.

Welche Expansions-Möglichkeiten hat ein Franchisenehmer?

Verbreitet sind vor allem drei Expansions-Möglichkeiten:

Was ist Expansion durch Multi-Unit-Franchising?

Beim Multi-Unit-Franchising erlaubt der Franchisegeber dem Franchisenehmer, statt eines Einzelbetriebes ein eigenes Filialnetz in seinem geschützten Vertriebsgebiet aufzubauen. Manche Franchise-Partnerschaften sind sogar von Anfang an für Multi-Unit vorgesehen oder enthalten eine Option darauf. Besteht Multi-Unit-Pflicht, legt meist bereits der Franchisevertrag fest, wie viele Standorte bis zu welchem Zeitpunkt eröffnet werden sollen. Eine Unterschreitung der Betriebszahlen würde eine Pflichtverletzung bedeuten.

Anders als ein Masterlizenznehmer vergibt der Multi-Unit-Franchiser allerdings keine Sub-Lizenzen (Sub-Franchisen), sondern betreibt sein Netz in der Regel in Form von nicht selbstständigen Filialen.

Multi-Unit-Franchiser leiten zumeist nicht die Filialbetriebe, sondern avancieren zu Netzwerk-Managern. Das operatives Geschäft vergeben sie in die Hände von Filialleitern.

Der Vorteil: Per Multi-Unit kann das System wesentlich schneller expandieren. Ein Rechenbeispiel: Gelingt es einer Systemzentrale, zehn Partner pro Jahr zu gewinnen, eröffnen nach dem „Ein-Partner-ein-Betrieb“-Prinzip bis Jahresende nur zehn Standorte. Eröffnet jeder Partner seinerseits mehrere Filial-Betriebe, multipliziert sich das Wachstum entsprechend. Die aufwändige Rekrutierung von Standort-Betreibern verteilt sich auf viele Schultern. Viele Unternehmer sind zudem motivierter, wenn sie wachsen dürfen, und können sich langfristig wirtschaftlich besser absichern. Ein dichteres Betriebsnetz wiederum kann den Bekanntheitsgrad der Marke und die Marktdurchdringung wesentlich erhöhen. Ein Beispiel für Multi-Unit-Franchising bietet McDonald's Deutschland: Laut Angaben der Internet-Präsenz McDonald's Deutschland/Franchise betreiben die Partner der Marke im Durchschnitt fünf Restaurants (Stand 2019).

Zum gegenteiligen Single-Unit-Franchising lässt sich ein abnehmender Trend beobachten. Dies geht mit dem Fachkräftemangel einher, der auch einen Mangel an Existenzgründern nach sich zieht. Bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt verringern seit Jahren die Anzahl derjenigen, die sich selbstständig machen. Insofern erachten es viele Franchisegeber als sinnvoll, dass die (zu wenigen) Gründer und Partner mehrere statt nur einen Betrieb eröffnen. 

In diesem Video für FranchisePORTAL geht die Franchise-Expertin Waltraud Martius auf den Trend zum Multi-Unit-Franchising ein:

Wie expandiert ein Franchise-Masterlizenz-Nehmer?

Eine weitere Möglichkeit für einen Franchisenehmer, zu expandieren, ist die Masterlizenz exklusiv für ein Land oder eine Region. Als Master erschließt er das Gebiet, indem er Subfranchise-Lizenzen an einzelne Partner und Standorte vergibt. Dadurch avanciert er vom globalen Franchisenehmer zum regionalen oder nationalen Franchisegeber.

Masterlizenzen werden oft für Auslands-Expansionen eines Systems angewendet. Der Master ist dabei häufig ein „Landsmann“: Vertraut mit Kultur, Bedürfnissen und Wünschen seiner Landsleute, passt er das System den Verhältnissen an.

Was ist Franchise-Expansion per Area Development?

Area Development bedeutet Gebietsentwicklung. Hierbei treten die Gebietsentwickler als Makler oder Vermittler für das Franchise-System auf. Das heißt: Sie rekrutieren Franchisenehmer für ein vertraglich festgelegtes Gebiet und erhalten je Partner eine Provision. Gegebenenfalls unterstützen sie die Partner in Management-Fragen wie Marketing oder Betriebsführung, selten aber im operativen Geschäft. Die Gebietsentwickler sind nämlich nicht zwangsläufig Franchisenehmer und mit dem Kerngeschäft des Systems betraut. Je nach System können sie zwar einen Franchise- oder Pilotbetrieb führen. Häufiger sind Area Developer aber als reine Vermittler tätig und arbeiten oft sogar für mehrere Franchisesysteme. Streng genommen handelt es sich daher beim Area Development nur in manchen Fällen um eine Franchisenehmer-Expansion.

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