Buchführung im Franchise-Glossar

Die Buchführung erfasst alle Geschäftsvorgänge eines Unternehmens in Zahlen. Alle Geldbewegungen werden in chronologischer Reihenfolge aufgezeichnet – von den Wareneingängen und Warenausgängen über die offenen Posten/Forderungen, laufenden Kosten, Lohnzahlungen, zu zahlenden Steuern etc.

Der Begriff Buchführung ist seit dem Mittelalter bekannt: In früheren Zeiten wurden die Eintragungen tatsächlich handschriftlich und in Büchern erfasst. Heute geschieht dies meist elektronisch mit Hilfe von Buchführungs-Software-Programmen.

Buchführung wird oft synonym mit Buchhaltung genannt. Dabei lassen sich die Begriffe klarer abgrenzen: Die Buchhaltung ist die Abteilung im Unternehmen, in welcher die Buchhalter (nicht -führer!) für die Buchführung verantwortlich sind. Viele Unternehmer lagern die Buchführung aus und beauftragen externe Dienstleister wie Buchführungsbüros oder Steuerberater.

Wozu dient Buchführung?

Die Buchführung dient als Grundlage der Steuererklärung. Mit ihr werden die notwendige Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) bzw. der Jahresabschluss oder die Bilanz ermittelt. Letztere sind dem Finanzamt vorzulegen. Auch die EÜR ist spätestens bei Steuerprüfungen samt aller dazugehörigen Belege zu jeder Auftragsabwicklung bzw. dem Geschäftsvorgang offenzulegen.

Dem Unternehmer selbst dient die Buchführung zur Übersicht offener Posten, zur Kostenplanung, Liquiditätsplanung, Rentabilitätsplanung, Übersicht der Vermögenssituation und zur Ermittlung des Unternehmenserfolges. Sie macht alle Geschäftsvorgänge nachvollziehbar.

Wer hat Buchführungspflicht?

Jeder Unternehmer benötigt eine Buchführung. Bei Kleinunternehmern oder Freiberuflern, die eine bestimmte Grenze im Jahresgewinn nicht überschreiten, reicht eine einfache Buchführung mit allen Einnahmen, Ausgaben und Steuern. Aus ihnen wird eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) erstellt. Sie dient als Basis für die Gewinnermittlung, welche dem Finanzamt mit der jährlichen Einkommensteuer- und Umsatzsteuererklärung vorzulegen ist.

Alle Kapitalgesellschaften wie GmbH oder AG sowie alle Gewerbetreibenden, die oberhalb der oben beschriebenen Gewinngrenze liegen, sind zur sogenannten doppelte oder kaufmännische Buchführung verpflichtet (Buchführungspflicht). Sie erfassen jeden Geschäftsvorfall in mindestens zwei Büchern bzw. Konten, sodass neben Einnahmen und Ausgaben auch andere Sachzusammenhänge sichtbar werden, etwa Geschäftsabläufe mit einzelnen Kunden, Auftragsabwicklungen oder Vermögensstände. Damit liefert die doppelte Buchführung die Grundlage für die Gewinnermittlung und die Bilanz bzw. den Jahresabschluss.

Buchführung im Franchising

Da Franchisenehmer rechtlich selbstständige Unternehmer sind, ist prinzipiell jeder einzelne für die Buchführung seines Betriebes verantwortlich. Viele Franchisegeber bieten Unterstützung bei der Buchführung als Teil des Leistungspakets ihrer Franchise-Zentrale an. In manchen Franchise-Systemen übernimmt die Zentrale sogar das Rechnungswesen samt Mahnwesen komplett. Dann erhält der Kunde die Rechnung nicht vom Franchisenehmer, sondern quasi vom Franchisegeber. Dieser übermittelt dem Franchisenehmer die Provision aus den Umsätzen – zum Beispiel die Einnahmen abzüglich der Franchisegebühren.

Autor:

Jens Kügler
Jens Kügler
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