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für Gründungs-Interessierte
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Was ist Unternehmensaufbau? (Definition)

Begriffserläuterung: Als Unternehmensaufbau lässt sich die Phase einer Existenzgründung bis zum Zeitpunkt des Break-even bzw. der erfolgreichen Etablierung eines Unternehmens am Markt eingrenzen. Der Unternehmensaufbau beginnt mit den ersten Maßnahmen, die ein Unternehmer nach dem Entschluss zur Existenzgründung umsetzt. Als abgeschlossen kann der Firmenaufbau von dem Zeitpunkt an gelten, an welchem das Unternehmen erfolgreich und gewinnbringend am Markt agiert.

Darüber hinaus gehende Strategien und Entwicklungen gehören in den Bereich Expansion.

Was führt Existenzgründer in die Selbstständigkeit?

Existenzgründung und Unternehmensaufbau erfolgen aus unterschiedlichen Beweggründen. Viele Menschen bauen ihr eigenes Unternehmen nach einem längeren Angestelltendasein auf. Sie haben sich ausreichend Kompetenz und Branchenerfahrung angeeignet und verfügen über ein tragendes Kontakt-Netzwerk. Gegebenenfalls identifizieren sie Lücken im Angebot ihrer Arbeitgeber oder die abweichenden Wünsche ihrer Kunden und möchten ein „optimiertes“ Unternehmen aufbauen. Möglicherweise haben sie innerhalb ihrer Branche eine neue Marktlücke identifiziert.

Manche Gründer handeln aus der Not wegen Jobverlust oder drohender Arbeitslosigkeit heraus. Wieder Andere machen sich selbstständig, weil sie darin die bestmögliche Karrierechance sehen. Typisches Beispiel sind Menschen mit Migrationshintergrund. In Deutschland ist die Zahl der Firmengründer unter ihnen deutlich höher in Relation zur Gesamtbevölkerung. Trotz entsprechender Ausbildung und Führungskompetenz wird ihnen der Aufstieg in höhere Positionen in deutschen Unternehmen häufig verwehrt. Als Gründe hierfür gelten stille Ressentiments gegen fremdländische Namen und Kulturen sowie fehlende „Seilschaften“ bzw. Förderer in den Chefetagen.

Unternehmensaufbau, um „eigener Chef“ zu sein

Einem weiteren, entscheidenden Beweggrund zum Unternehmensaufbau folgen Menschen, die grundsätzlich selbstständig sein wollen oder schon immer den Traum vom eigenen „Chef-Sein“ hegten. Vielen von ihnen geht es um die Umsetzung ihrer eigenen Geschäftsidee und die Verknüpfung ihres Unternehmens mit ihrem Namen. Bei Anderen steht der Wunsch nach Selbstständigkeit über einer bestimmten Geschäftsidee: Sie „suchen“ nach dem passenden Geschäftskonzept und finden es oft im Angebot bestehender Franchise-Systeme – beispielsweise in virtuellen Franchise-Messen.

Die wichtigsten Schritte zum Firmenaufbau

Die erste Hürde zu jedem Unternehmensaufbau ist die Finanzierung. Da sich ein Geschäftsaufbau selten ohne Fremdkapital realisieren lässt, bildet eine eingehende Finanzierungsplanung die Grundlage alles weiteren Handelns. Um Kreditverträge mit Banken abzuschließen, benötigt der Neu-Unternehmer in der Regel Eigenkapital in einer bestimmten Quote und kann zudem Fördermittel beantragen. Hierfür ist ein Businessplan unerlässlich, der neben einer eingehenden Beschreibung der Geschäftsidee, des USP und des Marktumfeldes auch die Parameter Finanzplanung sowie Marketing/Kundengewinnung beinhaltet. Erst anhand eines überzeugenden Businessplanes geben die Banken in der Regel grünes Licht fürs nötige Geld. Dann kann beispielsweise eine Geschäftsimmobilie angemietet, gekauft gebaut werden. Danach folgt zumeist die Anschaffung von Betriebsmitteln wie Maschinen, Geräten oder Fuhrpark sowie die Suche und Einstellung erster Mitarbeiter.

Wie eine Franchise-Geber-Firma entsteht

Im Franchising lassen sich zweierlei Arten des Unternehmensaufbaus unterscheiden: Zum Einen die Gründung eines Franchise-Systems bzw. einer Franchise-Geber-Firma und der Umbau eines bestehenden Unternehmens in eine Franchise-Zentrale. Zum Anderen der Aufbau eines Franchise-Nehmer-Betriebes.   

Ein zukünftiger Franchise-Geber muss über ausreichende finanzielle Mittel verfügen für viele Monate, ein Jahr oder länger ohne Deckung durch Einnahmen verfügen. Denn diese Zeit benötigt es erfahrungsgemäß, bis ein Franchise-Konzept erarbeitet und ausgereift ist und erste Franchise-Nehmer akquiriert werden können. Dabei müssen vor allem die Arbeitsprozesse standardisiert werden, denn für die Franchise-Nehmer und ihre Mitarbeiter sollte die Tätigkeit in kürzester Zeit erlern- und umsetzbar sein. Wenn die Standardisierung abgeschlossen und ein Systemhandbuch als Dokumentation für die tägliche Arbeit erstellt worden ist, können Maßnahmen zur Leadgewinnung, die Auswahl der Franchisenehmer und der Lizenzverkauf erfolgen.

Unternehmensaufbau als Franchise-Nehmer

Wer sich für den Eintritt in ein bestehendes Netzwerk mit einem erprobten Geschäftsmodell entscheidet, muss ein Unternehmer besonderen Typs sein: Als Franchise-Nehmer bringt er die Bereitschaft mit, sich nicht vollkommen selbst zu verwirklichen. Er „mietet“ und „multipliziert“ eine vorgegebene Geschäftsidee. Er stellt sich in den Dienst einer Marke und setzt die klaren Regeln und Abläufe um, die der Franchise-Geber vorschreibt. Und er kann nur unter der Voraussetzung über sein Vertriebsgebiet hinaus expandieren, dass er weitere Lizenzen oder zum Beispiel eine Masterlizenz erwirbt.

In einer Video-Serie für FranchisePORTAL beschreibt der Unternehmensberater Reinhard Wingral den Weg zum Unternehmensaufbau innerhalb eines Franchise-Netzwerkes. Der Titel der Video-Serie lautet: „Die 5 Schritte zum Franchise-Nehmer“. Sie behandelt die Themen von der eingehenden Information über bestehende Franchise-Systeme über die Prüfung und Eingrenzung der Systeme und den Vertragsabschluss bis hin zur Integration ins bestehende Netzwerk.

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