Risikokapital im Franchise-Glossar

Risikokapital ist Beteiligungskapital an Unternehmen, das über Beteiligungsgesellschaften zur Verfügung gestellt wird. Diese engagieren sich vor allem bei Existenzgründungen, aber auch bei bestehenden und expandierenden Unternehmen. Risikokapital gehört zum Bereich der privatwirtschaftlichen, nicht über Aktienkäufe generierten Summen (Private Equity ).

Risiko-Kapital: Riskant, aber im Erfolgsfall ertragreich

Risikokapital ist auch unter den Begriffen Wagniskapital oder Venture-Capital (von „adventure“ – Abenteuer) bekannt. In Art und Größenordnung der Beteiligung unterscheidet es sich von anderen Formen der Fremdfinanzierung wie Börsengängen, Bankkrediten, öffentlichen Fördermitteln oder der Anschubfinanzierung durch Business Angels.    

Venture-Capital-Gesellschaften investieren ihr Risikokapital typischerweise in Unternehmen, die für eine Kreditfinanzierung oder öffentliche Förderung nicht die notwendigen Sicherheiten mitbringen. Bedingung ist jedoch zumeist, dass die Analysten der Beteiligungsgesellschaft dem Unternehmen große Erfolgschancen und entsprechend hohe Gewinnaussichten für die Zukunft attestieren.

Risikokapitalgesellschaften betreiben Fundraising. Das heißt: Sie sammeln Kapital bei institutionellen wie privaten Anliegern , damit sie in großem Stil investieren können. Im Unterschied zu den meist Privatinvestoren bzw. Business Angels liegt das Engagement der Risikokapitalgesellschaften meist in weit höheren Summen und geht über die Anschubfinanzierung hinaus.

In welche Unternehmen investieren Venture-Capital-Gesellschaften?

Meist sind es technologiebasierte Unternehmen, in die Risikokapital investiert wird – zum Beispiel innovative Start-ups. Dabei gehen die Investoren bewusst das Risiko von Totalverlusten ein: Nach einer verbreiteten Daumenregel muss in bis zu sieben von zehn Fällen mit Misserfolgen gerechnet werden. Die übrigen rund 30% der Investitionen haben diese Verluste entsprechend auszugleichen.

Üblicherweise beteiligen sich Venture-Capital-Gesellschaften für etwa zwei bis sieben Jahre an den Unternehmen und streben dabei durchschnittliche Jahresrenditen von bis zu 25% an. Als Ausschüttung dienen jedoch nicht Verzinsungen oder Dividenden, sondern in der Regel der Gewinn aus dem Verkauf der Beteiligungen. Der Verkauf kann durch Rückkauf des Unternehmenseigners, durch Verkauf an andere Investoren oder durch Veräußerung der Anteile nach einem Börsengang erfolgen. 

Für ihr Risikokapital fordern die Investoren meistens Minderheitsbeteiligungen, jedoch in Höhen von bis zu 35% oder manchmal auch mehr. Außerdem lassen sie sich weitgehende Kontroll- und Mitspracherechte im Unternehmen einräumen. Im Gegenzug unterstützen sie jedoch gerade Firmengründer mit Management- und Branchen-Know-how sowie Kontakten und Netzwerken zum Aufbau von Geschäftsbeziehungen. Auf diese Weise helfen sie, die Erfolgschancen der Beteiligung zu steigern.

In welchen Phasen wird Risiko-Kapital investiert?

In der frühesten Entwicklungsphase des Unternehmens werden die Mittel hauptsächlich für Forschung und Entwicklung benötigt. Da es noch kein fertiges Produkt gibt und die späteren Erfolgsaussichten am schwierigsten einschätzbar sind, beanspruchen die Investoren hierbei zumeist eine höhere Beteiligungsquote. Der Fachbegriff lautet Seed Stage Capital („Saatphase“).

Nach Abschluss der Produktentwicklung fließt das Geld zum Beispiel in den Aufbau von Produktion und Vertrieb, Marketing, Tests und Studien sowie sonstige Aktivitäten rings um die Markteinführung. Die Erfolgsaussichten lassen sich immer noch nicht zuverlässig, aber bereits etwas besser einschätzen; man spricht von Early Stage Capital („Frühphase“). 

Sind erste Erfolge erzielt und strebt das Unternehmen nach Ausbau und Expansion, werden die Beteiligungen für Investoren schon entsprechend teurer, aber risikoärmer. In dieser Phase ist vom Later Stage Capital („spätere Phase“) die Rede.

Wer ist Ansprechpartner für Risikokapital?

Venture-Capital-Gesellschaften gibt es in Deutschland seit den 1970er-Jahren. Viele von ihnen fusionierten im Jahr 1988 zum Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK).

Finden Sie Ihr passendes Franchise-System mit unserer Komfortsuche!
Angebote suchen
Informieren
Gründen!
Jetzt mein System finden

Glossar