Finanzierung im Franchise-Glossar

Was bedeutet eigentlich Finanzierung? 

Im betriebswirtschaftlichen Sinn steht Finanzierung für die Versorgung eines Unternehmens mit dem notwendigen Kapital, kurzum: für die Unternehmensfinanzierung oder Corporate Finance. Die Finanzierungsberechnung, deren Grundlage der Finanzplan des Unternehmens ist, umfasst sämtliche Modalitäten der Kapitalbeschaffung und Rückzahlung an die Geldgeber.  

Um den Kapitalbedarf zur Finanzierung von Unternehmungen abzudecken, werden auf der Grundlage eines Finanzplans Maßnahmen zur Kapitalbeschaffung ergriffen. Dabei kann es sich um die Beschaffung von Eigenkapital (Beteiligungen, Einlagen) oder Fremdkapital (Kredite, Darlehen, Anleihen) handeln.

 

Finanzierung: das Lebenselixier für eine Existenzgründung

Finanzierungsfehler zählen zu den häufigsten Ursachen für frühe Insolvenzen. Besonders bei der Gründungsfinanzierung ist deshalb ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kapitalbedarf und Kosten anzustreben. Zu wenig Kapital kann bewirken, dass das Unternehmen nicht über die Startphase hinauskommt. Zu hohe Zinsen und Tilgungskosten können die Gewinne aufzehren. 

Existenzgründungen benötigen zur Abdeckung des Kapitalbedarfs eine fundierte Finanzierungsplanung – jedoch nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil des Businessplans. Dieser dient dem Gründer nicht nur als Leitfaden für sein unternehmerisches Handeln. Vor allem soll er die potenziellen Kreditgeber von der Geschäftsidee und dem Konzept des Gründers überzeugen. In Zeiten restriktiver Kreditvergaben durch die Banken und Basel III kalkulieren die Banken anhand des Finanzplans, wie wahrscheinlich pünktliche Rückzahlungen zu erwarten sind. Sehen sie bei der Kreditvergabe größere Risiken, verweigern sie womöglich die Kredite. 

Kalkulation für den Start in die Selbstständigkeit

Einen Teil der Finanzierung bildet der Investitionsplan. Hierfür werden das Eigenkapital und der Bedarf an Fremdkapital vorausberechnet. Das Eigenkapital kann durch Fördermittel aufgestockt werden. Das Fremdkapital besteht aus langfristig laufenden Investitionskrediten für das Anlagevermögen sowie kurzfristig bereitgestellten und höher verzinsten Betriebsmittelkrediten für das Umlaufvermögen. Zum Anlagevermögen zählen Immobilien und Anschaffungen. Das Umlaufvermögen sichert variable Kosten wie Wareneinkauf oder Stundenlöhne ab.

Um das Kostenrisiko auf mehrere Schultern zu verteilen, können Firmengründer Beteiligungen anstreben – zum Beispiel durch Investoren, Teilhaber, Business-Angels, Venture Capital oder Crowdfunding.

Franchisenehmer genießen häufig Vorteile bei der Finanzierung: Hat sich das Geschäftsmodell bereits an mehreren Standorten bewährt, räumen ihm viele Geldgeber einen Vertrauensvorschuss gegenüber Neu- und Eigengründungen ein. Zumeist bestehen zwischen dem Franchisegeber und den Bankberatern bereits gute Kontakte durch frühere Gründungen im Franchise-Verbund.

Pläne, die das Unternehmen absichern

Zum Gesamtpaket Finanzierung gehört auch der Umsatz- und Kostenplan. Er rechnet Einnahmen gegen Ausgaben, zum Beispiel Umsätze gegen Produktions- und Personalkosten sowie Einkauf oder Steuern. Auch die für die Einkommensteuer wichtige  Gewinn- und Verlustrechnung ist ein Teil des Umsatz- und Kostenplans.

Jedes Unternehmen sollte auch einen stets zu aktualisierenden Liquiditätsplan führen. Er sichert die Zahlungsfähigkeit der Firma ab – zum Beispiel bei länger unbezahlten Ausgangsrechnungen, Umsatzrückgängen oder unerwartet hohen Kosten.

Wer einen Franchisenehmer-Betrieb gründet, kann bei seinen Plänen zur Finanzierung zumeist auf Erfahrungen und Vorlagen des Franchisegebers zurückgreifen. 

Autor:

Jens Kügler
Jens Kügler
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