08.01.2018

Auch das Franchise-System Hallo Pizza ist bald Geschichte: Kartellamt genehmigt Übernahme

Der ursprünglich aus den USA stammende Pizza-Lieferdienst Domino's Pizza baut seine Marktmacht in Deutschland weiter durch Unternehmenszukäufe aus. Nach dem Aufkauf des bis dahin größten deutschen Delivery-Franchise-Systems „Joey’s Pizza“ Anfang 2016 ist nun bald auch die bisherige Nummer zwei Franchise-Geschichte.

Bereits im Oktober 2015 hatte Domino's Pizza Deutschland mitgeteilt, das Lieferdienst-Franchise-System Hallo Pizza mit seinen rund 170 Standorten übernehmen zu wollen. Was fehlte, war die Genehmigung des Kartellamts. Trotz der dominierenden Marktstellung, die Domino's Pizza mit der erneuten Übernahme erhält, hat das Kartellamt dem Kauf nun zugestimmt. Damit wird nach Joey’s Pizza eine weitere traditionsreiche deutsche Franchise-Marke bald der Vergangenheit angehören. Sowohl Joey’s Pizza als auch Hallo Pizza wurden bereits Ende der 1980er Jahre gegründet und zählten zu den Pionieren im deutschen Lieferdienst-Markt.

Großes Wachstum nur durch Zukauf

Durch eigenes organisches Wachstum und die Gewinnung eigener Franchise-Partner war Domino’s Pizza der Markteintritt in Deutschland in früheren Jahren nicht gelungen. Hinter Domino's Pizza Deutschland steht ein Joint Venture zweier großer Master-Franchise-Nehmer: der börsennotierten Domino‘s Pizza Enterprises aus Australien und der Domino‘s Pizza Group plc aus Großbritannien. Geschäftsführer der Domino‘s Pizza Deutschland GmbH ist Karsten Freigang, der seit 2007 bereits bei Joey’s Pizza als Manager tätig war. Als Kaufpreis für die Hallo Pizza GmbH und das dazugehörige Handels- und Logistikunternehmen Chrisa mit bundesweit drei Standorten nennt Domino’s 32 Millionen Euro.

Die Franchise-Nehmer haben (k)eine Wahl

Die Umwandlung der Hallo Pizza-Stores in Domino’s-Standorte soll im zweiten Quartal 2018 beginnen. Laut Unternehmen sollen „möglichst viele der 170 Hallo Pizza-Stores in die Domino‘s Welt“ überführt werden. Wie viele Hallo Pizza-Franchisenehmer diesem Wunsch folgen werden, ist bislang unklar. Allerdings haben die Franchise-Partner am Ende keine große Wahl, wenn sie ihre Selbstständigkeit aufrecht erhalten wollen: Denn gegenüber der Konkurrenz als Einzelkämpfer anzutreten, würde sie vermutlich vor enorme Schwierigkeiten stellen. Die Abhängigkeit von den Leistungen des Franchise-Gebers im Hinblick auf nahezu alle Betriebsbereiche ist zu groß, sei es bei der Produktgestaltung und -entwicklung, beim Marketing oder dem Einkauf. Auch die ehemaligen Joey’s Franchise-Nehmer standen nach der Übernahme vor dieser Wahl. Laut Domino’s entschieden sich dann alle Joey’s Partner für einen Wechsel zum neuen Franchise-Geber.

Marktmacht soll weiter wachsen

Nach der Konversion der Hallo Pizza Stores wird Domino's Pizza bald rund 370 Standorte in Deutschland zählen. Aktuell listet Domino's Pizza Deutschland rund 206 Standorte auf seiner Website. Wachstum mit neuen Franchise-Partnern dürfte es damit bei Domino’s kaum gegeben haben. Schon 2012 zählte Joey’s über 200 Standorte in Deutschland. Die neue Nummer 2 wird künftig Call a Pizza mit rund 105 Standorten sein. Andere größere Lieferdienste wie Smiley's Pizza  oder Freddy Fresh Pizza bringen es auf etwa 60, Pizza Max auf  40 und Mundfein Pizzawerkstatt auf rund 35 Standorte. Domino's Pizza will seine Marktmacht in Deutschland künftig noch weiter ausbauen: Ziel ist es, 1.000 Stores in den nächsten Jahren zu erreichen. Für Lieferdienstkunden und Franchise-Gründer werden die Wahlmöglichkeiten damit vermutlich weiter sinken. (red.)

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Nachrichten-Redaktion
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