Gründer im Franchise-Glossar

Gründer sind Personen, die sich - nach Kündigung ihrer Anstellung bzw. aus der Arbeitslosigkeit oder anderweitigen Selbstständigkeit heraus - für eine Existenzgründung entscheiden. Im Allgemeinen versteht man als unter einem Gründer jemanden, der sich mit einer Firmengründung selbstständig macht. Ein Gründer wird daher oft auch als Jungunternehmer oder Start-up-Unternehmer bezeichnet. Im alltäglichen Sprachgebrauch gibt es jedoch Unterschiede:

  • Unternehmensgründung: Dieser Begriff ist sehr verbreitet für die Gründung größerer Unternehmen
  • Firmengründung: Kann alles bedeuten, auch die Gründung kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU)
  • Existenzgründung: Der allgemeinste Gründer-Begriff, wird z.B. auch für freiberufliche Gründer benutzt
  • Start-up-Unternehmen: Gilt allgemein als Synonym für technisch innovative Gründungen, z.B. aus dem Bereich digitaler Medien

Ein Gründer hat drei Möglichkeiten:

  1. Ein Gründer kann sich mit einer eigenen Geschäftsidee, unter seinem eigenen Firmennamen und mit einer eigenen Marke oder eigenen gewerblichen Schutzrechten selbstständig machen.
  2. Ein Gründer kann eine Unternehmensnachfolge antreten oder sich an einem Unternehmen beteiligen
  3. Ein Gründer kann sich ohne eigene Geschäftsidee in einem Lizenzsystem oder Franchisesystem selbstständig machen. Siehe Wege in die Selbstständigkeit.

Welche Gründer-Vorteile bietet Franchising?

Ein Franchise-Gründer tritt in ein bestehendes Franchise-Netzwerk ein. Er ist selbstständig, arbeitet aber unter der Marke und nach dem Geschäftskonzept des Franchisegebers (siehe: einheitliches Auftreten). Er „multipliziert“ es, indem er es in seinem vertraglich geschützten Vertriebsgebiet umsetzt.

Franchising bedeutet rechtliche Selbstständigkeit, aber nur eingeschränkte unternehmerische Freiheit. Ein Franchisenehmer besitzt nicht die Schutz- und Markenrechte: Im Franchise-Vertrag wird ihm die Nutzung der Rechte eingeräumt und verpflichtend auferlegt. In der Umsetzung des Geschäftsmodells ist er weisungsgebunden. Und er zahlt in den meisten Netzwerken eine einmalige System-Eintrittsgebühr sowie regelmäßige, meist umsatz- oder gewinnabhängige Franchisegebühren. Dafür profitiert er von zahlreichen Vorteilen. 

Die Franchise-Gründer-Vorteile - zusammengefasst:

  • Der Gründer übernimmt als Franchisenehmer ein etabliertes Geschäftsmodell. Angebot, Geschäftsprozesse und Abläufe sind erprobt. Er vermeidet Gründerfehler und startet mit besten Erfolgschancen.
  • Der Franchise-Gründer startet in der Regel unter einer allgemein oder in der Branche bereits bekannten Marke. Er muss nicht für den Markenaufbau sorgen.
  • Der Gründer profitiert von der Arbeitsteilung im Franchisesystem. Er kann sich auf sein Kerngeschäft fokussieren: Viele administrative Aufgaben wie Einkauf, überregionales Marketing, Schulung/Weiterbildung oder kaufmännische Unterstützung werden als Leistungen der Systemzentrale übernommen.
  • Der Gründer erhält im Allgemeinen eine umfassende Ausbildung – fachlich wie kaufmännisch und in Fragen der Unternehmensführung.
  • Der Franchise-Gründer profitiert nicht nur vom Praxiswissen seines Franchisegebers: In den meisten Netzwerken findet regelmäßig Erfahrungsaustausch mit den anderen Franchisenehmern z.B. in Partnertagungen statt.

Franchising wird häufig als „Unternehmerschule“ bezeichnet. Viele Gründer gehen bei ihrem Erst-Start in die Selbstständigkeit den als sicherer geltenden Weg des Franchising statt der als risikoreicher geltenden Eigengründung.

Die Nachteile für Franchise-Gründer (Zusammenfassung):

  • Keine Umsetzung einer eigenen Geschäftsidee; „Unterordnung“ unter bestehende Marke und das Geschäftskonzept, unter Umständen keine volle „Selbstverwirklichung“
  • Beschränkte unternehmerische Freiheit durch Weisungsbefugnisse des Franchisegebers
  • Es ist eine System-Eintrittsgebühr zu zahlen
  • Es sind meist monatliche Franchisegebühren zu zahlen, teilweise auch Werbegebühren

Für seine Gebühren erhält der Franchisenehmer unter anderem die Nutzungsrechte für Marke und Geschäftskonzept, den Know-how-Transfer sowie die Leistungen der Systemzentrale, siehe Pflichten des Franchisegebers.

Gründer brauchen Kapital

Ganz gleich ob die Gründung unter eigenem Namen erfolgt oder der Gründer in ein Franchise-System einsteigt: Praktisch immer wird Startkapital zur Gründerfinanzierung benötigt. Sei es für die Anlageinvestitionen, die Kundengewinnung oder den eigenen Lebensunterhalt. Fast kein Gründer kommt ohne Fremdkapital in Form von Bankdarlehen aus. Die Banken vergeben meist nur Kredite an Gründer mit einer ausreichenden Quote an Eigenkapital als Sicherheit (ca. 15 bis 25%). Das Eigenkapital kann durch staatliche Fördermittel aufgestockt werden (siehe auch: alternative Finanzierungsmöglichkeiten).

Um Darlehen wie Förderkredite zu beantragen, benötigt der Gründer einen Businessplan. Im Businessplan werden Geschäftsidee, Marktanalysen, Marketingmaßnahmen und vor allem das Konzept zur Finanzierung dargelegt.

Die Erstellung des Businessplans ist für die meisten Gründer die erste eingehende Beschäftigung mit ihrem Geschäftskonzept und den Erfolgsaussichten. Franchise-Gründer können Teile des Businessplans vom Franchisegeber übernehmen. Eigengründern empfiehlt es sich, einen Unternehmensberater bzw. Gründer-Coach zu konsultieren. Eine Gründungsberatung wird im Allgemeinen von den Bundesländern bezuschusst.

Gründer-Wettbewerbe

In vielen deutschen Bundesländern finden jährlich Gründerwettbewerbe oder Businessplan-Wettbewerbe von Gründer-Initiativen statt. Dabei werden die innovativsten Gründer oder erfolgversprechendsten Geschäftsideen mit Geld- und Sachpreisen prämiert. Informationen erteilen u.a. die örtlichen Industrie- und Handelskammern.

Allgemeines Gründer-Wissen

Ausführliche Informationen für Gründer bietet das FranchisePORTAL unter der Rubrik Gründerwissen.

Das „Gründer-Klima“: der KfW-Gründungsmonitor

Der jährlich erscheinende Gründungsmonitor der KfW-Förderbankengruppe veröffentlicht Statistiken zu den Firmengründungen in Deutschland. Laut KfW-Gründungsmonitor 2017 fiel die Zahl der Gründer im untersuchten Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr um 91.000 auf einen Tiefststand von 672.000. Als Grund wird die positive Arbeitsmarktsituation vermutet. Einen Vorteil sehen die KfW-Marktforscher darin, dass weniger sogenannte Notgründungen (aus Arbeitslosigkeit heraus) und mehr „Chancen-Gründungen“ von Menschen erfolgen, die sich mit ihrer Selbstständigkeit einen Traum erfüllen.

Autor:

Jens Kügler
Jens Kügler
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