Kerngeschäft im Franchise-Glossar Das Produkt oder die Dienstleitung, von der das Unternehmen „lebt“

Das Kerngeschäft – englisch core business – ist die Haupttätigkeit und wichtigste sowie ertragsstärkste Einnahmequelle eines Unternehmens. Es wird auch als Betriebszweck bezeichnet und oft auch als „Unternehmensgegenstand“ ins Handelsregister eingetragen. Die Kernkompetenz stellt häufig den USP eines Unternehmens dar. Meistens entspricht das Kerngeschäft auch dem Gründungszweck, der ursprünglichen Geschäftsidee oder sogar der Unternehmensvision des Firmengründers.

Nicht alle Unternehmen konzentrieren sich auf das Kerngeschäft. Viele suchen ihr Wachstum mit Diversifikation in neue Geschäftsfelder – indes nicht immer erfolgreich. In den 80er- und 90er-Jahren verzettelten sich viele Großunternehmen mit Diversifizierungen ihrer Geschäftsmodelle (zum Beispiel Daimler-Benz als integrierter Technologiekonzern mit AEG, Dornier, DASA …). Dabei sind es die Kernkompetenzen, die das Image eines Unternehmens prägen. Nicht umsonst gilt das alte Sprichwort auch noch heute: „Schuster, bleib bei deinen Leisten“.

Kerngeschäft und Marktführerschaft – oder Diversifikation und „breites Aufstellen“?

Unternehmensberater empfehlen häufig eine Fokussierung auf die Haupttätigkeit und das Streben nach der  Marktführerschaft für das Kernprodukt oder die Dienstleistung. Eine Analyse der Unternehmensberatung Bain & Company aus dem Jahr 2012 ergab, dass marktführende Unternehmen eine durchschnittlich fast doppelt so hohe Kapitalrendite wie ihre Wettbewerber erreichen. Hiernach verzeichnen sie auch bei der Expansion in angrenzende Geschäftsfelder ein zweieinhalb bis dreimal größeres Wachstum. Die Bain-Studie empfiehlt unter anderem:

  • Konzentration und volle Potenzial-Ausschöpfung im klar definierten Kerngeschäft
  • Vorsichtige Diversifikation in naheliegende Geschäftsfelder

Neue Geschäftsmodelle sollten nur in Angriff genommen werden, wenn das Kerngeschäft entsprechenden Gewinn und Wachstum verzeichnet, so eine weitere Empfehlung der Consultants.

Im Franchising dreht sich fast alles ums Kerngeschäft

In Puncto Fokussierung übernimmt das Franchising eine Vorbildfunktion. Ein typisches Merkmal des Franchising ist die Besetzung einer Marktnische und die Konzentration auf ein Hauptprodukt. In ihren Marktnischen übernehmen viele Franchisesysteme mit ihren Lizenzpartnern die Marktführerschaft in den jeweiligen Vertriebsgebieten; sie erreichen oft den höchsten Bekanntheitsgrad oder sind überhaupt als einzige für diese Dienstleitung bekannt. Beispiele sind der Windschutzscheiben-Service (z.B. Carglass) statt Kfz-Komplett-Reparatur, der reine Werkzeugverleih (u.a. Rentas) statt z.B. Großhandel oder Baumarkt oder die Systemgastronomie mit einem Kernprodukt wie Pizza oder Burger.

Ferner lassen sich durch die Fokussierung die Arbeitsprozesse extrem „verschlanken“. Franchiser betreiben also praktisches Lean Management. Ein weiterer Pluspunkt des Franchise-Konzeptes ist die Arbeitsteilung: Da die Franchise-Zentralen den Partnerbetrieben viele administrative und strategisch-planerische Tätigkeiten wie Einkauf, Marketing-Steuerung, Controlling oder teilweise sogar Buchführung abnehmen, können sich die Partner vor Ort auf Umsetzung, Produktion, Vertrieb und Kundenbetreuung konzentrieren.   

Autor:

Jens Kügler
Jens Kügler
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