GbR im Franchise-Glossar Was ist die Gesellschaft bürgerlichen Rechts?

Die GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) ist eine Unternehmens-Rechtsform. Eine GbR-Firma stellt die Vereinigung von mindestens zwei natürlichen oder juristischen Personen dar. Jede dieser Personen ist gleichzeitig Gesellschafter und Geschäftsführer der GbR. In einem Gesellschaftervertrag verpflichten sie sich gegenseitig, das unternehmerische Ziel anzustreben bzw. den Geschäftszweck auszuüben.

Wesentliches zur Gründung sowie zu den Vor- und Nachteilen einer GbR erläutert der Franchise-Experte Reinhard Wingral in seinem Franchise-Lexikon-Beitrag mit Video auf FranchisePORTAL/Gründerwissen.

Zu einer GbR können sich beispielsweise Freiberufler zusammenschließen, etwa um eine Gemeinschaftspraxis oder eine Anwaltssozietät zu gründen. Ein anderes Beispiel sind Zusammenschlüsse wie Arbeitsgemeinschaften, Projektgemeinschaften oder Joint-Ventures verschiedener Unternehmer.

GbR: die Firmengründung – leicht gemacht

Ein Vorteil der GbR liegt in der unkomplizierten und kostengünstigen Firmengründung. Als größter Nachteil kann die volle persönliche Haftung jedes Gesellschafters mit seinem Privatvermögen angesehen werden. Scheidet ein Gesellschafter aus, haftet er noch bis zu fünf Jahre lang für Verbindlichkeiten, die vor der Zeit seines Ausscheidens angefallen sind.

Leitfaden zur GbR-Gründung

  • Firmenname: Der Name des Unternehmens muss die Namen der Gründer mit dem Zusatz GbR enthalten. Zusätzlich kann eine Bezeichnung des Unternehmenszwecks addiert werden, z.B. Müller und Schneider GbR Abfallentsorgung
  • Gesellschaftervertrag: Er muss nicht zwingend schriftlich, sondern kann auch mündlich abgeschlossen werden. Jedoch empfiehlt sich die schriftliche Abfassung, da es zwischen den Gesellschaftern zu juristischen Auseinandersetzungen kommen kann. Eine notarielle Beurkundung ist nicht notwendig. Musterverträge bieten Guidelines zur Abfassung eines GbR-Vertrages. Wer sich juristisch absichern möchte, lässt den Vertrag durch einen Anwalt prüfen
  • Startkapital: Es wird kein Startkapital benötigt, da alle Gesellschafter persönlich haften
  • Ämter und Behörden: Eine GbR muss nicht ins Handelsregister eingetragen werden. Daher entfallen auch entsprechende Notar-Honorare und Anmeldegebühren beim Amtsgericht. Benötigt werden lediglich:

1. eine Gewerbeanmeldung durch jeden einzelnen Gesellschafter mit Nennung aller Gesellschafter und Geschäftsführer, Angaben zum Geschäftszweck und vollständiger Firmenadresse inkl. Kontaktdaten

2. die Anmeldung der GbR bei der IHK oder Handwerkskammer sowie der Bundesagentur für Arbeit

3. eine Mitteilung ans Gewerbeamt, wenn Gesellschafter ausscheiden, sich der Geschäftszweck ändert oder die GbR aufgelöst wird

  • Finanzamt: Mit der Gewerbeanmeldung erfolgt seitens des Gewerbeamtes auch automatisch eine Anmeldung beim Finanzamt. Doch ehe das Finanzamt aktiv wird und auf die Firmengründer zugeht, vergehen in der Regel lange Zeiträume. Es empfiehlt sich, seitens der GbR auf das Finanzamt zuzugehen. Zum Einen, um die für die Rechnungsstellung verbindliche Steuernummer zu erhalten (keine Rechnung ohne Steuernummer! Für Auslands-Rechnungen wird zusätzlich eine international gültige Umsatzsteuer-Identifikationsnummer oder USt-ID notwendig). Zum Anderen, um die Fristen für die Steuererklärungen nicht verstreichen zu lassen
  • Buchhaltung: Benötigt wird lediglich eine Finanzbuchhaltung mit Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) sowie – bei Angestellten – eine Lohnbuchhaltung. Beim Finanzamt sind ferner ein Jahresabschluss sowie die Einkommens- und Umsatzsteuererklärungen einzureichen. Anders als bei Kapitalgesellschaften muss der Jahresabschluss nicht im Unternehmensregister veröffentlicht werden. Allerdings sind die Aufbewahrungsfristen für geschäftliche Unterlagen zum Teil sehr lang
  • Geschäftskonto: Ein Geschäftskonto ist nicht zwingend vorgeschrieben, jedoch empfohlen zur Trennung der privaten Kosten und Einnahmen jedes Gesellschafters von den geschäftlichen Einnahmen und Ausgaben

Alternativen zur Gründung einer GbR

Eine Alternative zur GbR mit niedrigem Startkapital und beschränkter Haftung bietet die UG (Unternehmergesellschaft) oder Mini-GmbH. Hier zahlen die Gesellschafter bei  Existenzgründung einen minimalen Betrag ein (Minimum: 1 Euro). Jedoch muss die UG jährlich eine gesetzliche Rücklage in Höhe von 25% des Jahresüberschusses vor Verlustabzug bilden. Diese dient zum Aufbau eines Kapitals in Höhe des Startkapitals einer GmbH. Ist die Summe von 25.000 € erreicht, wird die UG in eine GmbH umgewandelt.

 

Autor:

Jens Kügler
Jens Kügler
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