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Finanzierungsoptionen für Gründer: Von Bankkrediten bis zu externen Investoren


Der Schritt in die Selbstständigkeit erfordert nicht nur Know-how, sondern auch Kapital. Ist nicht genug Eigenvermögen vorhanden, gibt es Finanzierungsoptionen, die gut geplant werden müssen. Die Kreditaufnahme bei der Bank ist eine Möglichkeit, erfordert aber zahlreiche Voraussetzungen. Ist die Entscheidung für die Gründung gefallen, bietet die nachfolgende Übersicht einen Einblick in die Optionen zur Finanzierung inklusive der Voraussetzungen.

Kreditaufnahme zur Unterstützung in der Gründungszeit

Eine klassische Finanzierungsmethode ist der Kredit, der nicht mehr nur bei der Hausbank, sondern auch bei Direktbanken beantragt werden kann. Für Selbstständige kann das eine Herausforderung sein, da nicht die nötigen Sicherheiten vorhanden sind. Ein klarer Vorteil dieser Finanzierungsform ist die Sicherung der Liquidität. Der Kredit ist planbar und wird zu festen Zeiten in Raten zurückgezahlt. Um die Chancen zu erhöhen, müssen Kreditnehmer einiges beachten:

  • Businessplan erstellen: Für einen positiven Bankentscheid ist ein Businessplan entscheidend. Er muss Informationen über das geplante Geschäftskonzept, mögliche Produkte und Dienstleistungen, die Zielgruppe und eine umfassende Wettbewerbsanalyse enthalten. Wichtig ist außerdem eine Finanzprognose für die Zukunft. 
  • Kreditbedarf und Eigenanteil: Vor dem Bankgespräch sollte der Kapitalbedarf ermittelt werden, der zur Erreichung der Geschäftsziele nötig ist. Dabei kommt es darauf an, lang- und kurzfristige Finanzierungsbedürfnisse zu berücksichtigen. Die Bank wird erwarten, dass ein gewisser Eigenkapitalanteil verfügbar ist. Dadurch zeigen Gründer ihr Engagement und die Bereitschaft, selbst ein Risiko einzugehen. Der prozentuale Anteil variiert je nach Branche, Markt und Bank, liegt im Median aber zwischen 10 und 30 %. 
  • Unterlagen: Um einen guten Eindruck zu hinterlassen, sind sorgfältig zusammengestellte Unterlagen wichtig. Hierzu gehören Cashflow-Statements, Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen sowie Steuererklärungen (bei bereits bestehenden Unternehmen). Kann finanzielle Stabilität nachgewiesen werden, trägt das zur Bereitschaft der Bank bei. 
  • Fragen und Antworten: Die Bank wird Fragen hinsichtlich der Planung stellen, auf die es fundierte Antworten braucht. Es lohnt sich, im Vorfeld Bankengespräche zu analysieren und Informationen über geforderte Antworten einzuholen. 

Tipp: Franchising-Modelle können für die Gründung einige Vorteile mitbringen, ganz besonders wenn es um eine Bankenfinanzierung geht. Durch die bereits etablierte Markenbekanntheit könnte sich das Marketing simpler gestalten und das Geschäftskonzept wäre bereits erprobt. Die Erfolgswahrscheinlichkeit könnte die Bereitschaft der Bank steigern, das neue Unternehmen zu finanzieren. Wichtig ist natürlich auch hier, dass die Voraussetzungen stimmen (Businessplan etc.). Für Banken ist Sicherheit ein wichtiger Pfeiler der Entscheidung. Eine Bestandsmarke in Form eines Franchises zu nutzen, könnte deshalb auch aus Sicherheitsgründen eine sinnvolle Option sein. Gewisse Risiken fielen hier weg. Bei der Planung eines neuen Karrierewegs macht es daher Sinn, die Option einer Franchise-Gründung zu prüfen.

Förderung für Existenzgründer durch Zuschüsse

Eine der bekanntesten und beliebtesten Gründungszuschüsse stammt von der Agentur für Arbeit und richtet sich an Empfänger von Arbeitslosengeld eins. Über einen Zeitraum von einem halben Jahr werden monatlich 300 Euro Zuschuss gewährt. Aus Sicht der Bank ist ein solcher Zuschuss hilfreich, um die Rückzahlung der Raten für einen bestimmten Zeitraum abzusichern. Nach erfolgreicher Gewährung ist es möglich, den Gründungszuschuss um weitere neun Monate zu verlängern. Es handelt sich hierbei nicht um eine rechtliche Pflicht der Agentur für Arbeit, ob der Zuschuss erteilt wird, hängt von der Konzeptionierung ab. Ein Businessplan ist auch hier erforderlich und muss das gleiche Niveau erfüllen, wie bei einem Bankgespräch.

Auch für Studierende und wissenschaftlich Arbeitende gibt es Gründungszuschüsse, in Form des EXIST Gründerstipendiums. Es wird an junge Menschen vergeben, die nach der Universität direkt ein eigenes Unternehmen aufbauen möchten. Entscheidend ist, dass die Branche wissens- oder technologiebasiert sein muss. Wie beim Existenzgründerzuschuss der Agentur für Arbeit ist auch hier eine explizite Antragstellung erforderlich.

Über die beiden bekannten Fördermethoden hinaus gibt es weit mehr als 2000 Optionen, Zuschüsse für die Gründung zu beantragen. Welche davon infrage kommen, hängt maßgeblich von der Branche und der Art des geplanten Unternehmens ab. Es macht Sinn, vor der Beratung durch die Bank eine Fördermittelprüfung durchzuführen. Erfolgreich bewilligte Zuschüsse reduzieren den Kapitalbedarf und steigern damit die Chance auf einen Kredit.

Externe Investoren zur Finanzierung nutzen

Zahlreiche Investoren haben sich bereit erklärt, aufstrebende junge Gründer und Unternehmen zu unterstützen, um deren Potenzial zur Geltung zu bringen. Eingebracht wird hierbei primär Eigenkapital, aber auch Erfahrungen und vorhandene Netzwerke. Besonders bekannt ist das Konzept der Business Angels, die nicht nur finanziell, sondern auch mit Wissen weiterhelfen. Der Investor steht dem Gründer zur Seite, indem Büroräumlichkeiten, Produktionsstätten, Lagerhallen und Wissen bereitgestellt wird.

Eine andere Variante ist das Crowdfunding, das immer mehr Startups erfolgreich für sich nutzen. Hierbei braucht es einen soliden und vielversprechenden Plan, um das Interesse von vielen Investoren zu gewinnen. Der Gründer stellt sein Projekt vor, Investoren bekommen dann die Chance, einen Wunschbetrag zu investieren. Anders als beim Konzept der Business Angels werden die Fördermittel von verschiedenen Investoren bereitgestellt, selbst kleine Beträge sind möglich.

Die Vorteile von externen Investoren sind immens, vor allem das vorhandene Know-how spielt hier eine wichtige Rolle. Nachteile entstehen vorwiegend dadurch, dass der Investor (bei Business Angels) am Umsatz des Unternehmens beteiligt sein wird. Es entstehen also Verpflichtungen seitens des Gründers, die er bei einem Bankkredit (exklusive der Rückzahlungspflicht) nicht hat. Ein intensives Brainstorming hilft dabei, die persönliche Eignung für dieses Konzept zu überprüfen.

Bootstrapping bzw. Eigenfinanzierung des Unternehmens

Ist genug Eigenkapital vorhanden, ist eine Eigenfinanzierung möglich. Das Hauptziel dabei ist es, während der Gründungsphase so sparsam wie möglich zu haushalten. Anstelle von Geld wird vor allem Zeit investiert, um die Bilanzen so schnell wie möglich in den grünen Bereich zu schaffen. Die Einbindung von Familie und Freunden kann dabei helfen, indem Arbeitskraft, aber auch zinsfreie Kredite und Spenden bereitgestellt werden.

Das Konzept der Eigenfinanzierung ist nur dann möglich, wenn ausreichend Eigenkapital vorhanden ist. Für kleinere Ausgaben bieten sich Mikrokredite an, die in kürzester Zeit zurückzahlbar sind. Auch Leasing-Angebote sind an der Stelle interessant, da sie die Beschaffung der nötigen Arbeitsmaterialien erleichtern. Bootstrapping bringt allerdings auch Nachteile mit sich, vor allem Liquiditätsengpässe machen Jungunternehmern zu schaffen. Wird ein Teil der Finanzierung durch Familie und Freunde ermöglicht, besteht die Gefahr von Konflikten. Am besten ist ein solches Konzept für die nebenberufliche Selbstständigkeit geeignet, für die es keinen strengen Zeitrahmen gibt. Liegt der Fokus auf einer schnellen Umsatzsteigerung, ist der Weg über den Businessplan und das Gründerdarlehen der Bank in vielen Fällen sinnvoller und effektiver.


Foto von Kelly Sikkema auf Unsplash

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