Fördermittel im Franchise-Glossar

Was sind eigentlich Fördermittel?

Fördermittel sind die Kredite der öffentlichen Hand zur Gründungsförderung. Sie bilden eine wichtige Stütze der Gründungsfinanzierung und steuern einen Teil der Investitionssumme bei. Für Förderkredite gelten in der Regel besonders günstige Konditionen bei Tilgung und Verzinsung, Gründerzuschüsse sind sogar frei von Rückzahlungen.

 

Gründerfinanzierung: Drei Teile - eine Summe

Die meisten Firmengründer verfügen nicht über die notwendigen liquiden Mittel: Sie müssen auf externe Geldquellen zurückgreifen, um die gesamte Startinvestition für Immobilien, Einrichtung, Maschinen, Personal und alle weitere Kosten aufzubringen.

Teil eins der Finanzierung – meist der größte – sind klassische Bankkredite, für welche die Antragsteller jedoch Sicherheiten benötigen. Teil zwei ist das vorhandene Eigenkapital in Form von Guthaben, Ersparnissen, Rücklagen, Besitzgegenständen, Versicherungen oder anderen Quellen, die von den Banken als Sicherheiten akzeptiert werden. Teil drei – die Fördermittel – dienen vor allem der Aufstockung dieser Sicherheiten und werden den Gründern ausschließlich über ihre Hausbanken vermittelt.

 

Fördermittel: Kredite mit günstigen Konditionen

Fördern statt Fordern: Der Zweck der öffentlichen Hand ist es nicht, den Gewinn der Bank zu maximieren, sondern die Wirtschaft anzukurbeln. Für Förderkredite gelten daher in der Regel besonders günstige Konditionen bei Tilgung und Zinsen. Gründerzuschüsse sind sogar frei von Rückzahlungen.

 

Wo die Fördertöpfe stehen

Die bekannteste Institution für Fördermittel in Deutschland ist die bundeseigene, auch in Österreich aktive KfW-Mittelstandsbank. Ihre wichtigsten Programme zur Eigenkapitalhilfe sind die KfW-Unternehmerkredite in ihrer unterschiedlichen Ausprägung sowie die Mittel des European Recovery Program (ERP). Beantragen lassen sich diese Förderkredite über die Hausbank des Gründers. KfW-Kredite sind sowohl für bestehende Unternehmen (bis fünf Jahre nach der Start der Marktaktivität) als auch Firmengründer vor dem Unternehmensstart erhältlich.

Explizite Gründerförderungen der KfW sind vor allem:
• ERP-Gründerkredit – StartGeld bis 100.000 Euro
• ERP-Kapital für Gründung (bis zu 500.000 Euro Eigenkapitalplus)
• ERP-Gründerkredit – universell 
(Stand III/2015)

Eine Übersich der Förderprogramme, weitere Förderprogramme legen die einzelnen deutschen Bundesländer auf. Mehr zu Fördermitteln des Bundes und der Länder unter www.foerderdatenbank.de.

Für die Online-Recherche nach Fördermitteln kommt beispielsweise das Expertensystem 'Fördermittel Plus' in Betracht. Das einfach nutzbare Werkzeug  kann dabei helfen, sich einen Weg durch das Förderdickicht zu bahnen und die passenden Programme herauszufiltern.

 

Fördermittel in der Schweiz

In der Schweiz erhalten Existenzgründer kaum direkte öffentliche Mittel aus Bundestöpfen und praktisch keine auf Kantonsebene. Dafür bieten die staatlichen oder regionalen Stellen viele spezielle Branchen-Fonds oder Steuererleichterungen. Außerdem herrscht in der eidgenössischen Wirtschaft traditionell ein sehr offenes Klima für Kredite, Bürgschaften oder andere finanzielle Hilfen durch Banken und oder private Beteiligungsgesellschaften. Nähere Infos bietet das staatliche KMU-Portal.

 

Fördermittel auch für Franchisenehmer

Fördermittel sind nicht von der Unternehmens- oder Vertriebsform abhängig. Franchise-Unternehmer genießen prinzipiell die gleiche Chance auf Unterstützung vom Staat wie Firmengründer von Einzelunternehmen, denn sie sind finanziell wie rechtlich Selbstständige.

Allerdings gilt wie beim klassischen Bankkredit, dass Institute wie Bankberater vom sinnvollen  Einsatz der Fördermittel überzeugt werden müssen. Voraussetzung sind daher eine tragfähige Geschäftsidee, eine erfolgversprechende Unternehmensstrategie und eine detaillierte Finanzierungsplanung.

 

Vom Businessplan zur Zeitplanung

Zur Pflicht des Antragstellers gehört daher ein überzeugender Businessplan ebenso wie eine detaillierte Zeitplanung. Zwar können Unternehmen Förderungen generell bis zu fünf Jahre nach Gründung in Anspruch nehmen. Doch die Fördermittel für Gründer werden zumeist nur bei Antragstellung vor der Gründung des Unternehmens genehmigt. Anderenfalls gehen die Förderbanken davon aus, dass der Existenzgründer seine Anschubfinanzierung auch aus der eigenen Tasche bestreiten kann und keine steuerfinanzierten Geldquellen benötigt. Außerdem werden die Fördertöpfe oft jährlich aufgelegt und in den Endsummen „gedeckelt“. Somit können sie bereits vor Ablauf eines Kalenderjahres erschöpft sein. 

 

Fördermittel minimal: Franchising mit wenig Kapital

Nicht jede Unternehmensgründung geht mit einem hohen fünfstelligen oder noch größeren Geldbedarf einher. Bisweilen müssen weitaus geringere Beträge aufgebracht werden – von wenigen Hundert bis tausend, zweitausend oder eventuell fünftausend Euro. Auch sind Business-Starts ganz ohne Eigen- oder Fremdkapital möglich. Dies trifft zum Beispiel auf nebenberufliche Existenzgründungen oder auf viele Lizenzsysteme  zu.

Beispiele:
• Franchise-Gründung ohne Eigenkapital
• Franchise für wenig Geld
• Franchising nebenberuflich
• Franchise im Home-Office

 

Mikrokredite: Für den kleinen Kapitalbedarf

Die Idee der Mikrokredite stammt aus der Entwicklungshilfe. In Ländern der Dritten Welt blieb vielen Kleinst-Gründern und Einzelunternehmern bis dato der Weg zu klassischen Bankkrediten versperrt. Der Grund lag in den vergleichsweise äußerst geringen Kreditsummen, deren Zinsertrag für die Banken kaum den Verwaltungsaufwand deckte. Vor einigen Jahren entstanden Initiativen, die solche Kleinstsummen finanzierten und Existenzgründern weltweit den Start in die Selbstständigkeit ermöglichten. Inzwischen bieten zahlreiche Mikrofinanzinstitute (u.a. GLS Gemeinschaftsbank, Deutsches Mikrofinanz-Institut) sowie die KfW Mikrokredite an. Als Sicherheit genügen in der Regel Bürgschaften aus dem Familien- und Freundeskreis. Der einzige Nachteil der Mikrokredite liegt in den Zinsprozentsätzen. Sie sind meist weitaus höher als die der klassischen Bankdarlehen.

 

Videos zum Thema Förderung der Finanzierung für Gründer:

Autor:

Jens Kügler
Jens Kügler
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