Vorsteuerabzug im Franchise-Glossar

Der Vorsteuerabzug (oder einfach: die Vorsteuer) ist im allgemeinen Sprachgebrauch der Mehrwertsteuerbetrag, den ein Unternehmer für Waren oder Dienstleistungen an seine Lieferanten zahlt. Man nennt den Betrag den Vorsteuerabzug, weil der Unternehmer den Betrag von seiner eingenommenen Umsatzsteuer, die er ans Finanzamt abführt, abziehen kann. Kurzum: Die vom Unternehmer an den Lieferanten gezahlte Vorsteuer mindert seine Umsatzsteuer-Schuld dem Finanzamt gegenüber. Der Vorsteuerabzug kann damit sowohl als Synonym für die Vorsteuer selbst gelten als auch die Tätigkeit des „Abziehens“ bezeichnen.

Vorsteuerabzug – wann?

Der Vorsteuerabzug als Tätigkeit erfolgt mit der Umsatzsteuervoranmeldung, die – je nach Höhe der Umsatzsteuer laut letztjähriger Steuererklärung und -festsetzung – monatlich oder vierteljährlich abzugeben ist.

Wie berechnet man den Vorsteuerabzug?

Ein Beispiel: Vorsteuerabzug in drei Schritten.

  1. In seiner Umsatzsteuervoranmeldung gibt der Unternehmer einen Nettoumsatz (ohne Steuern) von 19.537 Euro an. Das Formular des (deutschen) Finanzamt-Onlinedienstes „Elster“ errechnet daraus einen Steuerbetrag von 3.712,03 Euro bei 19% Umsatzsteuer.
  2. Danach addiert der Unternehmer in seiner Buchführung die Vorsteuer-Beträge all seiner Einkaufs-Belege und Eingangsrechnungen, z.B. die 19% aus allen Wareneinkäufen und die 7% aus Fahrt- oder Hotelrechnungen.
  3. Die Summe beträgt – fürs Beispiel angenommen – 1.882,21 Euro. Er trägt die 1.882,21 Euro auf der nächsten Elster-Formularseite unter „abziehbare Vorsteuerbeträge“ ein. Das Formular subtrahiert sie von den 3.712,03 Euro und errechnet eine Umsatzsteuer-Zahllast von 1.829,82 Euro. Diese zahlt der Unternehmer schließlich an die Finanzkasse.

Vorsteuerabzug: Definition rechtlich

Laut Umsatzsteuergesetz ist der Vorsteuerabzug das Recht des Unternehmers, die Vorsteuer von seiner zu entrichtenden Umsatzsteuer abzuziehen. Rechtlich handelt es sich beim Vorsteuerabzug also weder um den Betrag noch die Tätigkeit, sondern die Erlaubnis zum Abziehen. Dieses Recht betrifft nur jene Waren und Dienstleistungen, die der Unternehmer zum Betrieb seines Geschäftes (z.B. Anlagevermögen, Betriebsmittel, Büroartikel/Geschäftsausstattung, Telekommunikations-Rechnungen), zur Produktion und Weiterverarbeitung (z.B. Rohstoffe, Produkt-Komponenten, Outsourcing-Leistungen), zum Verkauf (Waren, Artikel) oder zur Erbringung seiner Dienstleistung benötigt (Arbeitsgeräte etc.).

Wer ist vorsteuerabzugsberechtigt?

Nur Unternehmer dürfen die Vorsteuer abziehen. Den vollen Betrag zahlt allein der Endkunde als Mehrwertsteuer. Eine Steuervergütung oder steuerfreie Leistungs-Bezüge gibt es zudem auf Antrag für bestimmte juristische Personen des öffentlichen Rechts sowie bestimmte Körperschaften. Wer die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nimmt, kann keinen Vorsteuerabzug geltend machen. Er darf seinerseits aber auch keine Umsatzsteuer von seinen Kunden verlangen.

Wie kann man was von der Steuer absetzen?

Ein Vorsteuerabzug kann grundsätzlich nur erfolgen, wenn auf der Rechnung des Lieferanten die Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer und der Steuersatz in Prozent explizit angegeben sind. Für eine Steuerprüfung muss der Unternehmer seine Belege mindestens zehn Jahre aufbewahren.

Autor:

Jens Kügler
Jens Kügler
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