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Was ist Franchise? (Definition)

Was bedeutet Franchise?

Definition: Franchise hat mehrere Bedeutungen, die je nach Branche unterschiedlicher kaum sein können: In der Betriebswirtschaft bezeichnet Franchise eine partnerschaftliche Kooperationsform zwischen rechtlich selbstständigen Unternehmern, die am Markt einheitlich auftreten und mit gegenseitigen Rechten und Pflichten ausgestattet sind. Ferner gibt es Franchise im Sport, in der Medienwelt und im Versicherungswesen.

Viele Fachbegriffe sind mit „Franchise“ im betriebswirtschaftlichen Sinn verknüpft. Hier einige der wichtigsten:

  • 'Franchise' bezieht sich auf die partnerschaftliche Kooperationsform, das Synonym dazu ist Franchising. Spricht man im Deutschen von einer Franchise (Mehrzahl: Franchisen), ist damit die Erlaubnis zur Nutzung und Verpflichtung zur Umsetzung des Geschäftsmodells eines Franchisegebers gemeint.
  • Franchise-Geber: der Inhaber aller Markenrechte, Nutzungsrechte und anderen gewerblichen Schutzrechte. Er vergibt die Lizenzen zu deren Nutzung an die Franchisenehmer und verpflichtet sie vertraglich zur 1:1-Umsetzung seines Geschäftsmodells.
  • Franchise-Nehmer: ein selbstständiger, aber in der Geschäftsausübung teilweise weisungsgebundener Unternehmer. Er setzt das Geschäftsmodell seines Franchisegebers in seinem Vertriebsgebiet um.
  • Franchise-Partner: Synonym für Franchisenehmer.
  • Franchise-System: Netzwerk aus Franchisegeber und Franchisenehmern, das zur Nutzung eines erprobten Geschäftsmodells auf vertraglicher Basis partnerschaftlich zusammenarbeitet. 
  • Franchise-Lizenz: die Erlaubnis zur Nutzung und Verpflichtung zur Umsetzung des Geschäftsmodells des Franchisegebers. Der Franchisenehmer erwirbt sie (siehe hierzu auch: Auswahl des Franchisenehmers).
  • Franchise-Gebühr: Für die Nutzung des Geschäftskonzeptes zahlt der Franchisenehmer in der Regel eine monatliche Franchise- bzw. Lizenzgebühr. Übliche Sätze liegen bei etwa vier bis sieben Prozent des monatlichen Gewinns oder Umsatzerlöses.
  • Franchise-Experten: Unternehmensberater, die sich auf den Aufbau und die wirtschaftliche Optimierung von Franchise-Netzwerken, Franchise-Zentralen und Franchisenehmer-Betrieben spezialisiert haben.
  • Franchise-Zentrale: auch Systemzentrale genannt. Es handelt sich um den Administrationsbetrieb des Franchisegebers. Die Zentrale übernimmt viele Verwaltungsfunktionen für das gesamte Netzwerk und entlastet damit die Franchisenehmer. Beispiele: Gemeinsamer Einkauf, überregionale Werbung und Großkundenakquisition (vgl. auch Outsourcing). Neben der Zentrale führen die Franchisegeber in der Regel einen Pilotbetrieb. Er lebt die Systemstandards vor, setzt häufig Benchmarks und gilt als Prototyp, an dem sich die Franchisenehmer orientieren. Oft sind die Franchisesysteme aus erfolgreichen Einzelbetrieben hervorgegangen, welche bei Netzwerk-Bildung zu Pilotbetrieben avancierten.
  • Franchise-Vertrag: Der Franchisevertrag regelt die Bindung zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer. Er räumt dem Franchisenehmer alle Nutzungsrechte zum Geschäftskonzept ein und oktroyiert gleichzeitig die Verpflichtung hierzu.
  • Franchise-Masterlizenz: eine Lizenz, die der Franchisegeber einem sogenannten Master-Franchisenehmer erteilt. Der Master-Franchisenehmer erhält das Recht, in einer bestimmten Region oder in einem Land ein eigenes Netzwerk aufzubauen und somit zu einer Art lokalem Franchisegeber zu werden. Er kann das System ggf. nationalen Gesetzen und Gepflogenheiten anpassen. Master-Franchising wird häufig für internationale Expansionen über das Ursprungsland des Systems hinaus genutzt.
  • Joint-Ventures können die kooperative Vertriebsform des Franchising ergänzen. Im Zuge der grenzüberschreitenden Expansion gründet der Franchisegeber gemeinsam mit seinem ausländischen Master eine gemeinsame Firma (Master-Franchise-Joint-Venture), welche die Aufgaben der Systemzentrale übernimmt sowie das nationale Partner-Netzwerk aufbaut und betreut. Aber auch zur Besetzung eines regionalen Standorts durch ein Partnerunternehmen kann eine zeitweilige Kapitalbeteiligung (Equity Joint Venture) des Franchisegebers in Betracht kommen.

Eine Abgrenzung des Franchise-Begriffs gegenüber anderen Vertriebsformen erhalten Sie von dem Franchise-Experten Eugen Marquard im obigen Video.

Woher stammt der Franchise-Begriff?

Der Begriff „Franchise“ entstammt der französischen Sprache. Im 17. und 18. Jahrhundert bezeichnete Franchise die hoheitliche Berechtigung für Steuereintreiber, einen Teil der Steuern ihres Amtsbezirks für sich einzubehalten. Im Laufe der Zeit wandelte sich der Begriff Franchise und bedeutete eine generelle Befreiung von Steuern und Zöllen.

Das Wort Franchise: Wie wurde aus der „Befreiung“ ein Nutzungsrecht?

Im 19. Jahrhundert tauchte der Begriff Franchise jenseits des Atlantiks auf – in der heute geläufigen, englischen Aussprache. Dabei beschrieb Franchise bereits das Recht zur kommerziellen Nutzung gewerblicher Schutzrechte. Das bekannteste Beispiel für ein Franchise-Unternehmen dieser Definition ist der Nähmaschinenhersteller Singer. Er vergab Lizenzen an fahrende Händler, die seine Nähmaschinen auf eigene Rechnung verkauften. Im frühen 20. Jahrhundert erfuhr der Begriff Franchise eine neuerliche Wandlung. Bekanntestes Beispiel hier: die Firma Coca-Cola. Das Unternehmen vergibt Lizenzen an Getränkeabfüller, die Kola nach dem originalen Geheimrezept herzustellen und zu vertreiben. 

Als erstes modernes Franchise-Unternehmen nach heutigem Verständnis wird häufig McDonalds bezeichnet. In den frühen 1960er-Jahren begann Ray Kroc, der die Marke den Gründer-Brüdern Mac Donald abgekauft hatte, ihr Geschäftskonzept mit industriell vorgefertigten Burgern mittels selbstständiger Unternehmer zu multiplizieren. Bis heute ist McDonalds das größte Franchise der Welt. Und – da die Zentrale die Restaurant-Immobilien selbst besitzt und vermietet – nebenbei auch der größte Immobilienbesitzer weltweit.

Seit den 1970er-Jahren verbreitet sich Franchise auch in Europa als Vertriebsform immer weiter, unter anderem als Alternative zu klassischen Filialsystemen. Zudem verdrängt Franchising zunehmend ältere Kooperationsformen wie etwa Genossenschaften oder Verbundgruppen.

Franchise im Sport

Eine abweichende Bedeutung hat der Terminus Franchise im Leistungssport. Hier ist „eine Franchise“ oder „ein Franchise“ ein Team, das in einer Liga spielt, die von einem Unternehmen getragen wird. Es erwirbt die Lizenz zur Teilnahme am Ligabetrieb und ist damit ebenfalls ein Unternehmen. Name und Standort sind nicht dauerhaft festgelegt: die Lizenz kann anderweitig vergeben werden. Sport-Franchises sind vor allem im nordamerikanischen Profisport verbreitet.

Franchise in den Medien

In der Medienwelt bezeichnet Franchise bestimmte Nutzungsrechte etwa für Markennamen, Geschichten oder mediale Inhalte, die ein Autor per Lizenz anderen Verwertern einräumt. Dies können Ursprungs-Geschichten/Handlungen für Fortsetzungen in Filmen oder Serien sein, aber auch der Verkauf von Spielfiguren, die Umsetzung von Video- oder Brettspielen oder Ähnliches.

Franchise im Versicherungswesen

Im Bereich Versicherungen kommt der Begriff Franchise einer seiner historischen Bedeutungen als „Befreiung“ entgegen. Franchise bezeichnet hier die finanzielle Entlastung des Versicherers durch Selbstbeteiligung oder Eigenanteile des Versicherten.

Weitere Begriffserklärungen aus verschiedenen Branchen finden Sie unter Franchise-Definitionen.

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