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Talente binden: Wie Franchise-Betriebe ihre Arbeitgeberattraktivität steigern

Der Kampf um engagierte und fachlich gut ausgebildete Talente wird immer härter. Damit auch Franchise-Unternehmen überhaupt auf dem Radar von Fachkräften landen, ist eine hohe Arbeitgeberattraktivität ein Muss. So lässt sich diese verbessern.

Marke, Werte und Betriebskultur

Viele engagierte Fachkräfte suchen Stellen in Unternehmen, die ihren Wertevorstellungen entsprechen und eine ansprechende Betriebskultur leben. Nachhaltigkeit, Kommunikation auf Augenhöhe und Respekt sind dabei nur einige von vielen Faktoren. Um Talente auf sich aufmerksam zu machen, müssen Arbeitgeber ihr Image kritisch unter die Lupe nehmen und prüfen, ob es dem Wunschbild ihrer Marke entspricht.

Eine Analyse der aktuellen Wahrnehmung kann dabei überaus interessante Feedbacks zum Vorschein bringen. Eine Umfrage unter aktuellen Mitarbeitenden ist eine erste spannende Maßnahme, um ein Gefühl für die Stimmung in den Teams zu erhalten und das wesentliche Optimierungspotenzial zu identifizieren. 

Engagement für die Arbeitnehmerzufriedenheit identifizieren und kommunizieren

Ob Lebensmittel-, Beauty-, Beratungs- oder Fitness-Branche: Flexible Arbeitszeiten und agile Arbeitswelten sind unter Arbeitnehmern heute gefragter denn je. Dennoch ist die Realisierung von Homeoffice, Desksharing und Hybrid Work nicht in jedem Franchisesystem realisierbar. Das bedeutet allerdings nicht, dass Arbeitgeber aufgrund eingeschränkter Flexibilität bei Arbeitszeiten und Co. keine positiven Argumente für die Talentsuche formulieren können. Womöglich macht sich ein Arbeitgeber bereits für größtmögliche Selbstbestimmung seiner Belegschaft stark, ist sich seines Engagements aber nicht bewusst.

Viele Unternehmen tun bereits sehr viel für die Zufriedenheit ihres Personals, sind jedoch nicht in der Lage, dieses Handeln in überzeugenden Anzeigen für die Fachkräfte-Gewinnung zu verpacken. Empathische Werbemittel für das Recruiting können eine wirksame Methode sein, um die Arbeitgeberattraktivität in der Außendarstellung zu steigern und genau die Fachkräfte anzusprechen, die zum Franchise-Betrieb passen. Folgende Fragen können bei der Erarbeitung von smarten Stellenanzeigen helfen:

  • Welche Schlüsselqualifikationen sind gewünscht?
  • Gibt es Testimonials von zufriedenen Mitarbeitenden und / oder Erfolgsgeschichten von Talenten, die im Unternehmen bereits Karriere gemacht haben?
  • Wie lässt sich die Identität der Marke in die Recruiting-Anzeigen einarbeiten?
  • Welche individuellen Besonderheiten bringt der Franchise-Arbeitgeber mit sich und wie können diese bei der Talentsuche helfen?
  • Welche Unternehmenswerte und Aspekte der Arbeitskultur sind für die Talentsuche relevant und wie lassen sich diese kompakt kommunizieren?

Lohnzufriedenheit: Geldwerte Vorteile durch Sachbezüge

Ein faires Gehalt ist kein Benefit, sondern eine Selbstverständlichkeit. Zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität braucht es deshalb ergänzende Extras, die beispielsweise zur Nettolohnoptimierung beitragen oder anderweitigen Mehrwert bieten.

Franchise-Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden einen attraktiven geldwerten Vorteil zugutekommen lassen und gleichzeitig aber möglichst wenig Arbeit damit haben möchten, können unter anderem vom steuerfreien Sachbezug profitieren. Gemeint sind damit sogenannte Sachleistungen, die zum steuerpflichtigen Arbeitslohn des Arbeitnehmers zählen und über diverse Anbieter abgewickelt werden können. Dank einer Freigrenze für bestimmte Sachleistungen hat die Steuerpflicht laut § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG keine Auswirkung auf diesen geldwerten Vorteil: „Wenn der Wert in Summe 50 Euro pro Monat nicht übersteigt, bleibt der Sachbezug steuerfrei und damit auch sozialabgabenfrei“, erklärt Belonio.

Beispielsweise wird der monatliche steuerfreie Betrag auf eine spezielle Guthabenkarte eingezahlt, damit Mitarbeitende das Guthaben monatlich aufbrauchen oder auch für größere Ausgaben ansparen können. Komplett digitale Lösungen über Smartphones sind ebenfalls möglich. Zu den Sachbezügen zählen beispielsweise Tank- und Warengutscheine, Sachgeschenke sowie Mitgliedschaften im Fitnessstudio. 

Strategische Karriereplanung

Es steht außer Frage, dass Investitionen in die Weiterbildung von Personal ein gewisses Risiko mit sich bringen. Schließlich könnten die Talente schon bald den Betrieb wechseln und damit verpuffen die Entwicklungskosten. Doch eine solche Denkweise blockiert unternehmerischen Fortschritt und sabotiert gleichzeitig das zwischenmenschliche Verhältnis. Beruht ein Arbeitsverhältnis auf Vertrauen und investieren Betriebe in ein Entwicklungsprogramm für Personalkompetenzen, geht damit ein deutliches Plus für die Arbeitgeberattraktivität einher. 

Wollen Franchise-Unternehmen Talente binden, ist die hochwertige Weiterbildung ein unverzichtbarer Hebel. Wichtig ist jedoch, dass die Entwicklungsangebote dem Zeitgeist gerecht werden und echten Mehrwert bieten. Zudem sollten die Weiterbildungsmaßnahmen nicht allein auf fachlicher Ebene stattfinden. Wie eine Trendstudie der IU Internationalen Hochschule aufzeigt, ist die persönliche Weiterbildung für die Mehrheit der weltweit Befragten wichtiger als die berufliche.

Wellness- und Gesundheitsprogramme

Die Gesundheit ist das kostbarste Gut. Das ist inzwischen vielen Menschen sehr bewusst. Die Sensibilität hinsichtlich beruflicher Risiken für die Gesunderhaltung steigt und macht deutlich: Arbeitgeber steigern ihre Attraktivität mit ausgewählten Angeboten für das Wohlergehen ihrer Belegschaft. Ob Präventionsprogramme zur Stressbewältigung, die Einrichtung eines Meditations- und Ruheraums, professionelle Massageangebote oder die Bereitstellung von E-Bikes: Die Möglichkeiten für gesundheitsfördernde Benefits sind vielfältig. 

Freizeit+ für einen wohltuenden Ausgleich

Neben der Gesundheit ist qualitative Lebenszeit vermehrt in den Fokus gerückt. Zurecht – schließlich ist sie begrenzt und unbezahlbar. Ein entsprechend interessantes Angebot für Mitarbeitende könnte deshalb eine leistungsorientierte Ausdehnung von freien Tagen sein. Zusätzliche Freizeit ist eine wohlwollende Art, um individuelles Engagement für das Unternehmen anzuerkennen und wertzuschätzen.

Familie und Karriere fördern

Die Vereinbarkeit von Karriere und Familie macht vielen Talenten zu schaffen. Nach wie vor fühlen sich zahlreiche Menschen regelrecht genötigt, sich für beziehungsweise gegen einen bestimmten Lebensinhalt zu entscheiden. Franchise-Unternehmen, denen es gelingt, durch Benefits wie beispielsweise Kinderbetreuungsleistungen diesen Konflikt aufzulösen, machen positiv auf sich aufmerksam. Einige Beispiele hierfür:

  • Eine großzügige Elternzeitpolitik wäre eine Option, um Mitarbeitenden die Familienplanung zu erleichtern.
  • Aber auch ein ausgedehnter Sonderurlaub ist eine denkbare Variante.
  • Teilen sich mehrere Personen eine Vollzeitstelle, erhöht dies die Flexibilität für alle Beteiligten. Job-Sharing kann die Motivation und Leistungsbereitschaft anheben.
  • Darüber hinaus werden Kinderbetreuungszentrem in Unternehmen angeboten, damit Eltern ihre Jüngsten in ihre Arbeitsstätte mitnehmen können und dort optimal versorgt wissen.
  • Auch speziell initiierte Elterngruppen sowie Netzwerke lassen sich einrichten. Zum Beispiel für innerbetrieblichen Austausch oder für gegenseitige Unterstützung bei der Kinderbetreuung.

Unternehmen, die Talenten sowohl Karrierechancen eröffnen als auch familienfreundlich aufgestellt sind, tragen zur Lebensqualität ihrer Belegschaft bei und das stellt im Recruiting einen deutlichen Wettbewerbsvorteil dar.


Foto von Husna Miskandar auf Unsplash

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