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Ratgeber
für Franchise-Interessierte

Übernahmen bestehender Franchise-Betriebe

Die Generation der ersten Franchise-Nehmer in Deutschland nähert sich verstärkt dem Renteneintrittsalter. Bestehende Franchise-Betriebe mit festem Kundenstamm und lokaler Bekanntheit stehen somit für neue Franchise-Nehmer zur Verfügung. Eine weitere und ebenso häufige Möglichkeit der Betriebsübernahme im Franchising entsteht bei auslaufenden Franchise-Verträgen, die nicht verlängert werden. Die Übernahme eines Franchise-Betriebs bietet in beiden Fällen in der Regel viele Vorteile: Die Franchise-Geber können einen profitablen Standort erhalten und haben dementsprechend ein Interesse daran einen geeigneten Nachfolger zu finden.

Vorteile und Nachteile bei der Übernahme bestehender Franchise-Betriebe

Die wichtigsten Vorteile, von denen der Käufer eines bestehenden Franchise-Betriebs profitieren kann, sind:

  • Das Unternehmen und die angebotenen Dienstleistungen bzw. das Produkt sind bekannt.
  • Die schwierige Start-Up-Phase einer Neugründung wird übersprungen.
  • Es werden sofort Umsätze generiert.
  • Es existiert bereits ein Kundenstamm.
  • Beziehungen zu Lieferanten bestehen schon.
  • Qualifizierte und eingespielte Mitarbeiter erleichtern den Einstieg für den neuen Franchise-Nehmer.
  • Benötigte Räume und Inventar sind vorhanden.
  • Durch vorhandene Zahlen des Unternehmens können Finanzierungen leichter erlangt werden.

Ein Nachteil ist der unter Umständen relativ hohe Kaufpreis, der durch die Ermittlung des Wertes des Unternehmens entstehen kann. Die Markenbekanntheit und der Kundenstamm sind Faktoren, die den Wert eines Unternehmens steigern. Zudem sorgt eine Übernahme intern für Unruhe: Angestellte fürchten langfristig um ihre Arbeitsplätze und die eingespielte Arbeitsatmosphäre gerät zumindest kurzfristig ins Wanken. Einfühlungsvermögen und soziale Kompetenzen des neuen Franchise-Nehmers sind hier der Schlüssel zum Vertrauen der Mitarbeiter.

Was man bei einer Übernahme beachten sollte

Trotz aller Vorteile, die die Übernahme eines bestehenden Franchise-Betriebs mit sich bringen kann, sollte man natürlich nicht „die Katze im Sack kaufen“. Zunächst sollte man feststellen, warum der Franchise-Betrieb zum Verkauf steht. Die schon genannten gängigen Fälle sind Renteneintritt und ein auslaufender Franchise-Vertrag. Doch auch ein erfolgloser, unzufriedener Franchise-Nehmer kann sich so von seinem Vertrag lösen. In einem solchen Fall ist Vorsicht geboten: Liegt es an der mangelnden Unterstützung des Franchise-Gebers, an der schwachen Motivation des Franchise-Nehmers oder sind vielleicht äußere, nicht zu beeinflussende Zustände der Grund für Misserfolg?

Hierzu sollte man sich selbst ein Bild machen, indem man zunächst sowohl den Franchise-Nehmer als auch den Franchise-Geber befragt. Machen Sie sich ein Bild vom Standort, dem Ruf des Unternehmens vor Ort, den Angestellten und dem Zustand der Betriebsräume und Ausstattung (evt. stehen hier zusätzliche Kosten an). Die Erträge des Unternehmens im Branchenvergleich geben zudem Auskunft über die Profitabilität. Auch bestehende Verträge des Franchise-Betriebs mit Dritten sind für den potentiellen Käufer von besonderem Interesse.

Die Übernahme eines gut laufenden, etablierten Franchise-Betriebs bietet definitiv viele Vorteile. Trotzdem handelt es sich für den übernehmenden Franchise-Nehmer um seine Existenzgründung. Das Übernahme-Angebot sollte man daher ebenso vorsichtig und gewissenhaft prüfen wie bei einer Neugründung. 

Wie ist der Verkauf geregelt?

Der Verkauf bestehender Franchise-Betriebe ist idealerweise bereits im Franchise-Vertrag geregelt. Nach Expertenmeinung kann so ein relativ reibungsloser Verkauf organisiert werden. Wichtiger Teil einer Verkaufsklausel im Franchise-Vertrag ist demnach die Festlegung der Kriterien, nach denen der Wert eines Franchise-Betriebs ermittelt werden kann. Nach einem solchen Bewertungsmuster kann dann ein unabhängiger Unternehmensberater den Preis eines Betriebs berechnen. Die Bewertungsmuster sollten für Franchise-Geber von besonderem Interesse sein, denn der Wert eines Unternehmens ist sehr schwer zu erfassen: Nicht messbare Größen, wie beispielsweise die Bekanntheit einer Marke, müssen bewertet werden.

Doch auch andere Praktiken sind gängig; dies differiert von Franchise-System zu Franchise-System, wie auch die Aussage von Frau Hilbt zu Übernahmen bei der Schülerhilfe zeigt. Viele Franchise-Geber verankern in ihren Franchise-Verträgen Vorkaufsrechte, um dann selbst wieder an einen neuen Franchise-Nehmer zu verkaufen. Wenn der Franchise-Geber einverstanden ist, kann der Verkauf auch direkt zwischen dem alten und dem neuen Franchise-Nehmer stattfinden. Eine lebendige Kommunikation zwischen allen Beteiligten ist vorauszusetzen, schließlich hat der Franchise-Geber das letzte Wort, wer neuer Franchise-Nehmer seines Systems werden kann und wer nicht. 

Zahlen und Fakten

  • Ein Viertel aller Selbstständigen in Deutschland ist bereits älter als 55 Jahre.
  • Ca. 22.000 Unternehmer suchen jedes Jahr Nachfolger für ihre Firma. (BMWi)
  • Die erste Franchise-Nehmer-Generation aus den 70er Jahren erreicht bald das Rentenalter. Franchise-Betriebsübernahmen werden daher künftig auch in Deutschland häufiger vorkommen.
  • Angestellte eines Franchise-Betriebs müssen bei einer Übernahme nicht um ihre Stelle fürchten: 1. § 613a Abs. 4 BGB verbietet es dem Arbeitgeber, eine Kündigung mit dem Übergang des Betriebs oder Betriebsteils zu begründen.
  • Betriebsübernahmen können ebenso wie Neugründungen gefördert werden.

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