VIOLAS’ Würz-System auf gepfeffertem Expansionskurs

Die Wahlhamburgerin Viola Fuchs revolutionierte unter ihrem Vornamen den deutschen Feinkost-Markt mit außergewöhnlichen Gewürzmischungen. Jetzt schmeckt die Gründerin den zweiten Gang ihrer Karriere ab: Die Marke VIOLAS’ bewährt sich als rasant wachsendes Franchise-Konzept. Nach nur zwei Jahren gibt es bereits elf Shops in der gesamten Republik. 2017 sollen es schon 30 sein. Viola Fuchs über leidenschaftlichen Genuss, ambitionierte Pläne und das smarte System hinter den Genussmitteln von VIOLAS’.


Ihre Produkte kommen aus Brasilien, Madagaskar oder Sri Lanka und werden in der Manufaktur in Hamburg von Hand zu über 800 Produkten  verarbeitet. Risottis, Grillgewürze, Suppen, Pestis oder kandierte Veilchenblüten in allen Farben umhüllen jeden VIOLAS’ Store in einen unbeschreiblichen Duft. Eine ganze Welt aus Vanillezucker, Tees, getrockneten Pilzen, Linsen und Nüssen sowie nicht weniger als 100 Salz und 50 Pfeffer-Rezepturen – Viola Fuchs hat so viele Aroma-Phantasien, dass ihr 30-köpfiges Team nur unter Hochdruck mitmischen kann. „Ich habe immer und überall Ideen und bin mit Gewürzen aufgewachsen. Wahrscheinlich habe ich Chili in den Adern“, sagt Viola Fuchs, die mit einem Ladengeschäft auf nur 35 Quadratmetern mit gespartem Eigenkapital anfing. „Keine Bank wollte mir Geld geben. In einer Zeit, in der es in Deutschland nur eine Sorte Pfeffer gab, glaubte niemand an meine Vision.“ Mittlerweile ist die 47-Jährigen Hobbyköchin mit ihrer Marke auf dem Sprung, ein Imperium zu begründen. Elf VIOLAS’ gibt es schon, in zwei Jahren sollen mindestens 20 weitere Shops dazugekommen. Die Produktion im Norden Hamburgs verlässt bereits jetzt täglich rund eine Tonne Delikatessen.


Die dreifache Mutter Viola Fuchs wuchs umgeben von Gewürzdüften auf. Ihr Großvater tauscht nach dem Krieg Lorbeerblätter gegen Puddingpulver, 1948 baut er zusammen mit der Großmutter das Geschäft aus und ist mit zwei Gewürzläden in Frankfurt und Wiesbaden erfolgreich. Viola Fuchs nimmt zunächst aber einen anderen Weg und setzt Geschmack und Gestaltungswut für ihr zweite Leidenschaft ein: Schuhe. Sie studiert Schuh- Design in London, arbeitet für die Player der Branche und pendelt fast wöchentlich zwischen den asiatischen Produktionsstätten und ihrer Wahlheimat Hamburg hin und her. „Ich war glücklich, in meinem Traumberuf angekommen zu sein, es fühlte sich aber anders an als erwartet. Ich wusste, da muss noch etwas anderes kommen“, erinnert sich Fuchs, die – wie so oft – Rat bei Ihrer Mutter suchte.

 

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„Meine Mutter war es, die mir nahe legte, mich auf meine Wurzeln zu besinnen und in den Delikatessenhandel einzusteigen“, sagt Viola Fuchs, die auch in ihrer Zeit als Designerin mit Leidenschaft und Herzblut in der Küche stand. „Immer wenn der Stress am größten war, kochte ich. Für mich allein oder für andere“, so Fuchs, die sich bei Hände für  Kinder und der Aids Hilfe engagiert. Dort kocht sie für ganze Familien deftige Nervennahrung. „Nichts gibt doch so viel Kraft und Geborgenheit, wie gemeinsames Kochen und Essen in einer mit Wärme und Duft erfüllten Küche.“


Viola Fuchs vertraut dem Riecher ihrer Mutter und legt 1997 am Eppendorfer Baum los. Von Beginn an macht sie rund 30 Mischungen selbst. Dazu kommen zahlreiche Basisgewürze unterschiedlicher Sorten. So entsteht schnell ein Sortiment aus 150 Produkten, das auch verschiedene Reis und Risotto-Mischungen umfasst. Dann der Coup: Das in knalligem Pink gestaltete VIOLAS’ bietet wiederbefüllbare Mühlen an – damals eine absolute Neuheit. Die 100.000 Euro Startkapital hat Fuchs nach einem Jahr wieder reingeholt, zwei Jahre später hat sie ihr Sortiment verdoppelt. Der kleine Kult-Laden, dessen Bekanntheit immer stärker zunimmt und Sterneköche und Gastronomen aus der ganzen Republik anlockt, wird zu klein. Viola Fuchs findet eine Fläche mit mehr als 50 Quadratmetern auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Eppendorfer Baums und zieht um. „Jetzt konnte ich mehr innovative Produkte ins Sortiment aufnehmen und es kamen auch Suppen dazu“, erinnert sich Fuchs, die von Anbeginn aus Überzeugung auf Zusatz- und Konservierungsstoffe verzichtet.


Dass 2012 schließlich eine ganz neue Zeitrechnung für die etablierte VIOLAS’ Markenwelt und den dazu gehörenden Onlineshop anbricht, ist dem Zufall und noch einmal dem stimmigen Bauchgefühl von Mama Fuchs zu verdanken. Als eine Stammkundin ihren Mann zum Gewürze shoppen mitbringt, verguckt sich dieser sofort in die geniale Einfachheit und Skalierbarkeit des Konzepts und macht der Erfinderin ein Angebot. Und Dr. Dirk Nonnenmacher, heute Fuchs’ Geschäftspartner, muss es wissen – er brachte bereits zahlreiche Geschäftsideen im Konsumgüter- und Dienstleistungsbereich auf Lizenz-Erfolgskurs. Beim zweiten Kaffee bestätigt Fuchs Senior die Aufbruchsstimmung ihrer Tochter und nach dem vierten Treffen war dann klar: VIOLAS´ wird zu einem Franchisesystem ausgebaut.

 

Franchisenehmer finden sich schnell. 2013 eröffnet das erste VIOLAS’ im Alstertal Einkaufszentrum und schon in den folgenden Wochen suchen weitere Interessenten nach Flächen. Heute gibt es VIOLAS´ Gewürze & Delikatessen neben Hamburg auch in Stuttgart, Aachen, Düsseldorf, Ravensburg, Berlin, Essen und Münster. Das Duo Fuchs und Nonnenmacher, der im Übrigen nicht mit seinem Namensvetter von der HSH Nordbank verwandt ist, agiert schnell. Nach dem Kennenlernen eines Interessenten und einer Schulung in Hamburg, kann nach ungefähr sechs Wochen eröffnet werden. „Nur das Suchen und Finden geeigneter Immobilien zieht den Prozess in die Länge“, erklärt Nonnenmacher.


Die Kalkulation eines VIOLAS’ Shops sieht nach drei Jahren einen Nettoumsatz von 450 000 Euro vor, sieben Prozent fließen an die Zentrale. Pro Quadratmeter werden bis zu 10.000 Euro erwirtschaftet – ein Spitzenwert im Gewürz- und Delikatessenhandel. Zur Tragfähigkeit des Systems trägt auch der geringe Wareneinsatz bei. Während es sonst rund 52% sind, schlagen die VIOLAS’ Produkte mit nur 45% zu Buche. Doch das Modell VIOLAS´ begeistert nicht nur durch hohe Deckungsbeiträge so viele Menschen, die auf dem Sprung zur Selbstständigkeit sind. VIOLAS’ ist ein großartiges und unkompliziertes Konzept, denn die Ware ist trocken und es ist keine Kühlung der Produkte nötig. Lange Haltbarkeiten minimieren das Risiko.


Das Beste ist allerdings die wortwörtliche Unvergleichbarkeit von VIOLAS’: 70% des Sortiments gibt es nur hier – eine Top-Voraussetzung für eine starke unverwechselbare Marke, deren Produkte konkurrenzlos sind und sich nicht auf Preiskämpfe einlassen müssen. Das Sortiment ist tief und diverse Innovationen sowie immer neue Produkte mit Charakter machen einer breiten Zielgruppe Spaß. Fuchs freut sich über den Erfolg der Partner in ganz Deutschland: „Zwei unserer VIOLAS’ Lizenznehmer haben bereits einen zweiten Laden eröffnet. Noch in diesem Jahr wird ein Dritter einen zweiten Laden eröffnen. Es gibt wohl keine schönere Bestätigung! Es macht mich sehr glücklich, gemeinsam mit anderen, die meine Leidenschaft teilen, erfolgreich zu sein.“


Fuchs ist es wichtig, dass jeder Franchisenehmer eigene Ideen und regionale Besonderheiten seines Geschäfts nutzen und einbringen kann. So werden oftmals lokale Produkte entwickelt. Der Renner in Münster ist beispielweise die Mühle „Salzstraße“, in Aachen ist es die Salzmischung „Fischpüddelchen“ und in Ravensburg die Salzmühle „Mehlsack“, die dem gleichnamigen Turm und Wahrzeichen der Stadt nachempfunden ist. Und nicht selten werden die lokalen Ideen auch überregionale Erfolgsschlager, die in das gesamte Sortiment und den Onlineshop Eingang finden. Die für das Stuttgarter VIOLAS’ entwickelte Mischung „Linsen mit Spätzle und Saitan“ zählt beispielweise in ganz Deutschland zu den Top-30 Verkaufsschlagern. Am Ende ihrer Erfolgsstory ist Viola Fuchs dennoch lange nicht angekommen: „Mein Traum wäre eine VIOLAS´ Filiale auf Mallorca oder in New York“. Für letztgenannte Stadt gab es sogar schon einen Interessenten. Nonnenmacher denkt noch größer: „In zehn Jahren sehe ich 100 VIOLAS’ in diversen Ländern!“

06.07.2015 © VIOLAS'

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