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Die Bedeutung von Work-Life-Balance für Gründer

Strategien zur Arbeitszeitgestaltung für persönliches Wohlbefinden und unternehmerischen Erfolg

Work-Life-Balance ist ein Begriff, der sich in den letzten Jahren in der Arbeitswelt etabliert und an Bedeutung gewonnen hat. Ziel ist es, einen Ausgleich zwischen Arbeitszeit und Freizeit zu schaffen. Viele Arbeitszeitmodelle gehen zu Lasten der Freizeit. Dies betrifft vor allem Schichtarbeit und andere Zeitvorgaben, die sich an starren Mustern orientieren. Gründer sollten bedenken, dass fehlende Freizeit auf Dauer nicht nur gravierende gesundheitliche Folgen haben kann: In Zukunft könnte es schwierig sein, Arbeitskräfte zu finden, die bereit sind, die starren Zeitmodelle anzunehmen. Für den unternehmerischen Erfolg ist es wichtig, neue moderne Strukturen zuzulassen und für eine ausgewogene Work-Life-Balance zu sorgen. Dies ist auf verschiedenen Wegen möglich.

Herausforderungen bei der Erreichung einer Work-Life-Balance für Gründer

Die Schaffung einer ausgewogenen Work-Life-Balance gilt nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Gründer: Geschäftserfolg und persönliches Wohlbefinden stehen zueinander in engem Zusammenhang. Wer zu viel möchte und viele Überstunden macht, riskiert im schlimmsten Falle einen Burnout und das Familienleben kommt zu kurz. Somit ist es wichtig, auch in der Gründungsphase für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit zu sorgen.

Zeitmanagement von Anfang an in den Fokus rücken

Am Anfang der Selbstständigkeit gibt es nicht selten Schwierigkeiten mit dem Zeitmanagement. Es sind Hürden zu überwinden, die nicht immer absehbar waren. Vor allem Einzelunternehmer stehen unter einer hohen psychischen Belastung: Sie kümmern sich um alles selbst und kommen nicht nur zeitlich, sondern auch in den Anforderungen an ihre Grenzen. Mit einem detaillierten Plan für die Gründung und der Definition fester Arbeitszeiten ist es möglich, die speziellen Herausforderungen zu bewältigen.

Spezifische Herausforderungen berücksichtigen

Jede Selbstständigkeit hat eigene Herausforderungen. Diese gilt es zu erkennen und zu berücksichtigen. Bereits in der Gründungsphase sollte klar sein, wie die Arbeitszeit künftig strukturiert sein wird. Eine wichtige Frage ist, ob es bei einem Einzelunternehmen bleibt oder ob die Anstellung von Mitarbeitern geplant ist. 

Einzelunternehmer haben in Bezug auf ihre Arbeitszeiten eine große Freiheit. Diese kehrt sich in dem Moment um, in dem der Gründer in einem zu kurzen Zeitraum zu viel erreichen möchte und dabei auf seine Freizeit verzichtet. Aus diesem Grund ist es wichtig, von Anfang an feste Arbeitszeiten zu definieren. Der Beginn und das Ende der Arbeitszeit kann flexibel an den Bedarf des Kunden angepasst sein. Doch die 40-Stunden-Woche sollte nicht überschritten werden. Ist Arbeit am Wochenende nicht zu vermeiden, sollte diese mit Freizeit unter der Woche ausgeglichen werden.

Ist die Anstellung von Mitarbeitern geplant, sind flexible Arbeitszeitmodelle gefragt. Homeoffice, Gleitzeit oder die Definition einer Vertrauensarbeitszeit werden von Beschäftigten gern angenommen. Dank der Digitalisierung ist es in immer mehr Branchen möglich, derartige Modelle anzubieten. Nach Möglichkeit sollte der Gründer davon Gebrauch machen: Bekommen Arbeitnehmer eine für sie optimale Work-Life-Balance angeboten, sind sie gern bereit, eine hohe Arbeitsleistung zu erbringen.

Hohe psychologische Belastungen vermeiden

Ein optimales Zeitmanagement ist die beste Voraussetzung für das Vermeiden hoher psychologischer Belastungen. Stress ist ein Faktor, der sich schon nach kurzer Zeit negativ auf die Gesundheit auswirken kann. Dies gilt für Gründer ebenso wie für Arbeitnehmer. Der Zeitplan sollte ausreichende Erholungsphasen berücksichtigen. Wenn die Arbeitsaufgaben eine längere Zeit in Anspruch nehmen, muss diese einkalkuliert werden, denn wenn die Gesundheit angeschlagen ist, können im schlimmsten Falle gar keine Aufgaben erledigt werden - dies gilt es also zu berücksichtigen. Eine Orientierung an einer maximalen Arbeitszeit von 40 Stunden sollte für jeden Gründer der Maßstab sein. Auch wenn es gerade am Anfang schwerfällt, die Zeiten einzuhalten: Die Vermeidung von Stress und die psychologische Gesundheit sollten immer im Mittelpunkt stehen.

Strategien zur Arbeitszeitgestaltung

Es gibt verschiedene Strategien für eine Arbeitszeitgestaltung, die ausreichend Freiraum für Erholung, die Ausübung eines Hobbys und das Familienleben lässt. Moderne Arbeitszeitmodelle sehen die Reduzierung der Arbeitszeit auf 35 bis 38 Stunden in der Woche vor. Auch die Vier-Tage-Woche ist in der Diskussion. Die Verkürzung der traditionellen Wochenarbeitszeit von 40 Stunden ist ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Work-Life-Balance. Viele Gründer benötigen diese Zeit in der Anfangsphase, um die hohe Menge der Arbeitsaufgaben zu bewältigen. Wenn diese Phase vorbei ist und sich die Routinen einspielen, ist der richtige Zeitpunkt für eine Verkürzung der Arbeitszeit um zwei bis fünf Stunden gegeben. Erfahrungen zeigen, dass sich viele Aufgaben auch in einem kürzeren Zeitraum bewältigen lassen. Eine reduzierte Wochenarbeitszeit ist ein wichtiges Instrument für den Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit.

Flexible Arbeitszeitmodelle

Hilfreich sind flexible Arbeitszeitmodelle: Tage, die arbeitsreich sind, werden durch andere ausgeglichen, an denen die Stundenzahl reduziert wird. Wenn möglich, sollten Aufgaben an Mitarbeiter oder Geschäftspartner delegiert werden. Im Vordergrund sollte die Einhaltung der festgelegten Wochenarbeitszeit stehen. Werden an einem Tag beispielsweise zwölf Stunden für die Bewältigung der Arbeitsaufgaben benötigt, können diese am nächsten ausgeglichen werden, indem der Arbeitstag nach vier Stunden beendet ist.

Homeoffice-Option einräumen

Dank der Digitalisierung ist es in vielen Bereichen möglich, im Homeoffice zu arbeiten. Diese Option sollten Gründer für sich nutzen. Aber auch die Angestellten können das Angebot erhalten, mehrere Tage in der Woche von zu Hause aus zu arbeiten. Die Vorteile sind deutlich: Der Arbeitsweg fällt weg, was der Freizeit zugute kommt. Immer mehr Menschen schätzen die Ruhe am Schreibtisch in der eigenen Wohnung. Wer gern unter Menschen ist, geht häufiger ins Büro als der Kollege, der lieber für sich arbeitet. Wenn sich zwei oder drei Mitarbeiter einen Arbeitsplatz teilen, können sie frei entscheiden, wer im Büro und wer zu Hause arbeitet. Diese Freiheiten reduzieren die Arbeitsleistungen nicht, bieten den Beschäftigten aber die Gelegenheit, ihren Arbeitstag selbst mitzubestimmen. Dies hebt die Motivation und sorgt für einen guten Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit.

Gleitzeit und Vertrauensarbeitszeit

Wenn eine Anwesenheit im Unternehmen erforderlich ist, können Arbeitszeitmodelle auf der Basis von Gleitzeit oder einer Vertrauensarbeitszeit definiert werden. Bei der Gleitzeit bestimmt der Arbeitnehmer, wann er seine Arbeit beginnt und beendet. Der Arbeitgeber definiert Kernarbeitszeiten, zu denen jemand vor Ort anwesend sein muss. Außerhalb dieser Kernarbeitszeit entscheidet der Arbeitnehmer relativ frei, wie er seinen Arbeitstag gestalten möchte.

Die Vertrauensarbeitszeit geht noch einen Schritt weiter. Besonders zuverlässige Mitarbeiter werden in ihrer Arbeitszeit gar nicht mehr überprüft. Sie erledigen ihre Aufgaben zuverlässig nach ihrem eigenen Rhythmus.

Arbeit mit Deadlines

Einzelaufträge oder Projekte können ohne die Definition einer Arbeitszeit an Deadlines gebunden sein. Es gibt einen festen Termin, an dem der Auftrag fertig sein muss. Dieses Modell bietet absolute Freiheit, aber auch die Gefahr, dass mit der Arbeit zu spät begonnen wird. Erfahrene Gründer können mit diesem Modell aber sehr gut arbeiten.

Moderne Technologien für das Zeitmanagement

Es gibt Technologien für das Zeitmanagement, die tatsächlich gearbeitete Stunden sammeln und darauf die Wochenarbeitszeit berechnen. Vor allem in der Anfangsphase ist es wertvoll, digitale Hilfen, wie digitale Schichtplaner zu nutzen. Gründern ist es oftmals gar nicht bewusst, wie viel sie tatsächlich arbeiten. Ein Zeitplaner zeigt das Arbeitspensum auf und bietet die Möglichkeit, mehr Struktur in einen Tag zu bringen.

Maßnahmen zur Förderung des persönlichen Wohlbefindens

Während der Gründung, aber auch in der täglichen Arbeitsroutine sollte das persönliche Wohlbefinden einen hohen Stellenwert einnehmen. Bewusste Auszeiten sind auch unter der Woche wichtig. Sport, der Aufenthalt in der Natur und das Nachgehen von Hobbys dürfen nicht vernachlässigt werden. Nur mit einer guten mentalen Gesundheit ist es möglich, die Herausforderungen der Gründung zu bewältigen.

Auszeiten während der Arbeitszeit

In den flexiblen Arbeitszeitmodellen ist es möglich, auch tagsüber eine Auszeit zu nehmen. So bieten Unternehmen Zugang zu Fitnessgeräten an, die während der Arbeitszeit kostenlos zur Nutzung bereitstehen. Die Arbeitszeit kann für einen Spaziergang für eine Stunde unterbrochen werden. Es gibt in größeren Unternehmen gemütliche Aufenthaltsräume zum Lesen und Entspannen. Kurze Auszeiten, auch für einen Zeitraum von 20 Minuten, können kleine Wunder bewirken. Dies erkennen immer mehr Arbeitgeber und bieten entsprechende Möglichkeiten an.

Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit

Arbeitgeber haben verschiedene Optionen, Hobbys und Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu fördern. Dazu gehört beispielsweise das Leasingrad, das Gründer auch für sich selbst in Anspruch nehmen können: Das Unternehmen finanziert seinen Mitarbeitern ein Fahrrad. Die Kosten werden durch einen Leasingvertrag abgedeckt. Der Arbeitnehmer spart Steuern und bekommt das Rad somit günstiger. Diese Option wird gern genutzt, um kostenintensive Fahrräder wie E-Bikes zu kaufen. Auch Abos für das Fitnessstudio, für Sportkurse oder verbilligte Fahrkarten für den ÖPNV sind Maßnahmen, mit denen der Arbeitgeber Gesundheit und Freizeitgestaltung unterstützen kann.

Implementierung einer unternehmerfreundlichen Work-Life-Balance

Steht eine gute Work-Life-Balance von Anfang an im Mittelpunkt der Bemühungen, profitiert nicht nur der Gründer, sondern auch die Mitarbeiter. Die bereits genannten modernen Arbeitszeitmodelle schaffen ein gutes Klima und sorgen für einen Ausgleich zwischen Berufstätigkeit und Freizeit. Wenn möglich, sollte auf die Bedürfnisse der Beschäftigten geachtet werden: 

Wird ein langer Arbeitsweg in Kauf genommen?

Hat der Beschäftigte eine Familie?

Gibt es gesundheitliche Einschränkungen, auf die der Arbeitgeber Rücksicht nehmen sollte? 

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es wichtig, den Beschäftigten in Bezug auf Arbeitszeiten und Freizeitausgleich entgegenzukommen. Wer flexibel arbeiten darf, wird es mit einer hohen Arbeitsleistung danken und dem Unternehmen die Treue halten.

Fazit und Ausblick

Die Gründung eines Unternehmens muss nicht zwingend mit Stress und Überforderung verbunden sein. Mit einem intelligenten Zeitmanagement, der Definition flexibler Arbeitszeiten und der peniblen Einhaltung der Wochenarbeitszeit ist es möglich, ein hohes Arbeitspensum bei Einhaltung einer guten Work-Life-Balance zu bewältigen.


Foto von Brad Neathery auf Unsplash

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