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5 HR-Trends, die Franchisenehmer beachten sollten

Ein Franchise-Betrieb baut in vielen Belangen auf die Unterstützung des jeweiligen Franchisegebers. Das ist auch gut so, denn darin liegt der Sinn dieses Systems. Doch so hilfreich Leitlinien und Handbücher sind – dennoch gibt es Bereiche, in denen die Eigenverantwortung zählt. So etwa im Umgang mit dem eigenen Personal. 

Mitarbeitersuche, -motivation und -bindung sind Themen, die ein selbstständiger Unternehmer trotz Franchise-Konzept immer selbst im Auge behalten sollte. Denn am Ende sind es die eigenen Arbeitskräfte, die davon betroffen sind. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit den aktuellen HR-Trends und gibt Tipps, wie ein Franchise-Unternehmen Vorteile daraus ziehen kann. 

1. Hybrides Arbeiten: Zwischen Home-Office und Arbeitsstätte

Viele klassische Franchise-Konzepte sind zwar im Einzelhandel oder Dienstleistungssektor zu finden – wo meist ein Geschäftslokal notwendig ist – doch in anderen Bereichen ist in den letzten beiden Jahren Home-Office zur Normalität geworden

Während einige es kaum erwarten können, endlich wieder ins Büro zurückzukehren, schätzen andere inzwischen das mobile und dezentrale Arbeitsmodell und wollen nicht mehr von Montag bis Freitag am Arbeitsplatz sitzen. Home-Office gänzlich aus dem Alltag zu streichen, wird daher in Zukunft kaum möglich sein – oder zumindest für lange Gesichter und schlechte Stimmung sorgen.

Die bessere Lösung: zusammen mit dem Team ein funktionierendes Home-Office-System für die Zukunft erarbeiten, das auf gegenseitigem Vertrauen basiert. Unbedingt wichtig ist dabei eine gute Kommunikationsstrategie, damit sich Mitarbeiter weder komplett alleingelassen noch ständig überwacht fühlen. 

2. Wohlfühl-Kultur am Arbeitsplatz

Die körperliche und psychische Gesundheit der Mitarbeiter gewinnt immer mehr an Stellenwert. Maßnahmen für das Wohlbefinden sind daher beinahe schon ein Pflichtprogramm für jeden guten Arbeitgeber. Denn Arbeitskräfte, die sich wohlfühlen, sind produktiver und erbringen am Ende des Tages mehr und hochwertige Leistung. 

Je nach Branche und Größe des eigenen Franchise-Betriebs können die passenden Maßnahmen sehr unterschiedlich ausfallen. Wichtig ist jedenfalls, dass alle Mitarbeiter davon profitieren. Einige Beispiele und Ideen: 

  • regelmäßig Zeit für persönliche und vertrauliche Gespräche schaffen 
  • Stressbewältigung, Konfliktmanagement und Resilienz in Workshops trainieren 
  • in klassischen Büros: höhenverstellbare Arbeitsplätze für mehr Bewegung am Schreibtisch anschaffen 
  • in Produktions- oder Dienstleistungsbetrieben: ergonomische Arbeitsstationen mit hochwertiger Ausstattung einrichten 
  • gesunde Ernährung, Sportprogramme oder medizinische Betreuung anbieten 

Professionelle Franchisegeber bieten ihren Partnern hier Unterstützung an. Dies vor allem, da unzufriedene Mitarbeiter natürlich auf das System als Ganzes zurückfallen, wenn diese ihre Meinung über diverse Online-Plattformen kundtun. Häufig sind also bereits Arbeitgeber-Leitlinien vorhanden oder es werden entsprechende Schulungen angeboten. 

3. Individuelle Arbeitszeitmodelle

Ein Franchise-System beruht zwar grundsätzlich auf einem einheitlichen Konzept, das vom Franchisenehmer übernommen wird. Trotzdem darf im modernen Personalmanagement Individualität Einzug halten. In einem professionellen System sollte diese unternehmerische Freiheit immer gegeben sein. 

Denn jeder Mensch hat einen anderen Lebensrhythmus: 

  • Manche arbeiten besser in den frühen Morgenstunden, manche blühen erst abends richtig auf. 
  • Einige wollen mehr Zeit für die Familie, andere ihr Hobby oder ein Studium unterbringen. 
  • Wieder andere arbeiten vielleicht gerne am Wochenende und wollen dafür wochentags mehr Freizeit. 

Wenn sich flexibel angepasste Arbeitszeiten mit dem Franchise-Modell vereinbaren lassen, dann lohnt es sich, darauf Rücksicht zu nehmen – frei nach dem Leitsatz: Arbeitsleistung vor Arbeitszeit. Diese Maßnahme sorgt nahezu automatisch für eine höhere Mitarbeiterbindung, indem die Arbeitsgestaltung mit dem Privatleben harmoniert. 

4. Recruiting wird auf den Kopf gestellt

Junge Arbeitskräfte der Generation Y und Z – die sogenannten Digital Natives – stellen gemeinsam inzwischen einen großen Teil des Arbeitsmarktes. Damit einher gehen neue Recruiting-Methoden, um diese Zielgruppe optimal zu erreichen. Denn die standardmäßige Stellenanzeige reicht dazu nicht mehr aus. 

Je nach Franchise-System gibt es zwei Möglichkeiten: 

Vom System profitieren

Viele große Franchisegeber haben bereits gut funktionierende Online-Bewerberportale entwickelt. In diesem Fall ist es für einzelne Unternehmer sinnvoll, dort ihre Daten einzugeben und so von der Reichweite und Präsenz des Großbetriebs zu profitieren. Das bedeutet gleichzeitig auch Einheitlichkeit über alle zugehörigen Betriebe hinweg, was die Employer Brand stärkt

Je intuitiver und einfacher diese Portale funktionieren, desto besser werden sie bei den jungen Talenten ankommen. Besonders moderne Tools können sogar bereits per KI-Unterstützung eingehende Bewerbungen analysieren und vorsortieren, um die am besten geeigneten Kandidaten auszusuchen. 

Eigenständig Wege finden

Was aber tun, wenn im eigenen System maximal Logo und Firmenschrift vorgegeben sind und alles andere selbst auf die Beine gestellt werden muss? Gerade für kleine Betriebe lohnt sich eine umfangreiche Software fürs Bewerbermanagement schließlich nicht. Dann zählt vor allem, die eigene Zielgruppe zu kennen: 

  • In welcher Lebenssituation befinden sich potenzielle Bewerber? 
  • In welchen sozialen Medien sind sie unterwegs? 
  • Welche Kontaktwege nutzen sie? 

Nur mit diesen Informationen kann der ideale Ablauf für den Bewerbungsprozess etabliert werden. Ob aktives Recruiting auf XING, LinkedIn und Co., Mund-zu-Mund-Propaganda oder Stellenanzeigen auf spezialisierten Branchen-Portalen – die Hauptsache ist, dass damit die richtigen Leute erreicht werden. 

5. New Leadership und individuelle Entwicklung

Für junge Arbeitskräfte sind heute eine sinnstiftende Tätigkeit und persönliche Entfaltung im Berufsleben wichtiger denn je. Das erfordert allerdings einen neuen Zugang zur Mitarbeiterführung. Leitlinien von oben sind zwar hilfreiche Anhaltspunkte, müssen aber in Bezug auf die eigene Belegschaft hinterfragt, bewertet und umgesetzt werden. 

Franchisenehmer müssen also ihr Team samt Einstellungen und Wünschen kennen, Vertrauen aufbauen und auf Augenhöhe kommunizieren. Daraus entwickeln sich maßgeschneiderte Weiterbildungen, Entwicklungen und Karrierepfade. Und nicht zuletzt braucht es eine positive Unternehmenskultur: Wer selbst mit Begeisterung dabei ist, wird sein Team ebenfalls für die eigene Sache begeistern können. 

Fazit: Mehr Individualität in allen Bereichen

Auf einen Blick könnte man aktuelle HR-Trends unter dem Stichwort „Individualität“ zusammenfassen. Zugegeben: Das ist gerade im Franchise-Bereich manchmal schwierig, schließlich möchte der Franchisegeber ein möglichst einheitliches Konzept quer über alle zugehörigen Betriebe erreichen. 

Doch in punkto Personalmanagement ist es heute wichtiger, flexibel zu sein, ein modernes und individuelles Wohlfühlklima zu schaffen und dem eigenen Team auf Augenhöhe entgegenzukommen. Nur so bleiben Mitarbeiter gerne und langfristig im Betrieb – was am Ende auch dem Image des gesamten Systems zugute kommt.


Photo by Brooke Cagle on Unsplash

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