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Interviews aus dem Franchising

PUMA - Nachhaltigkeit als übergeordnetes Ziel!

PUMA wurde 1948 in Herzogenaurach gegründet und ist heute eines der weltweit führenden Sportlifestyle-Unternehmen, das Schuhe, Textilien und Accessoires designed und entwickelt. Zur PUMAGruppe gehören die Marken PUMA, Cobra Golf und Tretorn. Das Unternehmen vertreibt seine Produkte in über 120 Ländern und beschäftigt weltweit mehr als 9.000 Mitarbeiter. PUMA vergibt Lizenzen für Uhren, Brillen, Düfte, Sicherheitsschuhe, Fahrräder und Mobiltelefone und setzt sich dafür ein, Kreativität zu fördern, umwelt- und sozialverträglich zu handeln und zum Frieden beizutragen.

 

Lesen Sie im folgenden Interview mit Dr. Reiner Hengstmann, Global Director puma.safe Supply Chain und Frau Prof. Bellone mehr über die beeindruckenden, nachhaltigen Massnahmen der Unternehmung.

 

Veronika Bellone: Ein strategisches Ziel von PUMA ist, „das nachhaltigste Sportlifestyle-Unternehmen der Welt “ zu sein. Wie haben Sie diese Zieldefinition „Nachhaltigkeit“ im Rahmen der Verantwortlichkeiten und in der Unternehmensorganisation gelöst?

Dr. Reiner Hengstmann: Wir haben bereits 1999 damit begonnen, Standards im Bereich des Umweltschutzes zu setzen und Verantwortung für unsere Lieferkette zu übernehmen. Die PUMAVision definiert für unser Unternehmen, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unsere Anteilseigner und all unsere Partner die sogenannten „4Keys“, das heißt die vier Schlüsselwerte fair, ehrlich, positiv und kreativ. Wir richten unser Denken, unser Handeln, unsere Entscheidungen und unsere Prozesse an diesen Werten aus. Dazu fragen wir uns immer wieder selbst, ob wir immer fair, ehrlich, positiv und kreativ vorgehen. Die Umsetzung der PUMAVision an all unseren Standorten in den verschiedenen Ländern der Erde bedeutet, dass wir die „4Keys“ jeden Tag und bei allem, was wir tun, konsequent leben.


Veronika Bellone: PUMA hat sich verpflichtet, regelmässig und transparent über die Nachhaltigkeitsaktivitäten zu berichten – insbesondere bezogen auf die Lieferantenkette In welchem Rahmen findet das statt?

Dr. Reiner Hengstmann: Nachhaltigkeitsberichterstattung in der Lieferantenkette ist ein Schlüsselelement in unserer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie. Nur mit einer transparenten Lieferantenkette können wir nachhaltige Produkte produzieren und glaubwürdig über PUMAs eigene Nachhaltigkeitsinitiativen berichten. Im Rahmen der GANTSCh-Initiative (Global Action Network for Transparency in the Supply Chain) stellen wir sicher, dass unsere Zulieferer PUMAs Nachhaltigkeitskonzept unterstützen und entsprechende Maßnahmen und Programme in ihren Betrieben umsetzen.

In Zusammenarbeit mit der Global Reporting Initiative (GRI) und der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) haben wir bereits 2006 erfolgreich das Pilotprojekt „Nachhaltigkeit in der Lieferantenkette“ durchgeführt, bei dem drei südafrikanische Hauptlieferanten von PUMA bei der Erstellung eines eigenen Nachhaltigkeitsberichtes unterstützt wurden. Die teilnehmenden Hersteller berichteten, dass sie durch die von Experten durchgeführten Trainings ein größeres Verständnis für Nachhaltigkeitskonzepte gewinnen konnten. So wurden die Teilnehmer unter anderem in der Messung von Nachhaltigkeit anhand von Schlüsselkennzahlen sowie in der Erfassung und Berichterstattung von Energieverbrauch, Müllerzeugung und Arbeitsunfällen geschult. Die teilnehmenden Zulieferer sind aufgrund der Trainingsmaßnahmen in der Lage, Verbraucherbedürfnisse beim Thema Nachhaltigkeit besser zu verstehen, wodurch sie ihre Reputation verbessern und einen Wettbewerbsvorteil erzielen können.

Wir haben jetzt unsere Kooperation ausgebaut und haben mit 20 Hauptlieferanten in Südostasien und anderen Beschaffungsländern die Erstellung von eigenen Nachhaltigkeitsberichten ab 2011 vereinbart. Mit dem Projekt verfolgen wir das Ziel, die Transparenz innerhalb unserer Lieferantenkette nochmals zu erhöhen und Arbeits- und Sozialstandards zu verbessern, indem das Fabrik-Management durch Schulungen für Schwachstellen im Betrieb sensibilisiert und in die Lage versetzt wird, eigenständig Korrekturmaßnahmen zu ergreifen.


Veronika Bellone: Wie zeigt sich das nachhaltige Engagement von PUMA in den Stores, im Vertriebskonzept? Welche Massnahmen ergreifen Sie dort im Rahmen der oben genannten Zielsetzung?

Dr. Reiner Hengstmann: Bis 2015 wollen wir in allen PUMA-Niederlassungen, den Stores und Lagern weltweit die CO2-Emissionen, den Energie- und Materialverbrauch sowie Abfallmengen um 25 Prozent reduzieren. Wenn wir bedenken, dass ein Drittel des Hausmülls Verpackungsmaterial darstellt, dann zeigt sich, wie wichtig es ist, neue Verpackungskonzepte zu entwickeln. Wir haben dafür zum Beispiel von dem Industriedesigner Yves Béhar eine Alternative zum traditionellen Schuhkarton entwickeln lassen: die „Clever Little Bag“, eine wieder verwendbare Schuhtasche, die ab Herbst 2011 in den Handel kommt. Der Einsatz dieser neuen Tasche hat eine imposante Zahlenkette zur Folge: der Papierverbrauch wird um 65 Prozent im Jahr reduziert. Das entspricht einer Einsparung von c. 8‘500 Tonnen Papier, 20 Mio. Megajoule Elektrizität, einer Mio. Liter Kraftstoff und einer Mio. Liter Wasser. Während des Transports werden somit 500‘000 Liter Kraftstoff und durch den Verzicht auf traditionelle Plastiktüten 275 Tonnen Plastik gespart!


Veronika Bellone: PUMA ist in vielen ökologischen, sozialen und gesellschaftlichen Projekten rund um den Globus engagiert. Im Jahr der Biodiversität treten Sie unter anderem für aussterbende Tierarten in Afrika ein. Überhaupt ist Ihr Engagement in Afrika seit Jahren sehr gross. Sie rüsten aktuell 13 afrikanische Nationalmannschaften aus. Gibt es dafür besondere Hintergründe?

Dr. Reiner Hengstmann: Jochen Zeitz, Vorstandsvorsitzender von PUMA, ist seit Jahren in Afrika engagiert und hat den Kontinent aus den verschiedensten Perspektiven kennengelernt. Seine persönliche Vorliebe für Afrika macht sicher einen Teil des Engagements für die vielfältigen Projekte aus.


Veronika Bellone: Danke für das interessante Gespräch. Ich freue mich, in nächster Zeit über weitere, nachhaltige Projekte von PUMA berichten zu dürfen.

 

Dieses Interview hat Frau Prof. Bellone im Rahmen ihrer Green-Franchising-Initiative geführt.

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© Bellone FRANCHISE CONSULTING GmbH, Juli 2010

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