12.07.2016

Finetrading als bankenunabhängige Finanzierungsalternative für Franchisegeber Mit starken Partnern gemeinsam zum Ziel

Franchising boomt in Deutschland! Laut dem Franchise-Ratgeber1 zählt die Bundesrepublik mit rund 950 Franchisesystemen und gut 117.768 Franchisenehmern zu den europäischen Ländern mit der größten Dichte an Franchisebetrieben, dicht gefolgt von Großbritannien und Frankreich. Für den Franchisenehmer liegen die Vorteile klar auf der Hand: Er befördert sich nicht nur von jetzt auf gleich zum Chef, sondern profitiert auch von einer starken Wettbewerbsposition und den Einkaufsvorteilen, die ihm sein Franchisegeber einräumt. So zumindest ist es Gang und Gäbe bei Fisherman´s Partner, Europas größtem Franchisegeber für Angelgeräte und Co. Hans-Jürgen Gäbler ist Geschäftsführer und geht für jeden einzelnen seiner 60 Fachmärkte, die er im Franchise-System betreibt, beim Wareneinkauf in Vorleistung. Mit der WCF Finetrading GmbH hat er genau den richtigen Partner an seiner Seite, um die hohe Vorfinanzierung stemmen zu können.

„Bei uns herrscht vor allem zwischen November und Februar Hochkonjunktur. In dieser Zeit erfolgt der Einkauf des Angelbedarfs für all unsere 60 Fachmärkte, die wir im Franchise-System betreiben. Pünktlich zum Saisonstart können sich die Kunden dann mit Allem, was für einen erfolgreichen Angelausflug benötigt wird, in unseren Läden eindecken“, erklärt Hans-Jürgen Gäbler, der 1995 in Parsberg bei München seinen ersten Fachmarkt für Angelbedarf eröffnet hat. Heute beschäftigt sein Unternehmen im Franchise-Betrieb über 200 Mitarbeiter, erwirtschaftete im Jahr 2014 einen Gruppenumsatz von 25 Millionen Euro und ist in acht Ländern vertreten.


Die Zeit von November bis Februar ist für Hans-Jürgen Gäbler nicht nur besonders arbeits-, sondern auch sehr kapitalintensiv. „Als Großhändler gehe ich für all meine Franchise-Partner in Vorleistung, der Finanzierungsbedarf ist also entsprechend hoch.“ Normalerweise realisiert Hans-Jürgen Gäbler seine Projekte mithilfe von Eigenkapital und ganzjährigen Kreditlinien – den Großteil seines Wareneinkaufs wickelt er aber seit 2014 über Finetrading ab.

Finetrading beim Wareneinkauf basiert auf einer Dreiecksbeziehung: Zwischen Abnehmer und Lieferant schaltet sich ein Zwischenhändler, der Finetrader.

Diese noch vergleichsweise junge Finanzierungsalternative verfolgt das Ziel, mittelständischen Unternehmen ungenutzten Skonto zugänglich zu machen und Liquidität freizusetzen. Das Münchner Unternehmen WCF Finetrading hat diese Dienstleistung 2003 ins Leben gerufen und bietet seinen Kunden heutzutage die Möglichkeit, Einkaufslinien ab einem Volumen von 250.000 Euro bis zu zweistelligen Millionenbeträgen zu realisieren. Bis heute haben bereits 2.000 Unternehmen in Deutschland Finetrading als Ergänzung zur klassischen Finanzierung genutzt. Bedient werden dabei fast alle Branchen, einzige Voraussetzung ist, dass die Ware handelbar ist. Besonders geeignet ist Finetrading allerdings für all die Unternehmen, die mit einer hohen bzw. langen Vorfinanzierung zu kämpfen haben. „Durch schnell und flexibel bereitgestellte Einkaufslinien lassen sich saisonale Einkaufsspitzen auffangen und der Kunde kann von Skonti oder Winterrabatten profitieren und beispielsweise antizyklisch größere Volumina einkaufen. Man könnte also sagen, Finetrading ist ein Einkaufsmöglichmacher. Durch das verlängerte Zahlungsziel können Handelsunternehmen unter Umständen bereits mit ihren Waren am Markt auftreten, bevor ihre Einkäufe fällig gestellt werden“, erklärt Clemens Wagner, Direktor Beratung beim Marktführer WCF Finetrading.

Finetrader fungiert als Zwischenhändler

Finetrading basiert auf einer Dreiecksbeziehung: Zwischen Abnehmer und Lieferant schaltet sich ein Zwischenhändler, der Finetrader. „Nachdem sich die beiden Parteien handelseinig sind, tritt die WCF Finetrading GmbH als neuer Debitor auf und erwirbt die Ware gemäß Kundenauftrag. Während diese direkt an den Abnehmer geliefert wird, wird die Rechnung innerhalb der skontierfähigen Frist von WCF bezahlt. Der Lieferant profitiert vom unmittelbaren Zahlungseingang“, so Clemens Wagner. Mit dem Abnehmer vereinbart der Finetrader ein Zahlungsziel von bis zu 120 Tagen. „Durch die viermonatige Zeitspanne haben meine Franchisepartner und ich genügend Spielraum, um unseren Angelbedarf an den Mann bzw. an die Frau zu bringen, bevor unsere Rechnung bei WCF beglichen werden muss."


Die Kosten für den Einsatz von Finetrading richten sich nach der Höhe des Skontos, der Art der Ware, dem jährlichen Einkaufsvolumen, der Bonität des Unternehmens, der Bestellhäufigkeit und der in Anspruch genommenen Nutzungsdauer. Die tatsächlichen Kosten steuert der Kunde durch den Zeitpunkt der Rückzahlung – je kürzer die Laufzeit, desto geringer die Kosten.

Keine zusätzlichen Unterlagen für Finetrading-Anfrage nötig

„Wir bewerten zunächst die Bonität des Unternehmens anhand der jüngsten testierten Jahresabschlüsse, der aktuellen betriebswirtschaftlichen Auswertungen, eines aktuellen Bankenspiegels und der Planzahlen. Parallel dazu bewerten wir auch die Werthaltigkeit der über uns gehandelten Waren. An dieser Stelle wird zudem eine Warenkreditversicherung eingebunden, die zugleich die Limit-Obergrenze für einen Bestellzyklus darstellt“, erklärt Wagner die Vorgehensweise. Im Schnitt steht bereits nach zehn Werktagen ein Einkaufslimit zur Verfügung.

„Fest im Finanzierungsmix verankert“

Gut zwei Jahre nutzt Fisherman’s Partner nun Finetrading zur Wareneinkaufsfinanzierung: „Unsere Handlungsspielräume haben sich definitiv erweitert“, berichtet Geschäftsführer Gäbler. Deswegen ist Finetrading als Liquiditätswerkzeug auch in den nächsten Jahren in unserem Finanzierungsmix fest verankert“. Auch die Position gegenüber den Lieferanten von Fisherman's Partner hat sich durch den Einsatz von Finetrading beim Wareneinkauf deutlich verbessert. „Wir können mit dem Lieferanten ganz anders verhandeln und profitieren vom Skonto. Unser Lieferant hat in spätestens zehn Tagen sein Geld und ist natürlich auch zufrieden“.


Neben der Möglichkeit Wareneinkäufe zu tätigen, ist Finetrading auch ein ideales Mittel zur Lagerfinanzierung.

Finetrading reduziert auch Kapitalbindung bei Lagerhaltung

Neben der Möglichkeit Wareneinkäufe zu tätigen, ist Finetrading auch ein ideales Mittel zur Lagerfinanzierung. Und auch das könnte perspektivisch für Geschäftsführer Gäbler interessant sein. Als Franchisegeber ist der Lagerbedarf von Fisherman’s Partner hoch und bindet demzufolge Kapital, denn die Rechnung kann Gäbler erst stellen, wenn die 60 Franchisepartner ihre Ware entnehmen. Auch hier bietet sich WCF als finanzstarker Zwischenhändler an: In der Regel sendet der Abnehmer eine Bestellung an den Zwischenhändler, der die bestellte Ware beim Lieferanten einkauft und die Rechnung innerhalb von sieben Banktagen bezahlt. Der Lieferant liefert die Ware direkt in das Konsignationslager, welches beim Kunden oder beim Lieferanten angesiedelt sein kann.

Verbesserung des Ratings

Für den Abnehmer bedeutet „Finetrading für Konsignationslager“ also eine 100-prozentige Versorgungssicherheit bei gleichzeitig geringer Kapitalbindung. Neben dem Abnehmer profitiert aber auch der Lieferant durch die sofortige Bezahlung seiner Rechnungen. „Durch das Outsourcen der Lagerbestände können unsere Kunden gegebenenfalls sogar ihre Bilanz und Kennzahlen verbessern, wie etwa die Eigenkapitalquote. Dadurch könnte sich das Rating verbessern, was wiederum den Zugang zu Fremdkapital erleichtern würde,“ erklärt Clemens Wagner von WCF Finetrading.

1 Herausgegeben vom Deutschen Franchise-Verband

Glossar

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