05.04.2017

Vor der Franchise-Gründung: Beschäftigen Sie sich mit sich selbst!

Sie wollen sich selbstständig machen. Unabhängig davon, ob Sie eine eigene Idee verwirklichen wollen oder sich für eine Partnerschaft in einem Franchisesystem entscheiden: der Schritt in die Selbständigkeit sollte gerade im Vorfeld sehr gut überlegt sein.

Auf der einen Seite ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Person, den individuellen Fähigkeiten, Neigungen und den Erwartungen an die berufliche Zukunft außerordentlich wichtig. Zum anderen sollte das Konzept zu 100 % auf Ihre Person und die Lebenssituation passen, die notwendigen Investitionen müssen finanzierbar sein, sowie die Erwartungen an die Verdienstmöglichkeiten realistisch eingeschätzt werden.

Seien Sie ehrlich zu sich selbst: Was sind Ihre Stärken und Schwächen?

Bringen Sie alles zu Papier. Analysieren Sie Ihre Gründungsmotivation. Nehmen Sie dazu z. B. eine SWOT-Analyse-Vorlage und belügen Sie sich nicht selbst. Stellen Sie Ihr Wunschdenken hinten an und seien Sie realistisch in Ihrer Beurteilung.

Hierbei helfen Ihnen kritische Fragen wie diese:

  • Gründen Sie aus der Arbeitslosigkeit oder droht Ihnen diese?
  • Hatten Sie schon immer den unbändigen Wunsch selbstständig zu sein?
  • Suchen Sie nach einer neuen beruflichen Perspektive?
  • Wäre die Selbstständigkeit eher das zweite Standbein für Sie?
  • Stehen rein finanzielle oder persönliche Gründe im Vordergrund?

 

 

Meist erhalten Sie vom Franchisegeber einen Fragebogen zur eigenen Einschätzung Ihrer Kenntnisse, Fähigkeiten und des persönlichen und finanziellen Hintergrundes, der zur Vorbereitung der ersten Gespräche dient. Analysieren Sie darüber hinaus sich selbst und bedienen sich dabei z.B. einer Liste, in der sie Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse auf einer Skala von 1 bis 10 bewerten. Gleichen Sie diese mit den Anforderungen, die der Franchisegeber an Sie stellt, ab, hinsichtlich Ihrer:

  • Managementerfahrung
  • Kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen Kenntnisse
  • Vertriebserfahrung
  • Mitarbeiterführungspotential
  • Fachlichen Kenntnisse in der gewählten Branche
  • Finanziellen Ressourcen

Beziehen Sie andere in die Beurteilung Ihrer Person mit ein. Häufig ist die Eigensicht eine andere, wie die von außen wahrgenommene. Sprechen Sie in Ihrem Umfeld mit Personen, die bereits selbstständig sind über die Schwierigkeiten in der Entscheidungsfindungs- und Anlaufphase und wie sie diese gemeistert haben. Sollten Sie die Erlebnisse der anderen bereits abschrecken, Angst machen oder Ihnen ein Gefühl der Unsicherheit geben, überdenken Sie ihr Vorhaben noch gründlicher.

Die Partnerschaft in einem Franchisesystem kann Ihnen jedoch auch das Gefühl der Sicherheit vermitteln, nicht allein gelassen zu werden, Mitstreiter zu haben und sich an den Erfolgreichen zu orientieren.

Und… hören Sie auf Ihr „Bauchgefühl“! Wenn Sie nicht 100% überzeugt sind, den richtigen Schritt zu gehen und sicher zu sein, dass Sie es schaffen, lassen Sie es sein. Die Entscheidung für die Selbstständigkeit verzeiht keine Kompromisse. Wenn Sie eine Weile selbstständig waren und scheitern, hält i.d.R. der Arbeitsmarkt keine „Rückfahrkarte“ für Sie bereit. Meist ist es für zuvor Selbstständige auch eher schwierig sich wieder in eine mittelständige Firma oder einen Konzern ein- und unterordnen zu müssen.

Sind Sie wirklich ein Teamplayer?

Sie haben entschieden, sich nicht alleine, sondern mit einem Franchisesystem selbstständig zu machen und wollen die Vorteile dieses Partnerschaftssystems für sich gewinnbringend nutzen. Dies bedeutet aber auch, dass Sie ein gewisses Maß an Anpassungsfähigkeit und Teambewusstsein mitbringen müssen, und vor allem auch Freude daran haben sollten.

Sind Sie eher ein Einzelkämpfer und wollen Ihre eigenen Ideen umsetzen, werden Sie wohl in einem Franchisesystem nicht glücklich. Fragen Sie sich, ob Sie gerne mit Menschen zusammen sind, offen kommunizieren und Kritik eher als Herausforderung sehen.

  • Neigen Sie eher zu einem autoritären Führungsstil oder ziehen Sie flache Hierarchien vor?
  • Liegen Ihre Stärken eher im analytischen Bereich oder sehen Sie sich als den expressiven Umsetzer von bereits vorgedachten Ideen?
  • Sind Sie bereit eigene Ideen zur Verbesserung des Systems und der Gemeinschaft der Partner einzubringen?
  • Neiden Sie anderen ihren Erfolg oder sehen Sie dies eher als Herausforderung und Ansporn die eigenen Ziele zu erreichen?

Wann Franchising keine Option für Sie ist

Sind Sie ein introvertierter Sicherheitsdenker ist die Selbstständigkeit generell und auch in einem Franchisesystem sicher nicht die richtige Wahl für Sie. Meist sind gute Vertriebs- und Kommunikationsfähigkeiten Voraussetzung, um sich erfolgreich in einem Markt, der in jeder Branche von Wettbewerb geprägt ist, zu etablieren. Zudem ist eine gehörige Portion an Risikobereitschaft erforderlich.

Führen Sie einen Persönlichkeitstest, z.B. INSIGHT’s oder ACES, durch und lassen Sie sich von einem erfahrenen Coach beraten. In jedem Fall sollte die Entscheidung für Ihre Selbstständigkeit nicht die zweite Wahl sein, nur weil, z. B. aufgrund fortgeschrittenen Alters oder anderer Faktoren eine Festanstellung schwierig ist.

Darüber hinaus sollten Ihre Familie oder Partner(in) hinter Ihrer Entscheidung stehen, Ihnen den Rücken stärken und diese unterstützen. Die Selbstständigkeit erfordert einen hohen Zeiteinsatz, der meist weit über eine „normale“ Angestelltenarbeitszeit hinausgeht. Häufig ist gerade die Anfangsphase sehr stark emotional belastend und der zeitliche wie finanzielle Druck sehr hoch. Je nach System, Investment und Anlaufzeit benötigen Sie Durchhaltevermögen, damit Sie dem erhöhten zeitlichen und finanziellen Aufwand physisch und psychisch gewachsen sind.

Hierzu bedarf es der Unterstützung durch Ihr soziales Umfeld. Beziehen Sie daher von Beginn an die Menschen in Ihre Entscheidungsphase mit ein, die Ihnen zur Seite stehen. Bereiten Sie Ihre Lebenspartner und Familie auf die bevorstehende Herausforderung vor und bitten Sie um deren Unterstützung. Sie haben mit der Gründung und der Anlaufphase Ihrer Selbstständigkeit genug Herausforderungen zu meistern, so dass Sie sich keine „Nebenkriegsschauplätze“ leisten können.

Analysieren Sie Ihren Markt vor Ort und betreiben Sie, egal in welcher Branche Sie sich etablieren wollen, „Mystery Shopping“ und befragen Sie Branchenkenner und die Banken. Sollte der Wettbewerb zu stark sein, muss das Franchisesystem erhebliche Alleinstellungsmerkmale aufweisen, um sich mit Ihnen am Markt zu etablieren. Auch dies kann eine Option sein, sich nicht für Franchising zu entscheiden.

Fazit / Tipp für den nächsten Schritt

Sie haben sehr genau Ihre Gründungsmotivation sowie Ihre Stärken und Schwächen analysiert. Sie sind zu dem Schluss gekommen, dass Sie sowohl die notwendigen „personal skills“, als auch die fachlichen und finanziellen Faktoren sich als Franchisepartner selbstständig zu machen, mitbringen. Diese Entscheidung, die eine Lebensentscheidung ist, ist nun sehr gut überlegt, abgewogen und hinterfragt worden.

Wenn zudem die Branche und das Konzept passt und überzeugt hat, ist der erste wichtige Schritt in die Selbstständigkeit getan. Nun können die vor Ihnen liegenden nächsten Herausforderungen gemeistert werden. Diese wären zunächst die Vertrags- und Standortprüfung und die Erstellung des Businessplanes.

Prüfen Sie zunächst, ob Sie Anspruch auf Zuschüsse für Beratungen, z.B. BAFA-Mittel und öffentliche Fördergelder, wie den Gründungszuschuss und/oder z.B. KfW-Darlehen haben. Prüfen Sie das in Frage kommende Franchisesystem auf Herz und Nieren, holen Sie sich die Meinungen bestehender Partner ein und lassen Sie sich nicht vom Franchisegeber unter zeitlichen Druck setzen. Hierbei sollten Sie bereits auf professionelle Hilfe durch kompetente Berater zurückgreifen.

Bereits im Vorfeld der Entscheidung für die Selbstständigkeit, in dem von Ihnen ausgewählten Franchisesystem, sollten Sie sich auch mit allen Themen, die später in den Businessplan einfließen, intensiv auseinandersetzen. Da Sie bereits sich selbst als Gründerperson ausgiebig beschrieben haben, sind Sie bereits mit dem ersten Kapitel fertig und können sich auf die noch fehlenden Inhalte konzentrieren. Auch hierbei unterstützen Sie gerne die SYNCON International Franchise Consultants.

 

Autor:

SYNCON International Franchise Consultants
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