Business Angels im Franchise-Glossar

Business Angels („Geschäftsengel“) sind Personen, die sich finanziell an Unternehmensgründungen beteiligen. Darüber hinaus unterstützen sie die Existenzgründer zumeist mit Fachwissen sowie Geschäftskontakten.

Wie helfen Business Angels Unternehmensgründern?

Business Angels „verleihen Unternehmen Flügel“: Sie bieten Gründern Starthilfe, indem sie das notwendige bzw. fehlende Kapital investieren. Außerdem helfen Sie Existenzgründern häufig durch Know-how-Transfer sowie durch Kontakte ihrer Branchen-Netzwerke. Weitere typische Leistungen von Business Angels sind Coaching und Unternehmensberatung. In der Regel engagieren sie sich in der Frühphase, d.h. während oder kurz nach der Unternehmensgründung.

Business Angels investieren im Durchschnitt etwa 50.000 bis 100.000 Euro in die Start-up-Unternehmen. Meist verlangen sie dafür Beteiligungen, die sie nach wenigen Jahren mit Hoffnung auf deutliche Gewinne veräußern.

Wer sind Business Angels?

In der Regel sind Business Angels vermögende Privatpersonen. Zumeist handelt es sich um erfahrene und erfolgreiche ehemalige Unternehmensgründer, die ihr Kapital in Form von Unternehmensgewinnen, Verkäufen oder Börsengängen erwirtschaftet haben. Häufig sind oder waren sie in derselben Branche wie die Gründer tätig. Sie können ihnen daher ihr Fachwissen sowie hilfreiche Geschäftskontakte aus ihrer Firmentätigkeit vermitteln. 

Was unterscheidet Business Angels von anderen Investoren oder Geldgebern?

Während „konservative“ Investoren wie Banken oder Beteiligungsgesellschaften sich primär für Firmen mit erprobten Geschäftskonzepten engagieren, platzieren Business Angels ihre Mittel tendenziell risikobereiter. Sie unterstützen „Pionier-Unternehmen“, die mit neuen Ideen, Konzepten oder Produktentwicklungen an den Markt gehen.

Aufgrund hoher Ausfallquoten verlangen sie als Gegenleistung typischerweise weit höherer Kapitalverzinsungen von 20 bis 30 Prozent. Nach etwa vier bis sieben Jahren veräußern die meisten Business Angels ihre Firmenanteile. Trotz ihrer hohen Renditeforderungen sind Business Angels ein attraktives Angebot für viele Firmengründer. Denn klassische Bankkredite oder öffentliche Fördergelder scheiden für Unternehmen mit höherem Risiko oft als Finanzierung aus.

Venture Capital-Gesellschaften sind selten eine Alternative zur Gründerfinanzierung. Denn sie beteiligen sich meist erst Jahre nach der Unternehmensgründung, dann allerdings mit deutlich höheren Summen. Statt mit Beträgen wie 50.000 oder 100.000 Euro liegen die Investitionen nicht selten im siebenstelligen Bereich oder höher. Somit finanzieren Venture Capital-Gesellschaften oftmals Expansionen, z.B. auch von Franchisegebern.

Wo treffen Existenzgründer auf Business Angels?

In Deutschland sind rund 40 meist regionale Netzwerke mit etwa 3.000 aktiven Business Angels bekannt. Eine führende überregionale Vereinigung ist das Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND).

Häufig veranstalten die Business Angels lokale Gründerwettbewerbe und investieren danach in die Unternehmen mit den erfolgversprechendsten Geschäftsplänen. Oft veranstalten sie die Wettbewerbe zusammen mit Gründungsseminaren.

Welche Voraussetzungen müssen Gründer mitbringen?

Ein wichtiges Kriterium für die Beteiligung von Business Angels ist ein klares Alleinstellungsmerkmal (USP) im Wettbewerb. Aussichtsreicher Kandidat für eine Beteiligung ist, wer nicht ohne weiteres vom Wettbewerb kopiert werden kann. Im Franchising unterstützen Business Angels tendenziell Franchisegeber mit innovativen Produkten oder Dienstleistungen.

Aus finanzieller Sicht bevorzugen Business Angels Unternehmen mit dem Potenzial zur Multiplikation der Anfangsinvestitionen innerhalb kurzer Zeiträume, beispielsweise einer Verzehnfachung innerhalb von etwa drei bis fünf Jahren.

Prinzipiell fordern Business Angels eine ähnlich gründliche Vorbereitung wie traditionelle Geldgeber. Ein detaillierter Businessplan ist daher ebenso unerlässlich wie eine überzeugende Präsentation.

Das Business Angels Netzwerk Deutschland ([BAND) stellt Gründern Muster für sogenannte One-Pager zur Verfügung. Hier wird das Konzept in einer Form dargestellt, die einem Management Summary ähnelt. Häufig verlangen Business Angels auch ein Pitch Deck. Darunter versteht man eine Präsentation von etwa 10 bis 15 Seiten, die auch Elemente des Businessplans enthält.

Autor:

Jens Kügler
Jens Kügler
Easy Writer
Finden Sie Ihr passendes Franchise-System mit unserer Komfortsuche!
Angebote suchen
Informieren
Gründen!
Jetzt mein System finden

Glossar