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Stichwort "Franchising" im Franchise-Glossar


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Zustandsbeschreibung des Franchising

Franchising ist heute ein Vertriebssystem, durch das Waren, Dienstleistungen oder Technologien vermarktet werden. Franchising gründet sich auf eine enge und fortlaufende Zusammenarbeit rechtlich und finanziell selbstständiger und unabhängiger Unternehmen. Die Partner beim Franchising sind der sogenannte Franchise-Geber und seine Franchise-Nehmer. Beim Franchising gewährt der Franchise-Geber seinen Franchise-Nehmern das Recht – und legt ihnen gleichzeitig die Verpflichtung auf – ein Geschäft entsprechend seinem Franchise-Konzept zu betreiben. Beim Franchising berechtigt und verpflichtet dieses Recht den Franchise-Nehmer – gegen ein direktes oder indirektes Entgelt – das Geschäftskonzept des Franchise-Gebers zu nutzen. Der Umfang der Unterstützung durch den Franchise-Geber und die Dauer der Geschäftsbeziehung werden beim Franchising im Franchise-Vertrag festgelegt.


Ursprung des Franchise-Begriffs

Der Franchise-Begriff entstand im Frankreich des Mittelalters und bezeichnete die Befreiung von Zöllen und Steuern sowie den teilweisen Verzicht der Feudalherren auf Vasallendienste ihrer Untertanen. Später erwarben Handwerker und Kaufleute mittels Franchising die Genehmigung, Märkte oder Messen auf dem Boden der Feudalherren zu veranstalten. Im 17. und 18. Jahrhundert wandelte sich erstmals die Bedeutung des Franchising zur Beschreibung von Privilegien, die der Staat an Einzelpersonen vergab. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts beschrieb Franchising schließlich die Erlaubnis zur kommerziellen Nutzung von Geschäftskonzepten.


Erste Unternehmen im Franchising

In die Zeit der beginnenden Industrialisierung fällt auch die Entwicklung der ersten Unternehmen, die mittels Franchising expandieren. So stattete die amerikanische "Singer Sewing Machine Company" fahrende Händler 1860 mit dem Recht aus, ihre Nähmaschinen auf eigene Rechnung und im eigenen Namen zu vertreiben, was als eine frühe Form des Franchising betrachtet werden kann. Das bis Mitte des 20. Jahrhunderts von einigen Automobil- und Getränkeherstellern genutzte Vertriebssystem wird heute als "Product Distribution Franchising" oder "Product and Tradename Franchising" bezeichnet. Bekanntestes Beispiel für diese Form des Franchising ist die Lizenzvergabe des amerikanischen Getränke-Herstellers Coca-Cola , die das Abfüllen und den Vertrieb einer koffeinhaltigen Limonade unter einem einheitlichen Markennamen umfasst.


Weg zum modernen Franchising

Als Mutterland des heutigen Franchising gelten die USA. Hier begann der Siegeszug des modernen Franchising nach dem zweiten Weltkrieg. Das moderne Franchising geht über die Abtretung von Markenrechten und die Weitergabe von Know-how erheblich hinaus. Modernes Franchising umfasst oft ein umfangreiches Paket an erprobten Leistungen des Franchise-Gebers, die eine genaue Vervielfältigung eines erfolgreichen Franchise-Systems ermöglichen. Zu den Erfindern des modernen Franchising zählt die Fast-Food-Kette McDonald's , die mittels Franchising ein weltumspannendes Netz von mehr als 26.000 Restaurants schuf.


Weltweite Bedeutung des Franchising

In den sechziger Jahren erwies sich die Übertragung der amerikanischen Form des Franchising auf andere Länder als problematisch und nachteilig für eine schnelle internationale Verbreitung des Franchising. In den 70er-Jahren gelang dem modernen Franchising auch in Europa der Durchbruch. Neue Franchise-Systeme schossen wie Pilze aus dem Boden und auch Traditionsunternehmen gewannen durch Franchising wieder neuen Schwung. Branchenschwerpunkt der Pionierphase des europäischen Franchising war der Einzelhandel und das Gaststättengewerbe. Inzwischen ist Franchising in fast allen Ländern präsent. Die Zahl mittels Franchising agierenden Unternehmen wird weltweit auf rund 17.000 geschätzt.


Zukunft des Franchising

Franchising ist bei der Vermarktung von Dienstleistungen sowie von erklärungs- und servicebedürftigen Produkten besonders erfolgreich. Moderne Franchise-Systeme befinden sich in vielen Branchen auf dem Vormarsch. Die Vorteile des Franchising gegenüber traditionellen Vertriebsformen, die vom Hersteller über die Einschaltung von Großhandel/Einzelhandel oder eigene Verkaufsniederlassungen zum Endverbraucher verlaufen, liegen auf der Hand. Nach Prognosen des amerikanischen Handelsministeriums wird der Anteil der mittels Franchising geführten Unternehmen im Einzelhandel in den USA auf etwa 75 Prozent wachsen. Auch in Deutschland ist das Franchising einer Studie der Deutschen Bank zufolge weiter auf dem Vormarsch. Allein die Zahl der in Deutschland mittels Franchising aktiven Unternehmen hat sich in den letzten zehn Jahren von etwa 500 auf rund 1.000 verdoppelt.

 

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