Wie junge Unternehmer und Selbständige den Vermögensaufbau angehen können

Wer sich für die Gründung eines (Franchise-)Unternehmens entscheidet, geht Risiken ein. Das Start-Up kann scheitern oder die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung machen. Auf der anderen Seite bedeutet der Schritt in die eigene Existenz auch viele Freiheiten – von denen Angestellte am Ende nur träumen können. Ein Problem haben Beschäftigte allerdings nicht (oder zumindest nicht so ausgeprägt): Sparen fürs Alter. Gerade Selbständige und Gründer stehen hier vor einer Herausforderung. Läuft das Unternehmen, wird sich um die Zukunft häufig erstmal keine Gedanken gemacht.

Der Aufbau des Unternehmens und dessen Verkauf werden schon genug Geld einbringen. Was, wenn diese Rechnung am Ende doch nicht aufgeht? Einzelunternehmer sehen sich einer hohen Verantwortung und finanziellen Risiken ausgesetzt. Es ist wichtig, die zur Verfügung stehende Zeit konsequent für den Vermögensaufbau zu nutzen. Andernfalls droht in schwierigen Zeiten der GAU. Wie können Gründer und Selbständige dieses Ziel aber erreichen? In der Praxis ist es gar nicht so einfach, Geld zur Seite zu legen. Schließlich sind die Sparzinsen heute alles andere als üppig.

 

ETFs als gute Grundlage

Wertpapiere lohnen sich – zumindest, wenn sie an der Börse gehandelt werden. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Bereits seit Jahren predigen Analysten, dass sich auch Kleinanleger und Sparer nach Aktien umschauen sollen. Ganz von der Hand lässt sich dies nicht weisen. Das DAI Renditedreieck für den DAX (Deutscher Aktienindex) weist für den Zeitraum seit 2007 eigentlich einen kontinuierlichen Wertzuwachs aus.

Das Problem: Rutschen die Kurse ab, pulverisiert der Index die Gewinne möglicherweise mit atemberaubender Geschwindigkeit. Um Vermögen mit einem langfristig orientierten Zeithorizont aufzubauen, auf den ersten Blick denkbar schlechte Voraussetzungen.

In der Praxis eignen sich börsennotierte Werte trotzdem, um niedrigen Zinsen aus dem Weg zu gehen. Ein wichtiger Aspekt betrifft die in der Vergangenheit immer wieder zu beobachtende Erholung der Kurse. Selbst nach 2007/2008 sind die Renditen wieder gestiegen. Auf der anderen Seite gibt es Instrumente, um das Risiko zu streuen – wie ETFs.

 

 

Geld mit Indexfonds anlegen

Hinter ETFs verbergen sich heute zum Großteil Indexfonds. Diese bilden einen Index wie

 

 

  • DAX
  • Dow Jones
  • FTSE
  • SMI

 

 

nach. Der Vorteil: Risiken durch Underperformer (Werte, die sich nicht wie erwartet entwickeln) gleichen ETFs aus. Auf der anderen Seite machen sich Overperformer nicht so stark bemerkbar, was zu den Nachteilen zählt.

Weitere Pluspunkte der ETFs sind:

 

 

  • Investition in verschiedene Märkte
  • Starke Risikostreuung möglich
  • Profite über Dividenden möglich
  • Kosten im Vergleich mit aktiv verwalteten Fonds niedrig

 

 

Auf der anderen Seite ist die Tatsache, dass Verwaltungsgebühren und Ausgabeaufschläge anfallen, ein weiterer Minuspunkt.

Übrigens: Dass ETFs bei vielen Brokern sparplanfähig sind, kommt Anlegern gelegen, die kleinere Beträge zurücklegen wollen. Hier macht sich letztlich der Durchschnittskosteneffekt bemerkbar.

 

 

Sichere Rücklagen bilden

Jede Geldanlage, die auf an den Kapitalmärkten/Börsen gehandelte Assets setzt, ist gewissen Risiken unterworfen. Diese ergeben sich auf der einen Seite durch die Kursschwankungen. Letztere entstehen durch Veränderungen der Nachfrage oder aufgrund anderer externer Faktoren. Auf der anderen Seite muss der Anleger hier auch das Emittenten-Risiko bedenken.

Beispiel Lehman-Pleite: Hier haben Anleger Millionen sprichwörtlich in den Sand gesetzt. Sicherheit beim Vermögensaufbau basiert auf der einen Seite durch eine optimale Streuung im Portfolio. Auf der anderen Seite können bestimmte Anlageformen in Betracht gezogen werden, deren Ausfallrisiko generell als gering gilt.

Hierzu gehören Bankeinlagen. Hintergrund: Für diese Einlagen greift in Deutschland bzw. in der EU eine gesetzlich verankerte Einlagensicherung. Für Bankguthaben liegt sie inzwischen bei 100.000 Euro. Zusätzlich bieten Bankenvereinigungen/Verbände ergänzende freiwillige Sicherungsinstrumente.

Zu den Einlagen, welche hierunter fallen – und die eine noch vergleichsweise vertretbare Rendite erreichen (können) – gehört Festgeld. Hier entscheidet sich der Sparer/Anleger für einen Zeitraum und erhält im Gegenzug einen Zins. Es gilt die Faustregel: Je länger Kapital gebunden bleibt, umso höher die Verzinsung. Aktuell liegen die Renditen beim Festgeld jedoch eher niedrig, wie ein Test auf aktiendepot.com zeigt. Dies liegt am generell niedrigen Zinsniveau.

 

 

Eine Notreserve auf dem Tagesgeldkonto?

Ein paar Aktien, ETF-Anteile und Festgeld – zwar tragen diese Anlageformen zum Vermögensaufbau bei, haben allerdings einen Nachteil. Kapital wird gebunden und ist in Notsituationen nicht schnell verfügbar.

Selbständige und junge Unternehmer können Geld auf dem Privatkonto liegen lassen – oder greifen zu einer weiteren Strategie. Es geht um das Tagesgeld-Konto. Hier ist Guthaben schnell (täglich) verfügbar, wird aber trotzdem verzinst. Der Nachteil: Aktuell ist die Verzinsung sehr niedrig – sprich es gibt eigentlich nur Mini-Zinsen.

Auf der anderen Seite bietet sich hier eine Gelegenheit, sehr schnell von einem Zinsanstieg zu profitieren. In der Regel passen die Banken den Guthabenzins für Tagesgeld innerhalb weniger Monate nach Leitzinsänderungen an.

 

 

Welche Möglichkeiten gibt es noch?

Unternehmer können (und sollten) für den Vermögensaufbau unterschiedliche Weg in Betracht ziehen. Neben konservativen Anlageformen, mit denen sich Kapital risikoarm verwalten lässt, kann nach renditestarken Varianten Ausschau gehalten werden. Hierzu zählen beispielsweise gehebelte Produkte, von denen CFDs sehr bekannt sind. Damit lässt sich ein Erfolg bei steigenden wie auch fallenden Kursen erzielen. Aber: Die Risiken sind bei Hebelprodukten erheblich – es kann das gesamte investierte Kapital ausfallen. Zumal die Broker/Anbieter in diesem Segment nicht einfach nur Vermittler, sondern Market Maker sind. Ausgehend von Berichten zu Beschwerden gegen Anbieter – etwa in Cash online – sollten die Broker mit Weitsicht ausgewählt werden.

 

Fazit: Mit der richtigen Strategie Vermögen aufbauen

Junge Unternehmer stecken ihre ganze Energie in den Aufbau des Start-Ups. Und meistens steckt auch ein großer Teil der Ersparnisse in dem Unternehmen. Trotzdem dürfen die Augen nicht vor der Tatsache verschlossen werden, dass Vermögensaufbau wichtig ist. Mit einem optimalen Mix aus renditestarken Anlageformen und risikoarmen Varianten lässt sich der eine oder andere Euro zurücklegen, um in schwierigen Zeiten Kapital in der Hinterhand zu halten. Und vielleicht sogar über die Altersvorsorge nachzudenken – selbst wenn der Betrieb mal nicht zu 100 Prozent laufen sollte.

 

Bildquellen:
Abbildung 1: @ Alexas_Fotos (CC0-Lizenz) / pixabay.com
Abbildung 2: @ mohamed_hassan (CC0-Lizenz) / pixabay.com 

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