6/13/2018

Welche Versicherungen braucht man als Selbstständiger?

 

 

Bestimmt haben Sie das schon gehört... oder denken gar selbst so: Versicherungen kosten nur... und wenn es ernst wird, dann bezahlen die nicht!

Auch wenn das manchmal, zumindest subjektiv, stimmen mag, gilt es sich kurz vor Augen zu führen, wofür Versicherungen überhaupt da sind und wie diese funktionieren. Speziell die erste Fragestellung ist wichtig für die Beantwortung der Titelfrage: Welche Versicherungen braucht man als Selbstständiger?

Denn entscheidend ist, dass Versicherungen vor existentiellen Risiken schützen sollen, die man nicht alleine tragen kann – oder anders herum, wenn man genug Geld hat, braucht man auch keine Versicherungen.

Da dies bei den meisten Menschen nicht der Fall ist, schließt man sich – so die Grundidee jeder Versicherung – zu einem Kollektiv zusammen, bezahlt nur einen kleinen Einzelbeitrag, ist aber durch die Gesamtsumme des Kollektivs = Versicherers im Fall der Fälle abgesichert.

 

 

Diese Versicherungen sollten Sie als Selbstständiger haben!

Und damit kommen wir schon zu den existentiellen Risiken, die ich nach persönlichen und geschäftlichen Risiken = Versicherungen aufteilen möchte:

1. Persönliche Risiken = Privat-Versicherungen

Ob nun Privatmann, Selbständiger oder Unternehmer, es sind folgende fünf Grundrisiken über die es zumindest nachzudenken gilt, ob man diese absichern möchte oder bewusst ohne Versicherung eingeht:

 

 

  • Krankheit
  • Arbeitskraft
  • Tod
  • Alter
  • Pflege

 

 

Für Selbstständige: Private Krankenversicherung oder gesetzlich?!

1.1 Krankheit

Da in Deutschland Krankenversicherungspflicht besteht, stellt sich hier die Frage nach "ob oder ob nicht" überhaupt nicht, sondern „nur“ die Frage des Systems, sprich ob gesetzlich oder privat krankenversichert. Und da dies meist eine lebenslange Entscheidung ist, bedarf es hier genauer Überlegungen.

Alle pro und contras aufzuführen, würde den Rahmen sprengen... Fakt ist jedoch, dass

 

 

  • nur in der Privaten für jeden einzelnen Vertrag Rücklagen fürs Alter angespart werden, die den Beitragsanstieg im Alter reduzieren,
  • man selbst entscheiden kann, auf welchem Niveau (und damit zu welchem Preis) man sich absichern will...
  • während man dies bei der Gesetzlichen durch Politik, Krankenkassen und Ärzteverbände vorgeschrieben bekommt.

 

 

Fazit: Als Versicherung ein Must-have – die Form bedarf einer individuellen Beratung!

 

1.2 Arbeitskraft

Selbst gemäß den sonst der Branche so kritisch gegenüberstehenden Verbraucherschützern ein Must-have, welches in verschiedenen Formen – je nach Beitragshöhe und Leistungsumfang von der Unfall-, über die Grundfähigkeiten- und schwere Krankheiten- (neudeutsch dread disease) bis hin zur Berufsunfähigkeitsversicherung – abgedeckt werden kann.

 

1.3 Tod

Für einen Alleinversorger, speziell wenn auch noch Finanzierungen laufen, ein Must-have mindestens über die Restschuld... idealerweise mit fallender Summe gemäß Tilgungsplan, damit es günstiger wird.

 

1.4 Alter

Das Norbert Blüms Ausspruch „Die Rente ist sicher!“ nicht mehr haltbar ist, dürfte bei jedem angekommen sein. Somit auch hier ein absolutes Must-have, mit individueller Ausgestaltung je nach individuellem Bedarf und staatlicher Fördermöglichkeiten.

 

1.5 Pflege

Ein zunehmendes und zunehmend ins Bewusstsein rückendes Thema, welches sich ideal mit der Altersvorsorge kombinieren lässt.

 

 

2. Geschäftliche Risiken = Betriebs-Versicherungen

Hat man seine privaten Risiken im Griff, gilt es nun als Selbständiger und Unternehmer an seine Firma zu denken... und zwar von zwei Seiten: Was kann meiner Firma passieren und was kann Dritten durch meine Firma passieren?

In der ersten Fragestellung geht es darum, die Werte der Firma gegen alle Unwägbarkeiten abzusichern, also

 

2.1 die Geschäftsimmobilie (falls sie einem schon gehört) durch eine Gebäudeversicherung gegen Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel und – immer wichtiger – Elementarschäden, wie Starkregen;

 

2.2 die Maschinen, Büro- und Geschäftsausstattung, Waren, Vorräte, etc. durch eine Inhaltsversicherung sowie die IT durch eine spezielle Elektronikversicherung ebenfalls gegen obige Risiken, aber zusätzlich noch gegen Einbruch, Diebstahl und Vandalismus... also quasi die Hausratversicherung für die Firma. Nicht zu vergessen – da damit ja gearbeitet und Umsatz erzeugt wird – inklusive einer Betriebsunterbrechungskomponente, die den Ertragsausfall bei Eintritt obiger Risiken zumindest für einen vorübergehenden Zeitraum abdeckt;

 

2.3 den Fuhrpark gegen fremde (= obligatorische KfZ-Haftpflicht) und eigene (= KfZ-Voll-/Teil-Kasko) Schäden und wenn der Transport von Gütern In-house gemacht und existentiell für die Firma ist, eine spezielle Transportversicherung;

 

2.4 alle immateriellen Werte, wie Rechte, Lizenzen und Patente, zumindest durch eine umfassende Rechtsschutzversicherung.

 

Noch wichtiger, da noch existentieller, ist jedoch oben genannte zweite Fragestellung, also die Absicherung Dritter gegen Schäden, die man als Unternehmer selbst, die das Unternehmen oder die Mitarbeiter verursachen, das heißt

 

2.5 hier zu allererst – wie auch auf der Privatebene – die Haftpflichtversicherung als absolutes Must-have. Hier gilt es genau die Art des Geschäfts anzugeben, um auch wirklich alle hiermit verbundenen Risiken abzudecken. Oft sind auch mehrere Geschäftsarten vorhanden und müssen versichert werden. Mag dies bei klassischen Handwerksbetrieben noch einfach sein, ist dies bei neuen IT-, Internet- und Handelsfirmen nicht mehr ganz so trivial. Die von vielen Gesellschaften angebotenen Standard-Deckungskonzepte sind hier deshalb mit Vorsicht zu genießen. By the way, sehr oft ist in einer Betriebshaftpflicht eine Privathaftpflicht für den Inhaber und dessen Familie mit integriert. Davon rate ich jedoch meistens ab und ziehe eine Trennung vor, denn sollte es im Privatbereich (nicht zuletzt durch Kinder) zu vermehrten Schäden kommen, belastet dies nur unnötig die viel teurere Betriebshaftpflicht in Form steigender Prämien, bis hin zur Kündigung!

 

2.6 Mit Inkrafttreten der neuen Datenschutz-Grundverordnung Ende Mai ist das Thema Cyber-Risiko noch mehr in den Focus gekommen und stellt heute ein ernst zu nehmendes Problem dar. Und zwar wieder sowohl für die eigene Firma (Datenverlust, Ertragsausfall), als auch – meist noch schlimmer – bei Schädigung anderer Privatpersonen oder gar Firmen. Hiergegen bieten moderne Cyber-Versicherungen einen wirkungsvollen, wenn auch nur finanziellen Schutz!

 

 

Fazit / Tipp für den nächsten Schritt

Mit obigen Überblick lässt sich gut „abhaken“ und selbst einschätzen, was grundsätzlich da ist bzw. (noch) gebraucht wird. Ein individueller Check der genauen privaten und geschäftlichen Risikosituation als Dreiklang

  • Privatperson
  • Unternehmer
  • Unternehmen

 

durch einen unabhängigen Finanz- und Versicherungsmakler bringt dann die Sicherheit, das richtige (das heißt alle Risiken ohne Unter- und ohne Doppelversicherung) richtig (zu den besten Konditionen) versichert zu haben... und man sich selbst auf sein Geschäft konzentrieren kann.

 

Expertenstimme von Carsten J. Ahaus

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