Waren-Logistik optimieren – worauf Existenzgründer achten sollten

Bis zu 30 Prozent kann eine Bevorratung der eigenen Warenbestände am gesamten logistischen Aufkommen eines Unternehmens ausmachen. Vor dem Hintergrund erscheint es gerade für Existenzgründer und Jungunternehmer als besonders lohnenswert, sich von Anfang an um ein effizientes Management für die eigenen Lagerbestände zu bemühen.

Denn so mancher Gründer wird nach einer gewissen Anlaufzeit mit seinem ersten eigenen Warenlager in heimischer Garage schnell feststellen, dass er mit wachsendem Unternehmen früher oder später nicht mehr um das Thema Effizienz und Optimierung in seinem Logistik-Management herumkommt. Gute Nachrichten vorweg: In vielen Unternehmensbereichen werden die Franchise-Gründer von Anfang an von ihren Franchise-Gebern unterstützt.

 

Komplexes Unterfangen

Ein Warenlager aufzubauen bedarf gleich einer Reihe von Vorüberlegungen und einigem Investitionsaufwand. Neben der grundsätzlichen Frage nach dem Standort gilt es Fragen nach

  • Art der logistischen Abläufe
  • Sicherheitsaspekten
  • Vorschriften und Regularien

zu beantworten und vor allem die grundlegende Entscheidung zu treffen, ob die eigene Führung eines Lagers finanziell zu stemmen, oder aus Rationalisierungsgründen die Beauftragung eines externen Logistikdienstleisters sich doch mehr lohnen würde. Eine Beratung durch den Franchise-Geber kann hier sinnvoll sein, da dieser in Bezug auf das Warenlager bereits über ein gewisses Knowhow verfügt und dieses somit an den Franchise-Nehmer weitergeben kann.

Fällt die Entscheidung zu Gunsten einer Logistik in Eigenregie, kann der Jungunternehmer zunächst sicher sein, dass sich die Transportkosten bei einem strategisch optimal gewählten Standort zu seiner avisierten Kundschaft vermutlich eher in Grenzen halten werden, als dies beim Outsourcing seines Warenlagers der Fall wäre.

 

Logistik Inhouse oder Outsourcing?

Auch kann ein Unternehmer bei eigenem Warenlager davon profitieren, dass er seine Mitarbeiter auch auf seine Produkte einschwören kann und nicht von fachfremden Mitarbeitern des Logistikdienstleisters abhängig ist.

Outsourcing dagegen macht gerade dann Sinn, wenn junge Unternehmen schnell expandieren und externe Logistikunternehmen durch entsprechende Kapazitäts-Vorhaltung jederzeit bei Bedarf und unkompliziert mitwachsen können. So können Unternehmer beispielsweise eine externe Lagerung durch Unternehmen wie sprintBOX beauftragen und auf diese Weise ihr eigenes Wachstum unterstützen.

Gerade jüngere Existenzen, die sich anfänglich stärker auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren wollen, nehmen Dienstleister gerne in Anspruch, um Entwicklung, Herstellung oder Vermarktung der eigenen Produkte besser in den Fokus der Eigenbemühungen rücken zu können.

 

So wenig wie möglich und so viel wie nötig

In dem Zusammenhang verweisen viele Logistik-Profis auf den typischen Anfängerfehler einer zu großzügig bemessenen Bevorratung hin. Auch Franchise-Geber werden den Franchise-Nehmern diesen Tipp geben, da sie diesbezüglich bereits Erfahrungen gesammelt haben.

Um sich räumliche wie zeitliche Ressourcen und Bewegungsspielräume zu erhalten, sollten die Waren lieber in kleineren Mengen eingelagert werden und dafür öfters nachbestellbar sein. Sich mit Lieferanten und Zulieferern zu verabreden und bestmöglich aufeinander abzustimmen resultiert im Idealfall in Just-in-time-Lösungen, die Warenvorhaltungs-Menge und Platzbedarf reduzieren helfen.

Die Mindestbestände zu senken resultiert zwangsläufig in Kosteneinspar-Effekten, ohne dabei ein Risiko einzugehen. Denn mit Just-in-time werden drohende Waren-Engpässe wirkungsvoll vermieden, wenn einmal erhebliche Nachfragesprünge zu unvorhergesehenen Bedarfsschwankungen führen sollten.

Auch kann ein vorher festgelegter, genereller Einkaufstopp für Materialien, deren Bestand etwa für mehr als einen Monat Produktion oder Verkauf ausreicht, maßgeblich helfen, den Bestand überschaubar zu halten.

 

Stets den Kostenfaktor Nummer Eins im Blick behalten

Letztlich tragen überschaubare Bestände auch zu besserem Überblick und effizienter Platzierung der Ware bei, da mehr Raum zur Verfügung steht. Und Personalkosten zu sparen helfen sie auch. Besonders dann, wenn Ware vereinbarungsgemäß nur zu bestimmten Zeiten angeliefert werden kann und für Kunden

  • verbraucherfreundliche umfassende Zeitfenster
  • entsprechend attraktive Rabatte

zur Selbstabholung ihrer Ware eingeräumt werden.

Auf lange Sicht bleibt Personaleinsatz der größte Kostenfaktor. Daher ist er auch einer der größten Hebel für Effizienzsteigerung. Trends wie Automatisierung, Digitalisierung und Vernetzung sollten Unternehmensgründer daher stets in einem ganzheitlichen Logistik-Lösungsansatz nicht aus den Augen zu verlieren. Die erfahrenen Franchise-Geber sollten diese wichtigen Aspekte im Blick behalten.

 

Zusätzliche Optimierungspotentiale durch IT-Logistiksoftware nutzen

Spezielle, auf logistische Belange zugeschnittene IT-Systeme, können eine wesentliche administrative und operative Qualitätssteigerung sicherstellen, indem sie Transparenz über alle Bewegungen und Abläufe liefern – und damit Personal einsparen helfen. Nur so können etwaige Leerstände und stille Reserven jederzeit und zielgenau ermittelt und operationstechnisch ausgewertet werden.

IT-Systeme werden oftmals von kooperierenden Schwesterunternehmen in Form webbasierter Software vorgehalten, um Regal-, Paletten, oder Behälterströme besser steuern und kontrollieren zu können.

So steht für Existenzgründer und Jungunternehmer zunächst die grundlegende Frage im Raum, ob sich abgestimmt auf die eigenen Belange, Produkte und die zu erwartenden Warenumschläge und -ströme eher ein manuell bearbeitetes oder automatisiertes Warenlager lohnt.

 

Ware geschickt platzieren



Gleich welche Lösung letztlich favorisiert wird, um einige Grundlagen zu effizienter Waren-Ablage kommt kein Existenzgründer herum.

Prinzipiell gilt es, einem Lager Ordnung und Struktur zu verleihen, etwa mit Hilfe von Lagerkennzeichnungen, die regelmäßig und lückenlos durchgeführt werden. Farben, Nummerierungen und Symbole können zusätzlich helfen, Ware und Material schneller zu finden.

Auch eine Aufteilung in Lagerzonen nach Kriterien wie

  • Größe
  • Gewicht
  • Warenwert
  • Umschlagsfrequenz

und andere hat sich bewährt.

Nach dem Grundsatz „Je häufiger, umso besser erreichbarer“ sollten nur besonders leicht zugängliche Areale zur Bevorratung von Bestsellern und „Dauerbrennern“ in Frage kommen – etwa gleich am Anfang der Gänge und Korridore.

In die Lagerzonen weit hinten im Gang, vielleicht noch teilweise zugestellt durch Säulen, Zwischenwände und ähnliches gehören – wenn überhaupt – die Ladenhüter. Besser ist jedoch, sich rechtzeitig und in regelmäßigen Abständen durch Verkauf, Abschreibung, Verwertung oder eine Lieferantengutschrift von ihnen zu trennen. Damit bleibt das Unternehmen stärker liquide und gewinnt neue Platzressourcen für dringender benötigte Materialien. Besonders schlecht zugängliche Areale dienen dagegen rein als stille Notreserve.

 

Standardabläufe für Lager, Arbeitsschritte und Bestellwesen schaffen

Um Lagerkosten zu senken, kann etwa auch eine Prüfung darüber beitragen, welche Waren- und Materialgruppen immer vorhanden sein müssen. Dazu gehören Aspekte wie konkrete Artikelbezeichnungen sowie die mindestens und maximal benötigte Menge des entsprechenden Materials.

Bei Unterschreiten der Mindestmenge sollte ein Mitarbeiter etwa ein an der Palette oder direkt an dem Behälter angebrachtes Kärtchen mit interner Bestellnummer entfernen und in ein zweites, extra für den Nachbestellvorgang reserviertes Behältnis einwerfen. Dieses wird dann von Mitarbeitern des Einkaufs regelmäßig kontrolliert, und etwaige Nachbestellungen zeitnah bearbeitet. So werden unnötige Vorhaltezeiten und damit einhergehende Kosten auf besonders einfache und effektive Weise vermieden.

 

Bilder:
Abbildung 1: pixabay©Ben_Kerckx (CC0 1.0)
Abbildung 2: pixabay©jaymethunt (CC0 1.0)
Abbildung 3: pixabay©iKumpunen (CC0 1.0)

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