12/19/2018

Vom Arbeitnehmer zum Franchisenehmer: Tipps für die Gründungsphase

Hat man sich erst einmal zur Gründung eines Unternehmens entschlossen, beginnt eine spannende, aber auch nervenaufreibende Zeit. Bis die meisten Franchisenehmer zum ersten Mal das Gefühl verspüren, die Früchte ihrer Arbeit ernten zu können, dauert es meist einige Monate. Wer vor dem Abenteuer Unternehmensgründung im Angestelltenverhältnis beschäftigt war, wird es unter Umständen sehr schwierig finden, auf einmal sein eigener Chef zu sein. Weiß man aber mit der Umstellung richtig umzugehen, ist auch diese Hürde auf dem Weg zum erfolgreichen Franchisenehmer zu meistern. Nicht immer liegen die größten Schwierigkeiten der Selbstständigkeit im finanziellen oder rechtlichen Bereich. Häufig ist es vielmehr die nun fehlende Struktur, die dem Neuunternehmer zu schaffen macht. Geregelte Arbeitszeiten sind passé, ebenso wenig gibt es einen festen Arbeitsplatz und Vorgesetzte, die den Arbeitsalltag strukturieren. Zur Unternehmensgründung gehören vor allem jede Menge Selbstdisziplin, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, Aufgaben bei Bedarf zu delegieren. Eine erfolgreiche Franchisegründung braucht die richtigen Strategien – die folgenden Dinge helfen dabei, die Gründung strukturiert anzugehen.

 

 

1. Herausfinden, wie man am besten arbeiten kann

Jeder Mensch braucht andere Arbeitsbedingungen, um optimale Leistungen erbringen zu können. Manche sind Frühaufsteher und am Morgen besonders produktiv, während andere eher Nachteulen sind, später anfangen zu arbeiten und dafür lange am Schreibtisch sitzen. Unterschiedliche Vorlieben gibt es auch bei der Art des Arbeitsplatzes. Während einige Menschen die kommunikative Atmosphäre eines Großraumbüros und den regelmäßigen Plausch mit den Kollegen schätzen, arbeiten andere lieber in völliger Stille und Abgeschiedenheit. Als Unternehmensgründer hat man die Freiheit, sich seinen Arbeitsplatz selbst einzurichten. Dabei stehen verschiedene Lösungen zur Wahl:

 

 

  • im Home Office arbeiten
  • ein eigenes Büro einrichten
  • einen Arbeitsplatz in einem Coworking-Space anmieten

 

 

Das Arbeiten von zu Hause aus hat viele Vorteile. Zum Beispiel lässt sich jede Menge Zeit sparen, da die Fahrten zum Arbeitsplatz und nach Hause wegfallen. Viele, die dieses Modell gewählt haben, bemängeln jedoch, dass sie Arbeit und Privatleben im Home Office nicht ausreichend trennen können. Darunter kann die Konzentration leiden – gerade wenn man kleine Kinder hat und diese zuhause betreut. Alle Aufgaben effizient zu erledigen, ist für Franchiseunternehmer im Home Office daher eine große Herausforderung. Auch das Abschalten nach der Arbeit empfinden viele im Home Office als schwieriger. Ein Büro anzumieten und dieses mit allen notwendigen Arbeitsutensilien auszustatten, ist eine kostspielige Lösung; sie kann sich jedoch für diejenigen auszahlen, die bei der Arbeit absolute Ruhe brauchen. Für viele Menschen – insbesondere für die, die vor ihrer Selbstständigkeit im Team gearbeitet haben – sind Geselligkeit und der Austausch mit Kollegen im Büro aber wichtige Motivationsfaktoren. Wem es so geht, kann sich eventuell mit dem Konzept des "flexible workplace", also des "flexiblen Arbeitsplatzes" anfreunden. In sogenannten Coworking-Spaces haben Selbstständige und Freiberufler die Möglichkeit, kurzzeitig oder dauerhaft einen Arbeitsplatz in einer Bürogemeinschaft zu mieten – Schreibtisch, Aktenschrank und Kaffeeküche inklusive. Viele betrachten Coworking- und Business-Center als Antwort auf die digitale Arbeitswelt. Für Gründer, die einen voll ausgestatteten Arbeitsplatz benötigen und Wert auf Kommunikation und Networking legen, kann dies eine gute Lösung sein.

 

 

2. Know-how und Unterstützung suchen

"No man is an island" – "Kein Mensch ist eine Insel", sagte einst der britische Poet John Donne. Gründer sollten sich diese Aussage ganz besonders zu Herzen nehmen. Denn einige tendieren dazu, alles in Eigenregie bewerkstelligen zu wollen und suchen sich ungern Unterstützung von anderen. Wer sich mit dieser Einstellung ins Abenteuer Franchiseunternehmen stürzt, macht es sich unnötig schwer. Gerade Gründerneulingen fehlt es an der nötigen Erfahrung, sodass sie Gefahr laufen, Anfängerfehler zu begehen. Vermeiden lassen sich diese, indem man sich das Wissen und die Erfahrungen von erfolgreichen Unternehmern wie anderen Franchise-Partnern des gleichen Systems zu Nutze macht. Und auch, wenn es manchen Gründern schwerfällt, Kontrolle abzugeben: auch Franchisenehmer sollten sich nicht scheuen, Aufgaben an qualifizierte Mitarbeiter abzugeben und/oder die Systemzentrale um Hilfe zu bitten. Das Geschäftliche ist aber nicht der einzige Bereich, in dem Gründer auf Unterstützung angewiesen sind. Genauso entscheidend ist es, ausreichend Rückendeckung aus dem privaten Umfeld zu bekommen. Unternehmensgründungen kosten sehr viel Energie und fordern einen Einsatz, der über ein normales Arbeitspensum weit hinausgeht. Sind Familie und Freunde nicht bereit, das Vorhaben mitzutragen, sind Konflikte vorprogrammiert. Ein starker Rückhalt aus dem engsten Kreis trägt maßgeblich dazu bei, die Hürden und Herausforderungen der Selbstständigkeit zu meistern.

 

 

3. Lernen, mit Ängsten umzugehen

Gründer werden nicht selten von Versagensängsten geplagt. Natürlich ist jede Unternehmensgründung mit einem finanziellen Risiko verbunden – schließlich hat man in den meisten Fällen eine gehörige Summe an Eigenkapital investiert oder Kredite aufgenommen. Die Angst vor dem Misserfolg und möglichen Konsequenzen gilt es aber schon in der frühen Gründungsphase einzudämmen. Dazu braucht es durchaus gute Nerven: Wer mit finanziellen Unsicherheiten und wirtschaftlichen Höhen und Tiefen nicht richtig umzugehen weiß, wird schnell an seine Grenzen stoßen. Um Ängste und Sorgen in den Griff zu bekommen, kann es hilfreich sein, sich regelmäßig mit anderen Gründern auszutauschen – das hilft, nicht nur Risiken, sondern auch Chancen zu sehen. Gute Wegweiser sind beispielsweise Gründermessen; und spezialisierte Coaches stehen Gründern auf dem Weg in die Selbstständigkeit mit ihrer Expertise zur Seite. Auch die IHK bietet kostenfreie Informationen für Unternehmensgründer an, etwa bei den regelmäßig stattfindenden Existenzgründertagen. Zudem ist es ratsam, sich über alle Aspekte des Existenzaufbaus gründlich zu belesen.

 

 

4. Bereitschaft zur persönlichen Weiterentwicklung

Die Bereitschaft, sich regelmäßig neues Wissen anzueignen und über den Tellerrand seiner eigenen Branche hinauszuschauen, ist eine Fähigkeit, deren Bedeutsamkeit viele Unternehmer unterschätzen. Auch ist es wichtig, sensibel für die Bedürfnisse und Herausforderungen der Mitarbeiter zu sein. Ein Gründer eines Gastronomiebetriebs beispielsweise sollte deshalb nicht nur betriebswirtschaftliche Kenntnisse haben, sondern auch das Tagesgeschäft aus erster Hand kennen – also am besten selbst einmal in der Gastronomie gearbeitet haben. Wer als Mitarbeiter in einem Angestelltenverhältnis arbeitet, trägt in der Regel lediglich die Verantwortung für einen kleinen Bereich des Unternehmens und muss sich nur in seinem jeweiligen Tätigkeitsgebiet auskennen. Mit dem Eintritt in die Selbstständigkeit sollte dieses Spartendenken der Vergangenheit angehören. Zwar ist es wichtig, dass die unterschiedlichen Bereiche des Unternehmens von Experten ihres Fachs betreut werden, aber zumindest ein gewisses Grundverständnis und -wissen sollte ein Gründer mitbringen oder sich aneignen, um für das Unternehmen die besten Entscheidungen treffen zu können.

 

 

Bildquelle:
pixabay @ rawpixel (CC0 public domain)

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