7/11/2018

Social Media für Gründer und Selbstständige

 

 

Nach Wikipedia werden mit dem Begriff „Social Media“ digitale Medien zusammengefasst als

 

Methoden, die es Nutzern ermöglichen, sich im Internet zu vernetzen, sich also untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in einer definierten Gemeinschaft oder offen in der Gesellschaft zu erstellen und weiterzugeben.

 

Beliebte Plattformen hierfür sind Blogs und Foren im Allgemeinen sowie im Besonderen Facebook, Twitter, YouTube, Google+, Instagram, Snapchat sowie Xing oder LinkedIn. Jeder kann mit jedem direkt kommunizieren und eigene Inhalte, zum Beispiel in Form von Text-, oder Videobeiträgen, verfassen und veröffentlichen.

Das machen sich natürlich Unternehmen zunutze als eine Plattform für Marketing, PR, CRM oder Kundensupport. Social Media-Kanäle haben einen messbaren Einfluss auf Marken, Produkte und Verbraucher sowie auf deren Verhalten. Gründer und Selbstständige, die das ausblenden und ignorieren, vergeben damit die Chance für sich zu werben und den Kundenkontakt zu intensivieren. Es kann daher keinen Zweifel daran geben, dass sich moderne Unternehmen mit den Möglichkeiten, die „Social Media“ bietet, befassen und umsetzen müssen.

Dabei darf nicht übersehen werden, dass Social Media nicht ohne Risiken eingesetzt und verwendet werden darf: Vielmehr ist der Betreiber zum Beispiel einer Facebook-Seite dafür verantwortlich, dass über diese Seite keine Rechte Dritter verletzt werden. Bevor Sie oder Ihre Kunden Inhalte online stellen, muss also stets gewährleistet sein, dass weder Urheber-, Marken- und auch keine Persönlichkeitsrechte verletzt werden.

Schließlich geht mit dem aktuellen Datenschutzhype um die EU-Datenschutzgrundverordnung auch einher, dass insbesondere US-amerikanische Plattformen (wie zum Beispiel Facebook) verstärkt prüfen, inwiefern sie den gestiegenen datenschutzrechtlichen Anforderungen so gerecht werden können, dass Unternehmen Social Media-Kanäle anbieten können, ohne dabei der Gefahr von Abmahnungen ausgesetzt zu sein.

 

 

Darum sollten Sie Social Media für sich nutzen!

Die Vorteile der Nutzung von Social Media-Kanälen liegen auf der Hand: Mit vergleichsweise geringen Kosten kann die Bekanntheit gesteigert und das Unternehmensprofil geschärft werden. Nie war es einfacher, ein direktes Feedback seiner Kunden zu bekommen; nie war es einfacher, mit seiner Zielgruppe in Kontakt zu treten. Erreicht wird ein weltweites Publikum, was sich sogar nochmals „von selbst“ potenzieren kann, wenn Nutzer attraktive Inhalte „liken“, weiterempfehlen oder teilen und damit dafür sorgen, dass die Inhalte möglichst weit und intensiv verbreitet werden.

Stets steigender Beliebtheit erfreuen sich aber auch Bewertungsplattformen, die regelmäßig mit Blick darauf beobachtet werden müssen, wie das eigene Unternehmen abschneidet. Die beste Werbung ist nichts wert, wenn Endkunden mit einem Klick auf ein Bewertungsportal entdecken, dass es unzufriedene Kunden gegeben hat; das wird nach wie vor von sehr vielen Unternehmen unterschätzt.

 

 

Social Media für Selbstständige: Aktionen, Strategien und Kampagnen planen

Ausgangspunkt jeder Social Media-Strategie sind die beiden Fragen, welche Zielgruppe man erreichen möchte einerseits sowie die Auswahl der konkreten Social Media-Kanäle andererseits.

Erfahrungsgemäß bietet sich anfangs der Grundsatz an „Weniger ist mehr“: Statt sich also in vier, fünf oder gar sechs Social Media-Kanälen einzusetzen und zu engagieren, sollten sich Unternehmer auf deutlich weniger Medien konzentrieren, diese dann aber umso mehr sorgfältig beobachten und pflegen.

Teil der Strategie muss auch sein, wer die Inhalte zur Verfügung stellen soll: Ausschließlich die Endkunden, oder auch die Unternehmen bzw. Franchisepartner selbst? Diese Frage ist vor allem vor dem Hintergrund wichtig, wie ggf. mit negativen Äußerungen umzugehen ist – alles wäre besser, als einen negativen Kommentar einfach so kommentarlos stehen zu lassen.

Doch eine kluge Social Media-Strategie setzt viel früher ein: Denn bei der Gründung eines Unternehmens müssen überhaupt erst einmal die Internetseite sowie die damit verbundenen Social Media-Kanäle bekannt gemacht werden. Und nur der einfache Hinweis, der einfache Link auf Facebook & Co. reichen heutzutage nicht mehr aus, um interessierte Zielgruppen dafür zu begeistern. Empfehlenswert sind nicht nur der einfache Hinweis, zum Beispiel im Ladengeschäft des Einzelhändlers oder dem Wartezimmer der Arztpraxis, sondern auch Suchmaschinenoptimierung (SEO – search engine optimization), Gewinnspielaktivitäten, Treue- und Bonuskarten sowie regelmäßige Mitmachaktionen.

Teil der Strategie ist schließlich auch, dass Unternehmen ihren Social Media-Auftritt so nutzen müssen, dass sie nicht gegen das Urheberrechts- und Markengesetz verstoßen sowie persönlichkeits-, wettbewerbs- und auch datenschutzrechtlich abgesichert sind. Das beginnt bereits mit einem vollständigen Impressum, beinhaltet aber auch die Sensibilität beurteilen zu können, ob zum Beispiel Fotos mit abgebildeten Mitarbeitern verwendet werden dürfen oder nicht.

 

 

Diese drei Social Media Tipps helfen Gründern und Selbstständigen!

Gründer und Selbstständige werden – wenn sie nicht die Hilfe spezialisierter Agenturen zu Hilfe nehmen, was durchaus empfehlenswert sein kann – grundsätzlich selbst beurteilen können, welche Social Media-Kanäle für ihr Geschäftsmodell am geeignetsten erscheinen. Grundsätzlich sind dabei folgende Tipps hilfreich, um vor Abmahnungen geschützt zu sein:

 

 

  • Lieber verlinken als einbetten! – Während bis vor kurzem nahezu risikolos verlinkt werden konnte, ist das nunmehr nicht mehr der Fall. Insofern verunsichert die EuGH-Rechtsprechung hierzu (insbesondere das Urteil „GS Media“) nicht nur die Unternehmen, sondern auch deren Anwälte. Bis zur eindeutigen und endgültigen Klärung dieser Rechtsfrage sollten alle Inhalte auf Social Media-Kanälen im Zweifel lieber verlinkt als eingebettet werden;
  • Lieber eigene Inhalte als fremde! – Zwar bieten zum Beispiel sogenannte Microstockagenturen wie pixelio.de oder fotolia.com günstige Bildrechte an (in der Regel kostenlos, ohne jede Vergütung!), dennoch müssen sich Unternehmen, die Bildmaterial aus diesen Quellen einsetzen, sehr genau vergewissern, ob die entsprechenden Lizenzbedingungen eingehalten werden;
  • Lieber offensiver Umgang mit negativen Äußerungen als darüber hinwegzusehen! – Selbst das noch so gut organisierte Unternehmen wird irgendwann auch einmal Gegenstand von Kritik, sei sie berechtigt oder nicht. Reagieren Sie darauf höflich und je nach Anlass kann auch ein pointiert-witziger Kommentar weiterhelfen. Das ist in jedem Fall besser als negative Äußerungen einfach nur stehenzulassen und darauf zu vertrauen, dass sie von normalen oder gar positiven Kommentaren überdeckt werden.

 

 

Fazit

Überprüfen Sie zunächst, ob Sie die richtige Social Media Strategie gewählt haben – Kosten und Nutzen müssen in einem angemessenen Verhältnis stehen.

Tipp für Franchisegeber: Sollten Sie Franchisepartner haben, müssen Sie Regelungen oder zumindest Richtlinien vorsehen, anhand derer Ihre Partner leicht erkennen können, ob die eingestellten Inhalte in zulässiger Weise eingestellt werden – sehr empfehlenswert sind dazu die vom Deutschen Franchiseverband e.V. entwickelten „Social Media Guidelines“, die anschauliche Ausführungen dazu enthalten und viele praktische Tipps, damit Ihr Auftritt in „Social Media“ zum nachhaltigen Erfolg Ihres Unternehmens beiträgt.

 

Expertenstimme von Dr. Hermann Lindhorst

Autor:

SCHLARMANNvonGEYSO Rechtsanwälte Steuerberater Wirtschaftsprüfer Partnerschaft
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