3/15/2019

Selbstständig während des Studiums mit einem Franchise

 

 

Viele Studierende tragen sich mit dem Gedanken, noch während ihres Studiums den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Das bedeutet neben viel Verantwortung vor allem ein gutes Zeitmanagement, damit die Prüfungsleistungen nicht darunter leiden. Doch welche Punkte sollten angehende Hochschulabsolventen beachten, damit sie erfolgreich noch während des Hochschulbesuchs Teil eines Franchise-Unternehmens sein können?

 

 

Vorbereitung ist alles

Wer sich selbstständig machen will, sollte dies unter keinen Umständen überstürzt tun. Eine gute Vorbereitung ist daher das A und O. Am Wichtigsten ist beispielsweise die Erstellung eines Businessplans. Darin hält man fest, wie man sich die Zukunft, die Finanzierung und die Verwirklichung des Traums im Detail vorstellt. Dazu zählt im Übrigen auch, wie Studierende den Spagat zwischen Unternehmertum und Hochschule schaffen wollen. Es kann schließlich schnell passieren, dass die Prüfungen wegen des Gründerstresses schleifen. Dieser Umstand wirkt sich nicht nur negativ auf die Prüfungsergebnisse aus, sondern generell auf den Abschluss. Wer mit seiner Benotung unzufrieden oder der Meinung ist, dass während des Prüfungsverfahrens ein Fehler aufgetreten ist, kann sich an einen auf Prüfungsanfechtung spezialisierten Anwalt wenden. Dies sollte jedoch die Ausnahme und nicht die Regel sein – vor allem dann, wenn das schlechte Ergebnis aufgrund der Selbstständigkeit zustande kam.

 

Der Businessplan ist für alle Parteien interessant:

 

 

  • Die Studierenden setzen sich intensiv mit der Thematik auseinander und stellen dadurch potenzielle Fehlerquellen schnell fest.

 

  • Die Franchisegeber wollen stets wissen, wer sich aus welchem Grund für das Unternehmen interessiert und ob das Vorhaben wirklich Potenzial hat.

 

  • Sofern externe Geldgeber notwendig sind, um Teil eines Franchise zu werden, benötigen diese eine detaillierte Auflistung der vorhandenen Finanzen sowie eine Prognose, wie sich die Rückzahlung der Investition zusammensetzt.

 

 

Das eigene Mind-Set ausbauen

Prinzipiell stellt es kein Problem dar, als Studierender Franchisenehmer zu werden. Dennoch unterscheidet sich die Theorie deutlich von der Praxis. Wer beispielsweise BWL studiert, hat den klaren Vorteil, sich bereits in wirtschaftlichen Sachverhalten auszukennen – diese müssen aber auch im Alltag angewendet werden können! Daher ist es unabdingbar, sich frühzeitig um das eigene Mind-Set zu kümmern und sich in verschiedenen Bereichen weiterzubilden:

 

 

  • Buchhaltung

 

  • Marketing

 

  • Vertrieb

 

  • Verkauf

 

  • etc.

 

 

 

Selbstverständlich existieren verschiedene Vorgaben des Franchisegebers. Das betrifft zum Beispiel das Corporate Design, die Produktpreise oder die Angebotspalette. Nichtsdestotrotz muss der Franchisenehmer wissen, was er tut. Denn es gibt noch viele weitere Bereiche, in denen der Studierende selbstständig agieren muss.

 

 

Netzwerk nutzen!

Wie bereits erwähnt, existieren bei einem Franchise-Unternehmen klare Vorgaben. Das ist jedoch nicht alles: Es gibt ebenfalls ein vorhandenes Netzwerk, welches es zu nutzen gilt! Nicht jeder Gründer hat den Vorteil, sich mit anderen Unternehmern austauschen zu können und wichtige Tipps zu erhalten. In einem Franchise-Universum sieht das alles jedoch ganz anders aus. „Fragen, fragen, fragen“ und vorhandene Ressourcen nutzen, lautet daher die Devise!

 

 

Gewerbe anmelden

Wer langfristig selbstständig tätig sein will, muss ein Gewerbe anmelden und sich bei der Gemeinde einen entsprechenden Gewerbeschein abholen. Ausgenommen sind Freiberufler. In der Regel handelt es sich bei einem Franchise-Unternehmen jedoch nicht um eine freiberufliche Tätigkeit, daher wird man um die Gewerbeanmeldung nicht herumkommen. Sobald dies getan ist, informiert die Gemeinde alle relevanten Stellen:

 

  • Finanzamt

 

  • Handelsregister

 

  • Industrie- und Handelskammer bzw. Handwerkskammer

 

  • Berufsgenossenschaft

 

  • etc.

 

 

Es empfiehlt sich jedoch, aktiv bei der Gemeinde nachzufragen, ob sie dies auch wirklich tun. So vermeidet man ein böses Erwachen und ist auf der sicheren Seite.

 

 

Die Frage nach der Krankenversicherung

Bis zum 25. Lebensjahr sind Studierende über die Eltern familienversichert. Im Anschluss daran müssen sie sich selbst versichern. Im Grunde stellt es kein Problem dar, neben dem Studium selbstständig tätig zu sein – es gibt jedoch die monatliche Grenze von 450 Euro. Zudem ist für Krankenversicherungen relevant, wie viel man nebenbei arbeitet. Um in der studentischen Versicherung zu bleiben, dürfen es nicht mehr als 20 Stunden in der Woche sein – ansonsten ist man nicht mehr hauptberuflich Student. Es empfiehlt sich aus genau diesem Grund auch ein Besuch bei der Studienberatung. Denn im Rahmen einer Selbstständigkeit innerhalb eines Franchise-Unternehmens kann es schnell passieren, dass die 20 Stunden überschritten werden. Eventuell mischt sich dann auch die Universität selbst ein. Ein Teilzeit-Studium kann dann die Lösung sein. Detaillierte Informationen zu diesem Thema finden Interessierte hier.

 

 

Wie sieht es mit BAföG aus?

Studierende, die BAföG erhalten, aber dennoch den Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollen, müssen bestimmte Richtlinien einhalten:

 

  1. Das maximale Einkommen darf 4.410 Euro nicht überschreiten.
  2. Der Freibetrag beträgt 290 Euro.

 

 

Als Franchisenehmer werden die Gewinne im Idealfall deutlich höher ausfallen, als die Freibeträge und Richtlinien vorsehen. Daher sollten sich Studierende mit BAföG-Bezug darauf einstellen, dass sie langfristig nicht mehr BAföG-berechtigt sein werden.

 

 

Es gibt nicht nur die Krankenversicherung

Selbstständige benötigen in der Regel deutlich mehr. Dennoch sollte man stets dem Vorsatz folgen: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Wichtig ist in erster Linie, sowohl die eigene Arbeitskraft als auch das Unternehmen zu schützen. 

 

Berufsunfähigkeitsversicherung

Selbstständige haben das Problem, dass beim Verlust ihrer Arbeitskraft keine gesetzliche Absicherung durch den Bund existiert. Normale Arbeitnehmer erhalten in der Regel eine Erwerbsminderungsrente. Diese fällt – wenn überhaupt – nur äußerst gering für Selbstständige aus. Daher ist es zwingend notwendig, sich in diesem Bereich abzusichern.

Da Studierende meist über ein beschränktes Einkommen verfügen und die Selbstständigkeit nicht vom ersten Tag an hohe Gewinne abwirft, verzichten viele auf eine BU. Langfristig ist das nicht sinnvoll. Es gibt verschiedene Berufsunfähigkeitsversicherungen mit kleinen Anfangsbeiträgen, die sich später an das Einkommen anpassen lassen. Antworten auf viele Fragen bezüglich der BU gibt dieser Ratgeber.

 

Betriebshaftpflichtversicherung

Auf diese sollte kein Unternehmer verzichten. Denn sie tritt immer in Kraft, wenn der Selbstständige oder dessen Mitarbeiter in irgendeiner Weise Schäden verursachen. Dank der Betriebshaftpflicht werden die Kosten abgedeckt – übrigens auch Personenschäden!

 

Firmenrechtsschutzversicherung

Um gewerbliche Risiken abzusichern, lohnt sich auf jeden Fall eine Firmenrechtsschutzversicherung. Sie tritt in Kraft bei folgenden Sachverhalten:

 

 

  • Vertragsrecht

 

  • Sachenrecht

 

  • Arbeitsrechtsschutz

 

  • Steuerstreitigkeiten

 

  • Evtl. Verstöße gegen Wettbewerbsrecht

 

 

In der Regel übernimmt die Versicherung die anfallenden Kosten und steht dem Selbstständigen mit Rat und Tat zur Seite.

 

Weitere (optionale) Versicherungen

Es gibt eine Vielzahl an weiteren Versicherungen, die für Selbstständige relevant sein könnten. Wichtig ist aber, sich im Vorfeld Gedanken darüber zu machen, welche wirklich benötigt werden, bevor man wahllos unnötige Verträge unterschreibt.

 

 

  • Berufshaftpflichtversicherung

 

  • Produkthaftpflichtversicherung

 

  • Betriebsinhaltsversicherung

 

  • Betriebsunterbrechungsversicherung

 

  • Vermögensschaden-Haft­pflicht­versicherung

 

  • Geschäfts­versicherung

 

  • Glasversicherung

 

  • etc.

 

 

Abhängig ist die Wahl der Versicherung von den beruflichen Risiken. Ein Besuch bei einem unabhängigen Versicherungsberater ist empfehlenswert. Dieser geht jeden einzelnen Punkt mit dem Studierenden durch und hilft bei der Entscheidung, welche Versicherung wirklich notwendig ist.

 

Bildquelle @pixabay kaboompics

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