3/16/2016

Private Krankenversicherung – das müssen Franchisenehmer wissen

Franchisenehmer, die sich entscheiden, selbstständig und eigenverantwortlich einen Betrieb zu führen, haben die Chance auf ein sichereres und geregeltes Einkommen. Sie sind nicht mehr über die gesetzliche Krankenkasse pflichtversichert und können sich entweder für eine freiwillige Weiterversicherung entscheiden oder in die private Krankenversicherung wechseln. Der Wechsel lohnt sich in vielen Fällen, da die Beiträge einkommensunabhängig sind, der Versicherungsschutz in diversen Tarifen ausgedehnter und die Krankenversicherung steuerlich absetzbar ist. Zudem lässt sich der Verdienstausfall darüber absichern.


Vergleich der privaten Krankenversicherungen
Da jeder Franchiseunternehmer anders verdient und unterschiedliche Bedürfnisse hat, was die Leistungen der Krankenkasse angeht, ist ein Vergleich der privaten Krankenversicherungen sinnvoll. Die Tarife für gleiche Leistungen unterscheiden sich zum Teil erheblich. Der Vergleich hilft, sich im Tarifdschungel zu orientieren. Existenzgründer können über den Vergleichsrechner verschiedene Leistungsklassen miteinander vergleichen und dabei angeben, wie hoch die Selbstbeteiligung sein soll.


Die Betragsberechnung der privaten Krankenversicherung basiert auf dem Alter und den Vorerkrankungen des Antragstellers. Die gewünschten Leistungen erhöhen oder senken den Beitrag weiter. Das Einkommen spielt für die Berechnung keine Rolle. Junge Gründer können von einem Basistarif profitieren. Dieser ist gesetzlich vorgeschrieben und orientiert sich im Umfang und der Art an den Leistungen der gesetzlichen Kassen. Der Basistarif ist frei von Risikozuschlägen. Eine vereinfachte Gesundheitsprüfung reicht hier aus.


Wartezeiten der privaten Krankenversicherung
Der Wechsel in die Private kann sich über mehrere Monate erstrecken. Das müssen Selbstständige wissen. Kommt es in der Zwischenzeit zu einer Erkrankung, müssen sie die Behandlungskosten selbst zahlen. Wer chronische Beschwerden hat oder schwanger ist, sollte einen geeigneten Zeitpunkt für den Wechsel auswählen. In einigen Fällen lässt sich die Wartezeit mit einem Attest verkürzen. Für dieses spezielle Dokument nimmt ein Arzt eine umfassende Gesundheitsprüfung vor und teilt der Versicherung mit, ob Erkrankungen vorliegen oder nicht. Die private Krankenversicherung bestätigt in der Regel sofort nach dem Erhalt des Attests die Aufnahme.


Welche Vorteile ergeben sich für Franchisenehmer in der privaten Krankenkasse?
Der größte Vorteil ist in den angebotenen Leistungen gegeben. Privatversicherten stehen eine Reihe an Service-Leistungen zur Verfügung, die es bei den gesetzlichen Kassen nicht gibt. Sie profitieren von freier Arztwahl, Kostenerstattungen für Zahnbehandlungen, Einzelzimmern im Krankenhaus, verringerten Wartezeiten für ärztliche Termine, besseren Krankenschutz bei Aufhalten im Ausland sowie von mehr Flexibilität. Franchisenehmer, die verschiedene Risiken abgesichert haben, diese jedoch über mehrere Jahre nicht in Anspruch nehmen, können in der Regel eine anteilige Beitragsrückerstattung verlangen. Weiterhin finden alle Abrechnungen transparent statt. Die Versicherten sind komplett über alle abgerechneten Leistungen und Behandlungen informiert.


Nachteile der privaten Krankenversicherung
Einmal private Krankenversicherung, immer private Krankenversicherung. Wer sich von der gesetzlichen Krankenkasse hat befreien lassen, kann das nur schwer rückgängig machen. Erst wenn der Versicherte in ein Angestelltenverhältnis wechselt, und das vor seinem 55 Lebensjahr, hat er die Chance in das gesetzliche System zurückzukehren. Die Beträge in der Privatversicherung steigen im Laufe der Jahre immer weiter an. Im schlimmsten Fall rechnet die Versicherung den Tarif neu aus. Daraus kann eine extreme Steigerung des Beitragssatzes resultieren. Wenn das Einkommen des Franchisenehmers sinkt oder er nicht mit fixen monatlichen Einnahmen rechnen kann, wird der private Gesundheitsschutz unbezahlbar. Der Beitrag lässt sich zwar durch eine Leistungskürzung und Erhöhung der Selbstbeteiligung mindern, doch wenn es zu einer schlimmen Erkrankung kommt, wird es wieder teuer. Weiterhin bieten private Kassen keine Familienversicherung an. Für Kinder müssen eigene Verträge mit Beitragszahlungen abgeschlossen werden.


Eignet sich die private Krankenversicherung immer?
Wer viele Versicherungsleistungen in Anspruch nehmen will, muss viel Geld zahlen. Zwar sind die Beiträge nicht vom Einkommen abhängig, doch die Privatversicherung lohnt sich nur, wenn die Antragsteller jung und gesund sind und genug verdienen und monatlich ein paar Hundert Euro für die höheren Altersbeiträge ansparen können. Weiterhin ist die private Krankenversicherung mit einem großen Aufwand verbunden. Auf die Versicherten kommt viel Papierkram zu. Sie müssen Arztrechnungen zuerst bezahlen und dann für die Erstattung einreichen. Wer erst nach dem 30. Lebensjahr in eine Private wechselt, muss außerdem einkalkulieren, dass er im Rentenalter das Dreifache des ursprünglichen Tarifs, rund 800 Euro, zahlen wird. Bei einer geringen Monatsrente wird es schnell finanziell eng.


Für Beamte ist die private Krankenversicherung günstiger als die gesetzliche, weil sie und ihre Familienmitglieder Beihilfe zu den Krankheitskosten erhalten, sprich der Arbeitgeber einen Teil der Beiträge übernimmt.


Welche privaten Krankenkassen sind gut?
Das Deutsche Institut für Service-Qualität hat zwanzig der wichtigsten, privaten Krankenkassen unter die Lupe genommen und sie einer Leistungsanalyse unterzogen. Die Studie ergab, dass viele Privaten einen schlechten oder befriedigten Service und ein minderwertiges Preis-Leistungs-Verhältnis haben. Auch zeigte sich, dass unter den Anbietern große Preisunterschiede herrschen. Bei vielen Versicherern ließ die E-Mail Beantwortung zu wünschen übrig. Der Internetauftritt war bei fast allen untersuchten Krankenkassen zu unübersichtlich. Gut abgeschnitten haben bei dem Test die Allianz, die Münchner Verein, die SDK und die Central.


Hilfestellung beim Wechsel von der gesetzlichen Kasse in die Private und zurück leisten die Verbraucherzentralen sowie zugelassene Versicherungsberater. Bei Problemen können sich Franchisenehmer telefonisch oder per E-Mail an den Ombudsmann wenden. Er vermittelt bei Konflikten mit der privaten Krankenversicherung.

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