10/8/2018

Personalsuche selbstständiger Franchisenehmer

Franchise-Unternehmen sind ein beliebtes Geschäftsmodell, welches wie jede Unternehmensform Vor- und Nachteile bietet. Franchisenehmer gelten rechtlich als selbstständige Unternehmer, die bei der Gründung auf die passende Rechtsform achten müssen. Zwar ist diese nicht bindend und kann später umgewandelt werden, jedoch muss der Franchisenehmer sich von Anfang an mit Themen wie Buchführung, Kapitalbeschaffung, Steuern, Haftung und oftmals auch mit Personalwesen befassen.

Gerade bezüglich Personalsuche kennen sich (Franchise-)Gründer oft nicht ausreichend aus, gilt es doch, sich in vielen rechtlich relevanten Bestimmungen zurecht zu finden.

 

 

Personal gesucht – wie Franchisenehmer gutes Personal finden können

Während in größeren Firmen das Personalbüro die Besetzung von offenen Stellen übernimmt, müssen Franchisenehmer zumindest anfangs diese Aufgabe selbst meistern. Recruiting ist eine Herausforderung, die bereits beim Stellenanzeigen aufgeben beginnt:

 

 

  • Man sollte sich vorab Gedanken darüber machen, welche Qualifikationen, Erfahrungen und Eigenschaften Angestellte haben sollten.

 

  • Große Portale wie Monster oder Insteed zu benutzen ist nicht sonderlich zu empfehlen, da der Verwaltungsaufwand sehr zeitaufwendig und mit höheren Kosten verbunden ist. Kleinere, regionale Stellenanzeiger oder Nischenportale bringen weniger Aufmerksamkeit und dadurch auch weniger Antworten. Wenn man unsicher ist, ist eine Beratung empfehlenswert.

 

  • Das Unternehmen sollte kurz vorgestellt werden.

 

  • Es sollte unbedingt erwähnt werden, welche Aufgaben der neue Mitarbeiter übernehmen wird.


  • Die Stelle sollte ausführlich beschrieben werden. Ein klares Anforderungsprofil sollte bei der Stellenanzeige genannt werden.

 

  • Während das Gehalt in der Stellenanzeige nicht erwähnt werden muss, sollte aber kurz auf die Arbeitsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten eingegangen werden.

 

  • Es sollte nicht vergessen werden den Eintrittstermin, die Kontaktdaten und den Ansprechpartner zu benennen.

 

 

Wichtig: Es ist nicht erlaubt, Stellensuchende in einem Inserat zu diskriminieren. Das betrifft auch das Alter.

Neben dem Aufgeben von Stellenanzeigen gibt es noch weitere Möglichkeiten, passendes Personal zu finden. Fakt ist: Viele gute Jobs gehen unter der Hand weg. Vielleicht könnte auch das persönliche Netzwerk hilfreich sein. Mitunter kennt jemand aus dem Bekanntenkreis eine Person, die dringend einen neuen Job sucht und die nötige Qualifikation mitbringt.

Eine weitere Möglichkeit, Personal für einen Franchise-Betrieb zu finden, bieten die sozialen Medien. Zum Beispiel gibt es auf Facebook viele Jobgruppen für jeden Anspruch. Mit der Suche in einer Gruppe aus der eigenen Region oder dem entsprechenden Berufszweig, bestehen gute Chancen, die freie Stelle auf diesem Weg besetzen zu können. Dabei profitiert man von zwei Pluspunkten: Eine Stellenanzeige auf Facebook ist kostenlos. Auf den Profilen der Bewerber bekommen man schon einen ersten Eindruck. Die wenigsten FB-Nutzer stellen ihr komplettes Profil privat ein.

 

 

Was Franchisenehmer bei der Personalsuche beachten müssen

Wenn die ersten Bewerber zum Vorstellungsgespräch erscheinen, sollte man gut vorbereitet sein. Es genügt, vor allem bei Kleinunternehmen, nicht, sich als Vorbereitung nur mit den Bewerbungsunterlagen der eingeladenen Kandidaten zu befassen. Gerade, wer ein neues Unternehmen startet, wird oft misstrauisch von den Mitbewerbern beobachtet. Man kann es sich nicht leisten, Bewerber zu verärgern. Es sollte eine Strategie zurechtgelegt werden, wie Ablehnungen diplomatisch vermittelt werden können. Auch sollte man beachten, dass Stellensuchende meist sehr gut über ihre Rechte und die entsprechenden Gesetze informiert sind.

 

 

Was Franchisenehmer mit dem Personal vertraglich vereinbaren müssen

Es sollte sich keinesfalls auf eine Zusammenarbeit ohne Vertrag eingelassen werden. Auch sollte nicht einfach ein formloser Arbeitsvertrag ausgestellt werden. Im Internet lassen sich verschiedene Musterverträge finden, die genutzt werden können. Folgende Punkte gehören in jeden Arbeitsvertrag:

 

 

Probezeit

  • Es ist üblich, dass eine Probezeit vereinbart wird. In der Regel kann während dieser Zeit der Arbeitsvertrag von beiden Seiten innerhalb einer Woche gekündigt werden. In der Probezeit sollte der neue Angestellte alle relevanten Tätigkeiten kennengelernt haben und beide Seiten, Arbeitnehmer und Arbeitgeber, abschätzen können, ob die Zusammenarbeit passt. Es muss vertraglich vereinbart werden, wann die Probezeit endet.

 

Lohn

  • Ein wichtiger Bestandteil des Arbeitsvertrages ist natürlich der Lohn. Neben dem Monatslohn werden weitere Lohnbestandteile, wie Einkaufsvergünstigungen, Weihnachtsgeld, etc. festgehalten.

 

Befristet oder unbefristet

  • Im Arbeitsvertrag muss ersichtbar sein, ob ein Vertrag unbefristet ist oder an einem bestimmten Termin endet.

 

Pausenregelungen

  • Natürlich sind den Angestellten Pausen zu gewähren. Diese richten sich nach der allgemeinen Gesetzgebung und sollten im Arbeitsvertrag festgehalten werden.

 

Ferien

  • Hier gilt das gleiche, was bereits für die Pausen genannt wurde. Ein Franchisenehmer darf seinen Mitarbeitern die Anzahl der Ferientage nicht einfach kürzen, sondern muss sich an das Arbeitsgesetz halten.

 

Aufgaben und Position

  • Im Arbeitsvertrag müssen alle Aufgaben sowie die Position, die der Arbeitnehmer im Unternehmen ausüben wird, ersichtlich sein. Dabei ist auch genau zu definieren, in welchem Umfang der Angestellte für das Unternehmen tätig sein wird. Der Beschäftigungsumfang wird normalerweise in Prozenten angegeben.

 

Kündigungsfrist

  • Nicht zu vergessen ist die Kündigungsfrist, in welcher der Vertrag von beiden Seiten beendet werden kann. Die Kündigung sollte in der Regel schriftlich erfolgen.

 

 

Auch Franchisenehmer müssen neues Personal anmelden

Wie in jedem Unternehmen, so muss auch in einem Franchiseunternehmen der neue Mitarbeiter für die Sozialversicherungen und die Krankenkasse angemeldet werden. Er benötigt eine Lohnsteuerkarte und Steuer-Identifikationsnummer. Sollte ein ausländischer Arbeitnehmer eingestellt werden, sind für diesen eine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis zu beschaffen.

 

 

Lohnt es sich, einen neuen Mitarbeiter für ein Franchise-Betrieb einzustellen?

Auch wenn die vorgehend genannten Punkte aufwendig erscheinen, ist der Prozess von der Stellenausschreibung bis zur Einstellung doch eine einmalige Sache, die letztendlich dem Unternehmen eine Erleichterung bringt. Ein Angestellter kann im Ein-Mann-Betrieb (oder Ein-Frau-Betrieb) enorm entlasten. Wenn das Arbeitsklima stimmt, wird ein neuer Mitarbeiter in stressigen Zeiten den Rücken freihalten, kann die Urlaubsvertretung übernehmen und mit an einem Strang ziehen.

 

 

Für die Personalsuche sollte eine Checkliste erstellt werden

Für einen selbstständigen Franchisenehmer, der erstmals Personal einstellt, ist es empfehlenswert, eine Checkliste zu erstellen und diese abzuarbeiten. Man erspart sich viel Ärger, wenn man an alles denkt und vor allem keinen der rechtlich relevanten Schritte auslässt. Die meisten Punkte wurden bereits erwähnt. Je nach Branche kommen noch einige weitere hinzu:

 

 

  • In Berufen, die einen hohen hygienischen Standard verlangen, muss vom Gesundheitsamt ein Unbedenklichkeitsnachweis vorliegen.

 

  • Minijobber müssen bei der Minijobzentrale angemeldet werden.

 

  • Bei Unternehmern, die Angestellte beschäftigen, wird eine Betriebsnummer benötigt.

 

  • Der Arbeitsvertrag bildet die rechtliche Grundlage für die Anmeldungen bei der Sozialversicherung und der Steuer und muss deshalb zwingend vorher von beiden Seiten unterzeichnet werden.

 

 

Bildquelle:

pixabay @ rawpixel (CCO public domain)

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