7/31/2018

Intralogistik als Herausforderung für Franchisenehmer

Die Vorteile, als Selbstständiger ein schon bestehendes Geschäftsmodell als Franchise zu führen, liegen auf der Hand. Als Franchisenehmer profitiert man von der Expertise des Franchisegebers und hat die Sicherheit, dass sich das Geschäftsmodell bereits auf dem Markt bewährt hat. Besonders für unerfahrene Gründer ist es hilfreich, wenn sie bestehende Geschäftsstrukturen einfach übernehmen können und der Franchisegeber als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Doch während beispielsweise das Corporate Design des Geschäftsmodells vom Franchisenehmer übernommen werden muss, gilt das nicht immer auch für Prozesse wie etwa die Logistik.

 

 

Innerbetrieblicher Warenfluss: Definition von Intralogistik

Die Intralogistik eines Unternehmens ist der Grundstein für den internen Material- und Warenfluss. Der Warenumschlag ist ebenso Teil der Intralogistik wie der Informationsstrom, der dafür sorgt, dass die Prozessorganisation reibungslos vonstattengeht. Der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagebau) definiert die Intralogistik deshalb als die "Organisation, Steuerung, Durchführung und Optimierung des innerbetrieblichen Materialflusses, der Informationsströme sowie des Warenumschlags in Industrie, Handel und öffentlichen Einrichtungen". In Franchise-Systemen bietet der Franchisegeber dem Franchisenehmer im Idealfall Unterstützung bei der Abwicklung und Durchführung der Logistik an. Etwaige Probleme im Bereich der Logistik können so schon im Voraus durchdacht und vermieden werden. Dies umfasst jedoch oft nicht die Maschinen und Geräte, die man als Franchisenehmer in der Intralogistik benötigt. Hier bietet es sich dennoch an, den Kontakt zum Franchisegeber zu suchen, der für sein System womöglich gute Konditionen mit Lieferanten und Herstellern ausgehandelt hat. Ist die Intralogistik zwischen Franchisenehmer und -geber nicht vertraglich geregelt, steht der Franchisenehmer vor der Herausforderung, die betriebsinterne Logistik einerseits an die Branche, andererseits an die Größe des Unternehmens anzupassen. Dazu kommt, dass er sein Logistik-Management so effizient handhaben muss, dass er seine Pflichten gegenüber dem Franchisegeber erfüllen kann. Der Kostenpunkt ist dabei ein wichtiger Aspekt, denn die Franchisevereinbarung umfasst in der Regel Gebühren dafür, dass der Franchisenehmer das Geschäftsmodell übernehmen darf.

 

 

Intralogistik: Inhouse oder Outsourcing?

Je nach Unternehmensart und Geschäftsmodell stellt sich für den Franchisenehmer grundsätzlich die Frage, ob er die Intralogistik in Eigenregie und auf dem Betriebsgelände beziehungsweise in unmittelbarer Nähe zum Geschäft durchführen oder einen Dienstleister beauftragen möchte. Ob es sinnvoll ist, zum Beispiel das Warenlager selbst aufzubauen, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

 

 

  • Ist der Standort geeignet?
  • Welche Sicherheitsaspekte müssen bedacht werden?
  • Welche Vorschriften und Regularien kommen auf den Unternehmer zu?

 

 

Liegt der Standort des Franchisenehmers strategisch günstig - also etwa in der Nähe seiner Kunden - kann er mit Inhouse-Logistik die Kosten für den Transport niedrig halten. Weitere Vorteile sind, dass er die Qualität der Produkte überprüfen kann und immer mit den gleichen Mitarbeitern zusammenarbeitet. So können diese fachlich geschult und speziell auf die Produkte eingestellt werden. Doch die Inhouse-Option ist auch mit Herausforderungen verbunden; insbesondere, wenn die Intralogistik keine Kernkompetenz des Franchisenehmers ist. Die Lagerfläche sollte weder zu groß noch zu klein sein; Lagerbestände müssen akkurat kalkuliert werden - schließlich können die Lagerhaltungskosten bei falscher Bevorratung immens sein und den Gewinn des Franchisenehmers schmälern. Spezialisierte Flurförderzeug-, Lager- und Materialflusstechnik wie die bewährten Hubwagen von Jungheinrich hilft Franchisenehmern dabei, das Warenlager an die Produkte und die Standortbedingungen anzupassen und den Warentransport effizient zu gestalten.

 

 

Klassisches Outsourcing: Externes Warenlager mit Zusatzleistungen

Eine Entscheidung gegen die Inhouse-Logistik ist zwangsläufig eine für das Outsourcen des Warenfluss-Managements an einen externen Dienstleister. Sinnvoll ist dieser Schritt vor allem für junge Unternehmen, die schnell expandieren und sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren möchten. Externe Logistikdienstleister bieten dabei ein umfangreiches Leistungsspektrum an, welches das traditioneller Speditionsgewerbe weit übertrifft: Grundsätzlich lagert der externe Dienstleister die Ware für den Kunden und führt alle Prozesse wie das Einpacken und Versenden der Ware sowie mitunter auch die Zusammenstellung oder den Zusammenbau von Einzelteilen sowie die Rechnungsstellung selbstständig durch. Bei der Inanspruchnahme eines solchen Fulfillment-Dienstleisters können Franchiseunternehmer also leichter mit anderen Unternehmern mithalten, denn hohe Investitionen in Maschinen oder eine Fahrzeugflotte entfallen. Passt das Outsourcing des Logistikmanagements zum Geschäftskonzept, dann können sich daraus für den Franchisenehmer folgende Vorteile ergeben:

 

 

  • Nutzung der spezialisierten Infrastruktur des Logistikdienstleisters
  • reibungslose Abläufe in der Logistik
  • mitwachsende Lagerkapazitäten
  • Zeit- und Kosteneinsparungen
  • Ansprechpartner mit Expertise

 

 

Doch auch das Outsourcing kann den Franchisenehmer vor die eine oder andere Herausforderung stellen. Zwar ist er dafür verantwortlich, welche Ware er beim Fulfillment-Dienstleister einlagert und kann deren Qualität zuvor überprüfen; doch auf die Prozesse, die der Kunde mit seiner Bestellung in Gang setzt, kann er keinen direkten Einfluss nehmen. So muss er sich darauf verlassen, dass die Mitarbeiter beim externen Logistikdienstleister kompetent mit der Ware umgehen und diese in guter Qualität beim Kunden ankommt. Außerdem sollte der Franchisenehmer über ausreichendes Kapital für den Kauf von Warenvorräten verfügen: Wer mehr einlagert, kann in der Regel bessere Konditionen mit dem externen Dienstleister aushandeln.

 

 

Komplettes Outsourcing mit Dropshipping

Franchisenehmer, die keine großen Investitionen in Ware tätigen und ihre Intralogistik komplett auslagern wollen, finden in der Dropshipping-Option die beste Lösung für ihre Bedürfnisse. Beim Dropshipping, auch Streckengeschäft genannt, bietet der Franchisenehmer Produkte an, die er selbst nicht auf Lager hat. Im Gegensatz zum klassischen Outsourcing hat der Franchisenehmer im gesamten Prozess keinen physischen Kontakt mit der Ware, sondern bestellt das Produkt nach der Kundenanfrage direkt beim Händler oder Hersteller. Diese Option bietet sich vor allem für Franchisenehmer im E-Commerce an, die über ein geringes Startkapital verfügen beziehungsweise neue Marketingstrategien oder neue Produkte testen wollen. Der Prozess läuft wie folgt ab: Geht eine Bestellung beim Franchisenehmer ein, dann kauft dieser nach Erhalt der Bezahlung des Kunden das Produkt beim Hersteller oder Großhändler. Dieser wiederum verpackt es neutral und schickt es an den Kunden. Der Franchisenehmer rechnet dann mit dem Großhändler ab. Die Vorteile liegen hier in der großen Produktpalette, die der Franchisenehmer anbieten kann, ohne dass er alle Waren im eigenen Lager haben muss. Doch ähnlich wie beim klassischen Outsourcing der Logistik an einen externen Fulfillment-Dienstleister ist auch die Dropshipping-Option mit Herausforderungen verbunden, denn als Franchisenehmer hat man wenig Einfluss auf

 

 

  • die Qualität der Produkte,
  • die Zufriedenheit der Kunden und
  • den Versand.

 

 

Wählt man diese Option für die betriebsinterne Logistik, dann muss man zudem mit einer geringeren Marge rechnen, da man die Produkte nicht in großen Mengen lagert und deshalb keine guten Konditionen mit dem Hersteller aushandeln kann.

 

 

Logistiklösungen nach Geschäftsmodell auswählen

Zusammenfassend gibt es in Bezug auf die Intralogistik nicht die eine Lösung, die sich für jeden Franchisenehmer anbietet. Vielmehr sollte man als Unternehmer bei der Wahl einer Logistikoption genau abwägen, welches Modell zu Geschäftsmodell und -strategie passt. Man sollte den Standort und die Kundschaft gut analysieren, um festzustellen, ob sich die Logistik gut und effizient inhouse umsetzen lässt. Wer sich ausschließlich auf das Kerngeschäft konzentrieren möchte, sollte das Outsourcing der Logistik in Betracht ziehen. Zwischen dem klassischen Outsourcing der Logistik an einen externen Dienstleister und dem Streckengeschäft entscheidet letztlich oft das Kapital. Möchte man lieber eine breite Produktpalette anbieten und nur wenig Ware einlagern, empfiehlt sich Dropshipping. Weiß man hingegen genau, welche Produkte gut beim Kunden ankommen, kann man gute Konditionen mit Herstellern aushandeln, die Ware bei einem externen Logistik-Dienstleister einlagern und sie mit einer hohen Gewinnspanne verkaufen.

 

Bildquelle:
pixabay.com © PublicDomainPictures (CC0 Public Domain)

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