9/12/2014

Gut abgesichert: Gesetzliche vs. private Krankenversicherung für Franchisenehmer

Private oder gesetzliche Krankenversicherung? Diese Frage stellen sich nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Selbstständige. Letztere haben den Vorteil, dass sie frei wählen dürfen. In diesem Ratgeber werfen wir einen Blick auf beide Versicherungsarten und erklären, welche mehr Sinn für den Franchisenehmer macht.


Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden ermittelte, nahmen 2011 genau 86 Prozent aller Erwerbstätigen die Leistungen einer gesetzlichen Krankenversicherung an. Bei den Selbstständigen beträgt diese Zahl lediglich 54 Prozent. Diese Statistik zeigt, dass jeder zweite Selbstständige die private Krankenversicherung bevorzugt. Welche Ursachen gibt es für diese Entscheidung?


Grundsätzlich lockt die private Krankenversicherung (PKV) mit verschiedenen Leistungsvorteilen, etwa einer höheren Kostenerstattung für Brillen und Zahnersatz, eine schnellere Terminvergabe für den Hausatzt und vieles mehr an. Günstig ist aber auch nicht immer gut. Billig kann auch schnell teuer werden. Aus diesem Grund ist ein Onlinevergleich der Krankenversicherungen immer ratsam. In diesem Vergleich können Franchisenehmer alle Anbieter und ihre Tarife miteinander vergleichen und sich für den entscheiden, der ihnen am geeignetsten erscheint.


Die gesetzliche Krankenversicherung für Franchisenehmer
Franchisenehmer haben, wie jeder andere Selbstständige auch, die Möglichkeit, freiwillig Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung (GFK) zu werden. Um Mitglied zu werden, müssen sie allerdings einige Voraussetzungen erfüllen. Als Franchisenehmer muss man in den letzten fünf Jahren vor Austritt…

  • mindestens zwei Jahre oder
  • direkt vor dem Ausscheiden ununterbrochen mindestens ein Jahr lang

…in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert gewesen sein. Selbstständige können die freiwillige Mitgliedschaft bis zu drei Monate nach Ausscheiden beantragen. Verpassen sie diese Pflicht, bleibt ihnen nur noch der Wechsel zur GKV.


Die Beiträge für Franchisenehmer in der gesetzlichen Krankenversicherung orientieren sich an ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Nach dem Sozialgesetzbuch für 2014wird ein fiktives Mindesteinkommen von 2.073,75 Euro herangezogen. Der Mindestbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung orientiert sich an der sogenannten Bezugsgröße, einer Bezugsgröße nach § 18 Sozialgesetzbuch IV. Als Mindesteinkommen für Franchisenehmer fallen demnach 1.382,50 Euro an.


Für den letzten Fall muss der Franchisenehmer jedoch einige Voraussetzungen erfüllen: Er muss einerseits einen Antrag ausfüllen, mit dessen Hilfe die Beitragsentlastung festgestellt werden kann. Dann prüft die Krankenversicherung, ob sie die Beitragsreduzierung durchführen kann. Ist dies der Fall, stuft sie den Versicherten im Folgemonat ein.


Franchisenehmer sollten wissen, dass sie seit 2009 keinen Anspruch auf Krankengeld als Lohnersatzleistung besitzen. Diesen Verdienstausfall können sie allerdings auf anderem Wege absichern:

  • durch den Abschluss eines GKV-Wahltarifs
  • durch die Absicherung über eine Krankentagegeldversicherung in der privaten Krankenversicherung
  • über die Zahlung des allgemeinen Beitragssatzes in der gesetzlichen Krankenversicherung


Franchisenehmer haben bei der Wahl der letzten Möglichkeit den Vorteil, dass sie sich das gesetzliche Krankgengeld ab dem 43. Tag ihrer Arbeitsunfähigkeit auszahlen lassen können. Die Auszahlung ist allerdings auf aktuell 2.835 Euro je Monat begrenzt. Für eine höhere Absicherung muss man eine der ersten beiden Optionen wählen.


Die private Krankenversicherung für Franchisenehmer
Wer nicht von den Tarifen und Leistungen der GKV begeistert ist, kann jederzeit in die private Krankenversicherung (PKV), nicht zu verwechseln mit der privaten Pflegeversicherung, wechseln. Die Versicherungszeiten in der gesetzlichen Krankenversicherung werden auf die Wartezeiten in der privaten Krankenversicherung angerechnet.


Da Selbstständige keinen Arbeitgeber besitzen, erhalten sie von ihm auch keinen Beitragszuschuss für ihre Krankenversicherung. Private Krankenversicherer bieten Selbstständigen aus diesem Grund spezielle Tarife an, bei denen sie sich günstig versichern können. Später können Franchisenehmer den Tarif mit weiteren Leistungen aufstocken.


Bei der Wahl einer privaten Krankenversicherung sollten Franchisenehmer auf Folgendes achten:

  • sie sollten mindestens stationäre, ambulante und Zahnleistungen versichern
  • das Krankentagegeld sollte nicht fehlen
  • die Wahl eines günstigen Einsteigertarifs, welcher später aufgestockt werden kann, ist sehr rentabel
  • ein Schutz gegen Einkommensausfall ist wichtiger als für Krankenhaustagegeld
  • der Krankenversicherer sollte Prämien realistisch kalkulieren


FAQ zu PKV und GKV für Franchisenehmer


Gibt es spezielle Tarife für Franchisenehmer bei privaten Krankenkassen?
Grundsätzlich gibt es bei privaten Anbietern eine große Auswahl an Tarifen:

  • kostengünstige Einsteigertarife
  • Tarife mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Tarife mit speziellen Leistungen

Jeder Versicherte entscheidet bei Vertragsabschluss, ob er mehr Wert auf einen hohen Leistungsumfang oder eine günstige Prämie legt. Bei den günstigen Grundschutztarifen ist häufig ein Optionsrecht zu finden, welches dem Versicherten erlaubt, den Vertrag ohne eine zusätzliche Gesundheitsprüfung aufzustocken.


Ebenfalls lohnenswert ist die Festlegung der Selbstbeteiligung: Versicherte können so dafür sorgen, dass die monatlichen Kosten durch die Beiträge gering bleiben. Einige Gesellschaften bieten spezielle Tarife für Unternehmer an, bei denen die Eigenbeteiligung bis zu 5.000 Euro pro Jahr beträgt.


Was geschieht, wenn ich die Versicherungspflicht vernachlässige?
Wer sich trotz Versicherungspflicht nicht versichert, der muss ein Bußgeld zahlen. Grundsätzlich schuldet man der Versicherung alle nicht bezahlten Beiträge seit Beginn der Versicherungspflicht. Die Versicherungspflicht gilt im Jahr 2014 für alle Menschen, früher lediglich für bestimmte Personengruppen. Zusätzlich zur Nachzahlung der Beiträge wird eine Strafgebühr erhoben.


Wann kann man als Franchisenehmer in die PKV wechseln?
Wer eine selbstständige Tätigkeit zum ersten Mal aufnimmt, kann selbst bestimmen, ob er die Leistung eines privaten oder gesetzlichen Anbieters annimmt. Für Unternehmer gilt die Einkommensgrenze zum Wechsel in die PKV nicht. Wer bereits selbstständig ist, jedoch der gesetzlichen Krankenkasse beigehört, kann unter Berücksichtigung der Kündigungsfrist zur PKV wechseln. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel zwei Monate zum Monatsende.


Wie wirken sich Unisex-Tarife auf Franchisenehmer aus?
Die seit 2013 aktiven Unisex-Tarife gelten für Männer und Frauen privater Krankenkassen gleichermaßen. Im Grunde müssen alle Tarife geschlechtsneutral kalkuliert werden. Männer wurden bei PKV-Beiträgen bis 2013 geringer eingestuft. Die Neuregelung bedeutet höhere Prämien zwischen fünf und 35 Prozent. Dennoch lohnt sich der Wechsel in die PKV für Franchisenehmer: Wer ein höheres Leistungsspektrum wünscht, erhält in der privaten Krankenversicherung meist den besseren Tarif.


Wie viel zahlt man maximal in der GKV?
Gemäß der monatlichen Bemessungsgrenze für das Jahr 2014 (4.050 Euro) ergeben sich für Franchisenehmer die nachfolgenden Maximalbeiträge:

  • Beitrag für Krankenversicherung ohne Krankengeldanspruch: 603,45 Euro
  • Beitrag für Krankenversicherung mit Krankengeldanspruch: 627,75 Euro
  • Pflegebeitrag für Eltern: 83,03 Euro
  • Pflegebeitrag für Kinderlose: 93,15 Euro


Wie hoch ist der Mindestbeitrag in der GKV?
Selbstständige, die nachweisen können, dass ihre monatlichen Einnahmen geringer als die Beitragsbemessungsgrenze ist, zahlen einen kleineren Beitrag pro Monat. Im Jahr 2014 müssen Franchisenehmer Beiträge in Höhe von mindestens 2.073,75 Euro zahlen. Auf diese Summe wird der Beitragssatz für Tarife ohne Krankengeldanspruch (14,9 Prozent) beziehungsweise für Tarife mit Krankengeldanspruch (15,5 Prozent) gezahlt. Daraus resultiert ein Mindestbeitrag von 308,99 beziehungsweise 321,43 Euro.


Zusätzlich zu diesen Beiträgen kommt eine Zahlung für die gesetzliche Pflegeversicherung von 42,51 Euro pro Monat für Eltern beziehungsweise 47,70 Euro für Kinderlose. Sollte das Familieneinkommen unter dem Mindestbeitrag für 2014 liegen, kann eine Beitragssenkung erfolgen. Bei vorliegender Bedürftigkeit wird der Mindestbeitrag auf ein monatliches Einkommen von 1.382,50 Euro erhoben. Betroffene zahlen dann 205,99 Euro ohne Krankengeld beziehungsweise 214,29 mit Krankengeld zuzüglich 28,34 Euro für Eltern beziehungsweise 31,80 Euro für Kinderlose.

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