5/20/2019

Gut abgesichert: Die wichtigsten Versicherungen für Unternehmer

 

 

Wer ein Unternehmen gründet, übernimmt damit eine große wirtschaftliche Verantwortung: Für sich selbst, für Kunden, für Lieferanten und andere Geschäftskontakte und je nach Unternehmensgröße auch für Mitarbeiter. Um auch unvorhergesehene Entwicklungen ausgleichen und professionell auf Schwierigkeiten reagieren zu können, sollten Unternehmer von Anfang an über einen umfangreichen Versicherungsschutz nachdenken.

 

 

Der Bedarfscheck bringt Ordnung in den Versicherungsdschungel

Vor allem Existenzgründer und junge Unternehmer sehen sich häufig in einem Zwiespalt: Oft stehen sie zwischen einem eher begrenzten Budget und dem Wunsch, sich und ihr aufstrebendes Business gegen alle möglichen wirtschaftlichen Risiken abzusichern.

Hier gilt die Empfehlung: So viel wie nötig versichern, aber gleichzeitig auch so wenig wie möglich. Unternehmer, die selbst nicht die ausreichende Sachkenntnis im Versicherungsbereich mitbringen, sollten sich auf die Empfehlung eines Versicherungsfachmannes verlassen. Ein Bedarfscheck durch einen Makler, der auf Unternehmen spezialisiert und von einzelnen Versicherern unabhängig ist, zeigt schnell, was notwendig ist, um die eigene wirtschaftliche Existenz ausreichend abzusichern.

Eine erste gute Anlaufstelle sind in diesem Zusammenhang die jeweiligen Branchenverbände. Dort finden Unternehmer kompetente Ansprechpartner aus der Versicherungsbranche, die hilfreiche Empfehlungen zu einem sinnvollen Versicherungsschutz aussprechen können.

 

 

Krankenversicherung für Unternehmer

Auch Gründer und Unternehmer sind gesetzlich dazu verpflichtet, eine Krankenversicherung abzuschließen. Dabei haben sie unabhängig von ihrem Einkommen die freie Wahl, ob sie sich gesetzlich oder privat krankenversichern möchten.

Um einen längeren krankheitsbedingten Verdienstausfall wirtschaftlich ausgleichen zu können, ist eine Krankentagegeldversicherung sinnvoll. Sie zahlt den Verdienstausfall je nach Police anteilig oder vollständig, wenn die Krankenversicherung nach sechs Wochen die Zahlungen einstellt.

 

 

Betriebliche Unfallversicherung

Gründer und Unternehmer, die sich gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten absichern möchten, sind mit einer betrieblichen Unfallversicherung gut beraten. Dabei haben sie die Wahl, ob sie eine private Unfallversicherung für Unternehmer abschließen möchten, oder ob sie den gesetzlichen Unfallschutz im Rahmen der für sie zuständigen Berufsgenossenschaft wählen.

Für Existenzgründer ist es je nach Branche und Tätigkeit auch möglich, den Schutz einer bestehenden privaten Unfallversicherung auf den beruflichen Bereich zu erweitern. Hier gilt es zu prüfen, ob ein erweiterter Versicherungsschutz ebenso umfangreiche Leistungen bietet, oder ob eine separate betriebliche Unfallversicherung möglicherweise kostengünstiger ist und umfangreichere Leistungen beinhaltet.

 

 

Betriebliche Haftpflichtversicherungen

Haftpflichtversicherungen im betrieblichen Bereich sind unverzichtbar für Unternehmer. Darüber lassen sich Schäden absichern, die Dritten aus der Tätigkeit des Unternehmens heraus erwachsen.

 

 

Die Betriebshaftpflicht

Durch eine Betriebshaftpflicht können Personen-, Sach-, und Vermögensschäden gegenüber Dritten abgesichert werden. Dazu zählen je nach Unternehmenszweck Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und Besucher.

Je nachdem, in welcher Branche ein Unternehmen tätig ist, kann eine ergänzende Umwelthaftpflicht sinnvoll sein. Sie sichert das Unternehmen zusätzlich gegen Schäden ab, die der Umwelt, genauer gesagt dem Wasser, der Luft oder dem Boden, durch Verunreinigungen entstehen, die der Betrieb selbst oder eine betriebsbedingte Tätigkeit verursacht haben.

Wer schwerpunktmäßig im E-Commerce einsteigen möchte, sollte über eine zusätzliche Onlineshop-Versicherung nachdenken.

 

 

Die Produkthaftpflicht

Schäden können auch durch Produkte entstehen, die das Unternehmen vertreibt. Sind Dritte durch ein fehlerhaftes Produkt zu Schaden gekommen, kann diese Versicherung greifen. Die Produkthaftpflicht ist eine Erweiterung der Betriebshaftpflicht für das produzierende Gewerbe. Auch Lizenz- und Franchisenehmer und Lieferanten sollten für sich prüfen, ob eine Erweiterung auf eine explizite Produkthaftpflicht sinnvoll ist.

 

 

Die Berufshaftpflicht

Für Berufsgruppen, deren betriebliche Leistungen Schäden bei Dritten verursachen könnten, ist eine Berufshaftpflichtversicherung unerlässlich. Dabei geht es um die Absicherung von Schadenersatzansprüchen im Bereich Personen- und Sachschäden.

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass bestimmte Berufsgruppen dazu verpflichtet sind, eine separate Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen.

Dazu gehören:

 

 

  • Ärzte und Apotheker

 

  • Rechtsanwälte

 

  • Steuerberater und Wirtschaftsprüfer

 

 

Berufsgruppen, die im Rahmen ihrer Tätigkeit Verantwortung für das Vermögen Dritter übernehmen, können darüber hinaus eine spezielle Vermögensschadenshaftpflichtversicherung abschließen. Dazu zählen vor allem Unternehmensberater und Vermögensberater, Immobilienmakler, Ingenieure und Architekten.

 

 

Den Fuhrpark versichern

Eine Fuhrparkversicherung ist für Unternehmen relevant, in denen eine Fahrzeugflotte zum Betriebskapital gehört. Die Kfz-Haftpflicht ist für jedes betrieblich genutzte Fahrzeug gesetzlich verpflichtend. Eine Fuhrparkversicherung schützt die eigenen Vermögenswerte. Nutzt der Inhaber des Unternehmens selbst ein Firmenfahrzeug, muss auch dieses im Rahmen der Fuhrparkversicherung mitversichert werden. Für die Wahl der richtigen Kfz-Versicherung ist vor allem die Größe des vorhandenen Fuhrparks entscheidend. Üblich ist eine Einteilung in kleine, mittlere und große Fuhrparks:

 

 

  • Kleine Fuhrparks: Mindestens 2 bis maximal 9 Fahrzeuge

 

  • Mittlere Fuhrparks: Mindestens 10 bis maximal 29 Fahrzeuge

 

  • Große Fuhrparks: 30 und mehr Fahrzeuge

 

 

Die Versicherungspolicen, die für einen kleinen Fuhrpark angeboten werden, entsprechen den Verträgen im privaten Bereich. Das bedeutet, dass Schadenfreiheitsklasse und Schadenfreiheitsrabatt bei der Berechnung miteinbezogen werden.

Für mittlere Fuhrparks bieten die meisten großen Versicherer sogenannte Flottenpolicen an, bei denen der Versicherungsbeitrag als Pauschale für alle Fahrzeuge berechnet wird.

Zählt ein Unternehmen 30 und mehr Fahrzeuge zu seinem Betriebskapital, sprechen Versicherungsunternehmen von einem großen Fuhrpark. In diesem Fall wird die Versicherungsprämie nach dem so genannten Stückkostenmodell berechnet, das für jedes Fahrzeug je nach Motorisierung, Modell und Nutzung eine einzelne Prämie festlegt.

Um den Fuhrpark nicht zu kostenintensiv zu versichern, sollten Unternehmer jährlich prüfen, ob die Konditionen noch optimal zu den unternehmenseigenen Bedingungen passen. So kann beispielsweise frühzeitig ein sinnvoller Wechsel von Vollkasko zu Teilkasko erfolgen.

 

 

Schutz gegen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit

Wenn Unternehmer berufs- oder erwerbsunfähig werden, ist ihre wirtschaftliche Existenz bedroht.

Kann ein Unternehmer seinen eigentlichen Beruf nicht mehr ausüben, leistet die Berufsunfähigkeitsversicherung die vereinbarte Versicherungssumme, in der Regel als monatliche Zahlung. Ist ein Unternehmer aufgrund seiner gesundheitlichen Situation auch nicht mehr in der Lage, irgendeiner anderen Beschäftigung nachzugehen, kann die Erwerbsunfähigkeitsversicherung die entstehende wirtschaftliche Lücke füllen.

Vor allem bei der Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Gründer und Unternehmer eine Police wählen, die sich sowohl im Hinblick auf die Leistungshöhe als auch im Hinblick auf die ausgeübte Tätigkeit und ihren Umfang flexibel anpassen lässt.

Zusätzlich zur Berufs- und Erwerbsunfähigkeit können sich selbstständige Unternehmer auch gegen Arbeitslosigkeit versichern, da sie bei einem entsprechenden Verdienstausfall nicht durch die gesetzliche Arbeitslosenversicherung abgesichert sind.

 

 

Die Rechtschutzversicherung

Im Geschäftsleben kann es immer wieder zu rechtlichen Auseinandersetzungen kommen. Gründer und Unternehmer sollten ihr Business deshalb von Anfang an durch eine Rechtschutzversicherung absichern.

Wichtig ist dabei, dass nicht nur der Basisschutz gewählt wird, sondern auch die Besonderheiten der Branche und des Geschäftsmodells mitversichert werden. Es gibt sehr variable betriebliche Rechtschutzversicherungen, die sich optimal auf den eigenen Betrieb zuschneiden lassen. Unternehmer sollten beim Vertragsabschluss darauf achten, dass sie ein Modell wählen, das sich jederzeit anpassen lässt, falls sich entsprechende Veränderungen im Unternehmen ergeben sollten.

 

 

Sachversicherungen

Sachversicherungen schützen das Betriebskapital und damit das betriebliche Vermögen vor Schäden. Klassische Versicherungen in diesem Bereich beinhalten den Schutz vor

 

 

  • Einbruch und Diebstahl

 

  • Feuer, Explosionen und Blitzschlag

 

  • Wasserschäden

 

  • Vandalismus

 

  • Schäden an Maschinen

 

  • Datenverlust oder Schäden an der Elektronik

 

 

Die Auswahl der Sachversicherungen sollte je nach Branche, Tätigkeitsfeld, Unternehmensgröße und Betriebskapital erfolgen. Nicht jede angebotene Sachversicherung ist für Gründer und Unternehmer wirklich sinnvoll.

 

 

Die private Altersvorsorge

Neben einem umfangreichen Versicherungsschutz im Rahmen der laufenden Unternehmenstätigkeit sollten sich Gründer und Unternehmer auch frühzeitig Gedanken über ihre Altersvorsorge machen. Unternehmer haben die Möglichkeit, sich freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung zu versichern.

Für bestimmte Berufsgruppen ist die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung sogar verpflichtend:

 

 

  • Handwerker

 

  • Hebammen

 

  • Lotsen

 

  • Küstenfischer

 

  • selbstständige Lehrer

 

  • Selbstständige Erzieher

 

 

Zusätzlich empfiehlt es sich allerdings, die verschiedenen Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge zu prüfen und von Anfang an auch für die Zeit nach dem aktiven Berufsleben vorzusorgen.

 

pixabay.com © Alterfines (CC0 Public Domain)

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