12/13/2017

Gründerland Bayern - die ersten Schritte in die Selbständigkeit

 

 

Endlich selbständig – für viele Gründer geht mit dem Beginn der Start-Up Phase ein Traum in Erfüllung. Endlich das Hobby zum Beruf machen oder eine Geschäftsidee, die bereits seit geraumer Zeit in der Schublade liegt – die Unternehmensgründung ist ein Schritt, den einige Gründer als Befreiung empfinden. In Deutschland werden jedes Jahr mehrere hunderttausend Firmen neu gegründet. Zwischen den Bundesländern gibt es große Unterschiede. Zu den Top 3 gehören:

  • Nordrhein-Westfalen
  • Bayern
  • Baden-Württemberg.

 

Zusammen kommen diese drei Bundesländer auf mehr als 300.000 Gewerbeanmeldungen für 2016.

Die anderen Länder liegen – entsprechend den Zahlen des Statistischen Bundesamts – deutlich zurück. Beispiel: Sachsen kam im gleichen Zeitraum auf gerade einmal rund 28.000 Gründungen. Schlusslicht sind erwartungsgemäß die kleinen Bundesländer und Bremen. Was die Top 3 zu den gründerstarken Ländern macht, dürfte auf der einen Seite – zumindest im Fall von NRW – die hohe Bevölkerungszahl sein. Bayern ist nicht nur Top 2 bezüglich der Bevölkerung. Auch in Bezug auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat sich der Freistaat über Jahre eine entsprechende Position erarbeitet. Welche Schritte liegen vor dem Start in eine erfolgreiche Selbständigkeit?

 

 

Wie lässt sich eine Unternehmensgründung finanzieren?

Eine Unternehmensgründung ist ein großer Schritt. Gerade wenn die finanziellen Mittel der Gründer beschränkt sind, steht die Frage im Raum, wo das nötige Kapital herkommt? In der Praxis bieten sich angehenden Gründern heute unterschiedliche Möglichkeiten, um das Start-Up zu finanzieren.

 

1. Eigenmittel

Dieser Bereich gehört zu den wichtigsten Finanzierungsquellen – zumindest laut einer PWC-Umfrage. Demnach haben 80 Prozent der 2016 befragten Start-Ups angegeben, auf eigene Mittel gesetzt zu haben. Solche Zahlen bedeuten nicht, dass Fremdfinanzierungen am Ende nur eine untergeordnete Rolle spielen. Oft werden verschiedene Kapitalquellen miteinander kombiniert, um ein Start-Up zu finanzieren.

 

2. Crowdinvesting

Diese Finanzierungsoption ist noch relativ neu. Gründer registrieren sich über spezielle Plattformen, stellen ihr Projekt vor und werben Kapital ein. Meist verteilt sich die eingeworbene Summe auf mehrere Geldgeber, die anschließend – nebst der Tilgung – einen Zins für ihren erteilten Kredit für Selbstständige erhalten. Problematisch kann beim Crowdinvesting die Tatsache werden, dass Projekte nur finanziert werden, wenn die angestrebte Summe zu 100 Prozent eingeworben werden kann.

 

3. Bankkredite

Banken haben als Zielgruppe nicht nur private Haushalte im Auge. Im Rahmen des Geschäftskundensegments geht es einmal darum, den täglichen Zahlungsverkehr der Unternehmen abzuwickeln und zu verwalten. Parallel gehören Banken auch zu jenen Finanzierungsquellen, die Start-Ups nutzen. Kreditfinanzierungen gehören zu den wichtigen Elementen im Rahmen der Fremdfinanzierungen für die Gründung.

 

4. Fördermittel

Banken geht es darum, mit Krediten für Gründer Geld über die Zinsen zu verdienen. Erfolgreiche Unternehmensgründungen machen sich aber nicht nur hier bezahlt. Das Finanzamt verdient über Gewerbesteuer und die Einkommenssteuern am Erfolg mit. Staatliche Förderungen sind ein Teil der Fremdfinanzierungen, die von Gründern in Anspruch genommen werden.

Beispielsweise bietet die KfW – neben ihren Darlehen für den privaten Wohnungsbau – auch Förderungen im Bereich der Unternehmensgründung an. Für Bayern existieren einige auf das Bundesland zugeschnittene Förderungen. Hierzu gehören zum Beispiel der Digitalbonus oder die Innovationsgutscheine. Entsprechende Infos finden Interessenten beim Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie.

 

5. Venture Capital/Businessangels

Investoren haben Start-Ups mitunter sehr gezielt im Auge. Gerade in den Bereichen Digitalisierung und E-Commerce sind diese aus den USA bekannten Finanzierungsmodelle verbreitet. Anders als Kreditfinanzierungen und Förderungen geben Gründer in diesem Bereich allerdings teilweise die Kontrolle über das Start-Up auf – wenn die Kapitalgeber Anteile des Unternehmens für sich in Anspruch nehmen. Dieser Aspekt unterscheidet die anderen Fremdfinanzierungen deutlich von dieser Kapitalquelle, weder Kredite noch Förderungen ein Mitbestimmungsrecht beinhalten.

 

 

Weitere wichtige Schritte am Anfang

Die Entscheidung für die richtigen Finanzierungshilfen ist am Ende nur ein Schritt in Richtung Start-Up. Wer als Gründer in Deutschland und Bayern Erfolg haben will, muss viele weitere Aspekte im Hinterkopf behalten. Beispielsweise stellt sich die Frage, welche Rechtsform das Unternehmen haben soll. Hierrüber entscheidet sich unter anderem, welche Buchführungspflichten später zu erfüllen sind.

Und natürlich geht es auch um Standortfragen. Sind die Firmenräume für Kunden leicht zu erreichen? Welche Entfernungen müssen Waren, Hilfsstoffe oder Ähnliches zurücklegen, bevor sie in den Fertigungsprozess eingebunden werden können. Gerade beim Thema Organisation steht auch die Frage im Raum, ob die Geschäftsräume ausreichend sind – oder vielleicht schon bald über den Umzug nachgedacht werden muss.

Wichtige Schritte auf dem Weg zum Start-Up:

 

  • Businessplan zu Papier bringen
  • Beratung bezüglich der Rechtsform
  • Prüfung für mögliche Erlaubnispflicht
  • Gewerbeanmeldung
  • Mitarbeitersuche
  • Suche nach Geschäftsräumen

 

 

Die Quote der Selbständigen hängt von der Einwohnerzahl eines Bundeslandes ab. Quelle: franchiseportal.de

 

 

Was ist sonst zu beachten?

Erfolg fällt auch Start-Ups nicht einfach in den Schoß. In den Bereichen IT, Digitalisierung und E-Commerce entstehen zwar immer wieder Erfolgsgeschichten. Viele Gründer haben bis dahin aber bereits den einen oder anderen Fehler gemacht.

Speziell die Frage, ob eine Gründung vielleicht erlaubnispflichtig ist, muss geklärt werden. Und auch die Frage nach Unternehmensversicherungen – die in einigen Bereichen sogar vorgeschrieben sein können – steht im Raum. Wer Gründer werden will, muss sich auch im Klaren darüber sein, dass nicht überall ausreichend schnelle Breitbandanschlüsse vorhanden sind. Gerade im IT-Sektor ist dieser Aspekt ein wesentlicher Standortfaktor, obwohl der schnelle Internetzugang mittlerweile sogar für alle Branchen immer wichtiger wird.

 

 

Fazit: Bayern ist Top-Gründerland in Deutschland

Der Freistaat Bayern gehört im deutschlandweiten Vergleich zu den Top Gründerländern. Auf mehr Firmengründungen kommt absolut gerechnet nur NRW. Sicher sind die Rahmenbedingungen ein Teil der Antwort, warum der Freistaat beim Thema Start-Up so erfolgreich ist. Es sind Faktoren, wie die Finanzierung, welche am Ende dafür sorgen, dass sich Gründer in Bayern niederlassen. Verschiedene Kampagnen sollen Gründern unter die Arme greifen und ihnen den Start auch finanziell erleichtern. Förderungen der öffentlichen Hand sind am Ende aber nur eine Seite der Medaille. Damit ein Start-Up Erfolg hat, sind die Gründer gefragt. Es muss darum gehen, Fehler in der Startphase zu vermeiden und bereits früh auch mögliche Zukunftsszenarien zu durchdenken.

 

Bildquelle: Africa Studio – 421953952 / Shutterstock.com

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