8/12/2019

Geschäftskonto eröffnen: So finden Gründer das passende Firmenkonto

 

 

Gründer müssen ein Geschäftskonto eröffnen. Das Angebot ist dank Filial- und Onlinebanken sowie Fintechs erfreulich groß, was aber zugleich bedeutet: Um das passende Firmenkonto zu finden, sollten die Preise und Leistungen der verschiedenen Kontomodelle miteinander verglichen werden. Bei der Auswahl des Geschäftskontos gilt es, auf einige Kriterien zu achten, alle erforderlichen Unterlagen vorzulegen und auch die Kosten nicht aus den Augen zu verlieren.

 

 

Müssen Gründer ein Geschäftskonto eröffnen oder genügt auch ein Girokonto?

Das bereits bestehende Girokonto als Firmenkonto zu nutzen, hat sicherlich seinen Charme. Probleme ergeben sich allerdings häufig bei der Umsetzung dieser in der Theorie verlockenden Option. Im Grunde können nur Einzelunternehmer und Freiberufler diesen Weg ins Auge fassen und auch dann ist es wahrscheinlich, dass die AGB der Bank die Nutzung des Girokontos als Geschäftskonto verbieten. Personengesellschaften und vor allem Kapitalgesellschaften kommen grundsätzlich nicht daran vorbei, ein bedarfsgerechtes Geschäftskonto bei der Deutschen Bank, Commerzbank, DKB oder einem anderen Kreditinstitut zu eröffnen. Bereits die Einzahlung des Stammkapitals wie bei einer GmbH oder die Abgrenzung der unternehmerischen von der privaten Tätigkeit erfordern das Führen eines Geschäftskontos.

 

 

Welche Faktoren spielen bei der Entscheidung für ein Geschäftskonto eine Rolle?

Das Geschäftskonto soll so günstig wie möglich sein? Wer nur darauf achtet, der kann eine böse Überraschung erleben. Der Preis sollte niemals das Hauptargument für ein Firmenkonto sein. Denn tatsächlich gibt es mindestens 7 wichtige Aspekte, die bei der Wahl des passenden Geschäftskontos interessant sind. Und 3 von diesen Kriterien sind sogar echte Knockout-Faktoren, die eine Bank beziehungsweise ein konkretes Kontomodell ziemlich schnell ausschließen.

Bereits die Rechtsform kann von einem Firmenkonto nicht abgedeckt sein. Insbesondere mit einer GmbH, UG oder GbR wird es aktuell schwerfallen, bei einem Fintech oder einer Onlinebank ein Geschäftskonto zu eröffnen. Kleingewerbetreibende und Freiberufler haben es deutlich leichter.

Ein weiterer Punkt ist die Ein- und Auszahlung von Bargeld. Dies ist vor allem bei Direktbanken nur schwer möglich oder extrem kostspielig. Wer beispielsweise in der Baubranche aktiv ist und sich, nachdem er passende Aufträge suchen, finden und erfolgreich umsetzen konnte, über starke Umsätze freut, der ist wie im Homeoffice arbeitende Freiberufler weniger auf das Bargeld-Kriterium angewiesen als in der Gastronomie oder im Handel tätige Gründer.

Das dritte KO-Kriterium nimmt eine mögliche Unternehmensfinanzierung in den Blick, die häufig eher bei einer Filialbank gelingt. Dort das Geschäftskonto zu eröffnen, bietet sich an – dies insbesondere dann, wenn das Wachstum fest eingeplant oder sogar absehbar ist.

Hinzu kommen 4 Kriterien, die für die Auswahl des Geschäftskontos ebenfalls von Belang sind:

 

 

  • Kosten

 

  • Vertrauen

 

  • Kontoeröffnung

 

  • Zusätzliche Leistungen

 

 

In puncto Kosten sollten sich Gründer niemals auf die Kontoführungsgebühren konzentrieren. Jene nehmen letztlich nur einen kleinen Anteil ein, da beispielsweise Gebühren für Karten, Ein- sowie Auszahlungen oder auch Buchungen im Geschäftsverkehr häufig anfallen können und die Kosten des Geschäftskontos in die Höhe treiben. Wer recht rasch ein Firmenkonto benötigt, der profitiert von den meist schnelleren Abläufen bei Fintechs und Direktbanken. Vor allem mit dem VideoIdent-Verfahren und der Prüfung von Unterlagen können schon mal 2 Wochen ins Land ziehen.

Ob Gründer auf eine traditionsreiche Bank setzen oder einem aufstrebenden Fintech-Start-up vertrauen, ist Geschmackssache. Jedoch: Werden alle modernen Anbieter auch in einigen Jahren noch bestehen? Den Ausschlag für das Geschäftskonto einer Bank können zudem zusätzliche Features geben, unter anderem in Form von Lösungen für die Buchhaltung oder Software. Wie wichtig diese Faktoren letztlich sind, hängt stets vom Bedarf des Einzelnen ab.

 

 

Welche Unterlagen müssen Gründer bei der Eröffnung eines Firmenkontos vorlegen?

Je nach Anbieter können Geschäftskonten sowohl online als auch klassisch in einer Filiale eröffnet werden. Neben dem eigentlichen Antrag sind dafür gewisse Unterlagen vonnöten, die je nach Rechtsform mehr oder weniger umfangreich sein müssen. Freiberufler beispielsweise legen einfach ihren Personalausweis oder Reisepass vor und benötigen normalerweise keine weiteren Dokumente. Anders sieht dies für Kleingewerbetreibende aus, die wie alle folgenden Rechtsformen auch beim entsprechenden Amt ein Gewerbe anmelden und dies nachweisen müssen.

Als eingetragener Kaufmann bedarf es zusätzlich eines Auszugs aus dem Handelsregister, auf den eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts verzichten kann. Dafür wird von jener der Gesellschaftsvertrag verlangt. Personen- (beispielsweise KG und OHG) und Kapitalgesellschaften (GmbH oder UG) jeglicher Art müssen sogar alle 4 Dokumente und Unterlagen vorlegen. Auch der mitunter recht komplexe Franchisevertrag zwischen Franchisenehmer und -geber kann verlangt werden. Grob lässt sich festhalten: Je komplexer die Rechtsform, desto mehr Unterlagen sind vorzulegen.

 

 

Welche Kosten sind mit einem Geschäftskonto in der Regel verbunden?

Gründer sollten von Anbietern Abstand halten, die mit kostenfreien Geschäftskonten locken. Derartige Angebote in qualitativ hochwertiger Form gibt es schlichtweg nicht, so dass Unternehmer stets Kosten für ihr Firmenkonto in den Finanzplan für die Existenzgründung integrieren sollten. Die Kosten für ein Geschäftskonto setzen sich grundsätzlich aus festen Posten auf der einen Seite sowie variablen Gebühren auf der anderen zusammen. Letztere dominieren sehr häufig und machen ein Firmenkonto erst so richtig kostspielig.

Verzichtet ein Anbieter auf Kontoführungsgebühren, hört sich dies nett an. Durch die variablen Kosten holt er die entgangene Gebühr jedoch wieder rein. Im Gegensatz dazu führen Kontoführungsgebühren meist dazu, dass die variablen Posten etwas günstiger ausfallen. Hier hilft nur: durchrechnen, durchrechnen und durchrechnen. In der Regel fallen Kosten an für:

 

 

  • Kontoführung

 

  • Girocard und Kreditkarten

 

  • beleglose Buchungen

 

  • beleghafte Buchungen

 

  • Einzahlungen Auszahlungen

 

  • weitere Leistungen

 

 

Die Kosten für diese Posten fallen von Bank zu Bank und sogar von Kontomodell zu Kontomodell bei ein und derselben Bank unterschiedlich aus. So können die Kontoführungsgebühren sowohl bei 0 € als auch fast im dreistelligen Bereich liegen. Auch bei den Buchungen mit Beleg sind die Unterschiede teilweise deutlich, so dass pro Buchung schon mal 10 € aufgerufen werden. Gründer sollten hier genau abwägen, welche Leistungen sie wirklich benötigen. Hohe Gebühren für Ein- und Auszahlung müssen kein Ausschlusskriterium sein, wenn dieser Service gar nicht benötigt wird. In einem solchen Fall zahlen sich niedrige Grundgebühren natürlich besonders aus.

 

 

Fazit zum Geschäftskonto: An einem Preis-Leistungs-Vergleich führt kein Weg vorbei

Die Eröffnung eines Geschäftskontos ist für angehende Unternehmer unverzichtbar. Da die meisten Banken die Nutzung des Girokontos für Geschäftskunden in ihren AGB ausschließen, müssen Gründer auf spezielle Kontomodelle zurückgreifen. Jene unterscheiden sich in puncto Leistungen und Kostenstruktur teilweise erheblich. Ein kostenfreies Geschäftskonto mit zufrieden stellendem Leistungsumfang gibt es de facto nicht.

 

Bildquelle @unsplash / Armando Arauz

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