Fokus: Frauen als Unternehmerinnen

 

 

Kennen Sie Margarete Steiff? Sie hatte Mitte des 19. Jahrhunderts die schlechtesten Voraussetzungen für ein erfülltes Leben als Mensch und Unternehmerin. Als Frau war sie damals nahezu rechtlos. Zeitlebens saß sie wegen Kinderlähmung im Rollstuhl. Erkämpfte sich Schule und Ausbildung. Gründete ihre Schneiderei, arbeitete erfolgreich mit Mode. Ihr Unternehmen erfand schließlich einen bis heute millionenfach verkauften Welterfolg – den Teddybär mit dem Knopf im Ohr.

Heute sind Frauen per Gesetz gleichberechtigt. Ihre Zahl in Führungspositionen von Politik und Wirtschaft in Deutschland steigt. Doch eine echte Gleichstellung ist in unserer Gesellschaft noch lange nicht erreicht. Und daran sind nicht nur die „Glasdecke“ und männlichen Seilschaften schuld. „Frauen finden immer einen Grund, nicht zu gründen“ – so schreibt Jana Jabs in ihrer Expertenstimme. Sie haben Selbstzweifel, glauben nicht an sich und ihre Fähigkeiten, müssen sich um die Familie kümmern und haben dadurch Brüche im Lebenslauf. Sie lassen sich entmutigen – zu Unrecht, wie drei deutsche Unternehmerinnen und Beraterinnen im Folgenden ausführen und gleichzeitig wertvolle Informationen für potentielle Gründerinnen liefern.

 

 

4 gute Gründe für Frauen, eine Existenz zu gründen 

...so betitelt die Franchise- und Existenzgründungs-Beraterin Jana Jabs ihren Beitrag. Grund eins sind erfüllende Tätigkeiten. Während männliche Existenzgründer vorwiegend nach den am meisten gewinnbringenden Geschäftsideen suchen, gründen Frauen, um Lösungen für eigene Bedürfnisse oder Probleme des Alltags anzubieten. Sie lieben die Arbeit mit Menschen, bevorzugen als Unternehmerinnen oft Berufsfelder wie Beauty oder Coaching.

Grund zwei für Frauen-Gründungen ist der Wunsch, die eigene Chefin zu sein. Jede siebte Gründerin nennt dies als wichtigste Triebfeder, so die Franchise-Expertin. Doch fehlt es vielen an Vorbildern. In Deutschland sind nur rund 7 Prozent aller Frauen, aber 14 Prozent aller Männer selbstständig. Als vorbildhaft können aber gerade Franchise-Systeme angesehen werden, die von Frauen gegründet wurden und deren Netzwerke großenteils aus Franchise-Partnerinnen bestehen. Die Erfahrungen der Unternehmerinnen im Arbeitsalltag und Familienleben sollten als Leitlinie dienen.

Grund drei: Frauen bekommen alles besser unter einen Hut in Familie und Arbeitsleben, weil sie zeitlich flexibel sein müssen und es auch sind. Zeitlich flexibler zu sein – dies ist sogar der wichtigste persönliche Grund für die Entscheidung „pro Selbstständigkeit“ und damit wichtiger als eine gute Geschäftsidee! Weil sich Teilzeit-Stellen insbesondere für Mütter schwer finden lassen, sind Teilzeit-Gründungen oft die einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen. Der Umgang mit Zeit lässt sich von Unternehmerinnen und Franchise-Partnerinnen erlernen. Und wer Franchisegeberinnen nach der Vision ihrer Existenzgründung fragt, wird oft einen familiären Ursprung dahinter erkennen.

Gründen: „Warum nicht?“ – fragt Jana Jabs und beantwortet die Suggestivfrage mit Grund vier. Heute lässt sich alles Wissen erlernen – aus Büchern, in Seminaren, im Internet. Nur fehlt oft der Mensch, der den entscheidenden Anstoß gibt. Dies können Vorbild-Unternehmerinnen sein, die sich auch zu Mentorinnen entwickeln können.

Die Expertin aus Berlin rät, nicht alles zu zerdenken, sondern sich motivieren zu lassen. Erprobte Franchise-Modelle machen den Start für Unternehmerinnen zudem leichter.

 

 

3 Gründe, warum Sie als Mutter ein Unternehmen gründen sollten!

Die Franchise-Expertin Bettina Momm bestätigt und erhärtet in ihrem Beitrag einige Argumente von Jana Jabs. Sie fokussiert sich dabei speziell auf Mütter. Explizit schreibt sie aber auch, dass unter der mangelnden Gleichstellung nicht nur heterosexuelle Frauen, sondern zum Beispiel auch Homosexuelle beider Geschlechter zu leiden haben. Ihre wesentlichen Beweggründe zum Schritt in die Selbstständigkeit: Die eigene Chefin sein und genauso viel wie der Mann verdienen (oder mehr).

Generelle Vorteile von Frauen gegenüber Männern sieht Bettina Momm in der Kommunikations- und Anpassungsfähigkeit. Sie besitzen allgemein mehr Gefühl für Menschen, führen kooperativer, leben den Netzwerk-Gedanken und schaffen in Smalltalks über familiäre Themen eine persönliche Gesprächsatmosphäre.

Weiblicher Charme erzeugt Sympathie. Weibliche Führungskräfte denken praktisch, lenken kooperativ, motivieren und handeln team- statt hierarchie-orientiert. Und Multitasking beherrschen Frauen im Schlaf, so die Fachautorin.

Die Nachteile der Frauen? Argumente, die sich entschärfen lassen. Die größere Angst vor Risiken zum Beispiel: Sie verhilft Gründerinnen im Umkehrschluss zu einer Existenzgründung nur mit gesicherter Finanzierung.

Für Mütter sollte es daher nicht heißen: „Kinder oder Existenzgründung“, sondern „Kinder UND Existenzgründung“. Frauen bekommen die Kinder und kümmern sich oft genug auch überwiegend um sie. Doch das verurteilt sie nicht zur beruflichen Passivität, im Gegenteil. Als arbeitende Mütter mit Kindern haben sie Zeitmanagement im Griff und denken mehrgleisig. Deshalb wünschen sich manche Franchisegeber explizit Frauen mit Kindern als Franchisepartnerinnen.

Bettina Momms Fazit: Nicht entmutigen lassen, einen kompetenten Coach suchen und sich beruflichen Frauen-Netzwerken anschließen. Und noch etwas: Auf eine erfolgreiche Unternehmerin als Mama werden die Kinder stolz sein.

 

 

Darum sind Sie als Frau der perfekte Franchise-Partner!

Franchising passt gut zu weiblichen Eigenschaften und Interessen, sagt die Beraterin Susanne Weiß. In Franchise-Systemen sieht sie, so wörtlich, „das weibliche Prinzip“ oft schon „eingebaut“.

Neben Herz, Gefühl, Empathie und Intuition attestiert sie Frauen typische Franchisenehmer-Eigenschaften. Weibliche Stärken sind zum Beispiel Teamfähigkeit, Vernetzung, sorgfältige Planung und bedachtsameres Handeln. Vor allem aber kommt das größere Sicherheitsbedürfnis, das Franchise-Systeme Existenzgründern bieten, Frauen entgegen: Sie gründen anders. Sie kalkulieren vorsichtiger und denken eher an kleinere Betriebsgrößen auf regionaler Ebene. Perfekt für eine Franchisenehmer-Gründung.

Was ebenfalls zum Franchising passt, ist die typisch weibliche, eher zurückhaltende Einschätzung der eigenen Fähigkeiten (wohingegen Männer sich oft selbst überschätzen). Franchisenehmer benötigen seltener Fach- und Branchenkenntnisse. Soft Skills und Verkaufstalent sind wichtiger. Daher haben Frauen als Quereinsteiger beste Chancen. Zudem bevorzugen Frauen die festen Strukturen, wie Franchisesysteme sie bieten. Und sie legen weniger Konkurrenzdenken an den Tag, sondern pflegen Gemeinschaftsbewusstsein.

Mit ihren Soft Skills gelingt es Frauen bestens, sich auf die Kernkompetenzen in ihrem Business konzentrieren: das Teamwork und den Service am Kunden. Im Verkauf von Frau zu Frau sieht Susanne Weiß einen echten Erfolgsfaktor. Frauen sind die besseren und sensibleren Verkäuferinnen gegenüber Kundinnen. Und Kundinnen entscheiden über rund 70 Prozent aller Konsumausgaben, in manchen Bereichen sogar weitaus mehr, so die Expertin. Die Verkäuferin spricht dieselbe Sprache – und die Kundin umso besser darauf an, je mehr das Produkt eine weibliche Kernzielgruppe hat. Bei typisch männlichen Produkten wie Autos oder Technik gibt es Hemmschwellen, die sich in Franchise-Systemen mit ihren Schulungen abbauen lassen, glaubt Susanne Weiß.

 

 

Fazit: Frauen und Mütter müssen sich trauen... zu gründen!

Frauen können vieles genauso gut oder auch besser als Männer, auch in Business und Wirtschaft. Eine Unternehmerinnen-Kultur ist gefragt! Sie müssen sich einfach nur trauen, die Initiative zu ergreifen und ein Unternehmen zu gründen. Die Tipps unserer drei Expertinnen - in anderen Worten kurz zusammengefasst: Besinnen Sie sich auf Ihre weiblichen Stärken. Lassen Sie sich nicht entmutigen, im Gegenteil: Seien Sie sich dessen bewusst, was Sie als Gründerinnen und Unternehmerinnen den Männern voraus haben. Suchen Sie gezielt den Kontakt zu Gründer-Coaches und zu weiblichen Vorbildern oder sogar Mentorinnen. Und zu Menschen, die Ihnen Mut machen! Vernetzen Sie sich und pflegen Sie Ihre Kontakte. Und holen Sie sich gezielt Informationen über Franchise-Unternehmen ein. Denn das Franchise-Business lässt sich bestens mit weiblichen Stärken vereinbaren.

 

 

Autor:

Jens Kügler
Jens Kügler
Easy Writer
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