Fördermittel für die Existenzgründung

 

Was versteht man unter Fördermitteln ?

 

Wenn Sie ihren Kapitalbedarf nicht durch Eigenkapital oder eine bankenübliche Fremdfinanzierung decken können, können Sie auf finanzielle Fördermittel unterschiedlichster Art zurückgreifen. Unser Grundgesetz sieht in Artikel 104 b Finanzhilfen unter anderem zum Ausgleich unterschiedlicher Wirtschaftskraft im Bundesgebiet und zur Förderung des wirtschaftlichen Wachstums vor. Bundesweit wichtigste Institution ist die KfW Bankengruppe als Förderbank des Bundes und als Anstalt öffentlichen Rechts tätig.

Der Bund hält 80% der Geschäftsanteile und die Länder zusammen die restlichen 20%. Neben vielfältigen anderen Finanzierungsangeboten ist es Aufgabe der KfW, mittelständische Unternehmen sowie Existenzgründungen zu fördern. Neben der KfW hat jedes Bundesland eigene Förderbanken mit der gleichen Zielsetzung. Förderprogramme beziehen sich nicht nur auf die Existenzgründung, sondern auch auf Entwicklungssituationen, die sich erst nach der Gründung des Unternehmens ergeben können. Bei den verschiedenen Arten von Fördermitteln spielen Zinsvergünstigungen und Zuschüsse die wesentlichste Rolle.

Geförderte Kredite bieten Ihnen nennenswerte Zinsvorteile und die Möglichkeit tilgungsfreier Zeiten.

Das entlastet gerade in der Startphase ihrer Gründung die Liquidität und erleichtert damit die Überbrückung der Anlaufverluste und die Finanzierung des Wachstums. Zuschüsse dagegen sind Mittel, die Sie nicht zurückzahlen müssen und die oft erst nach erfolgter Gründung relevant werden. Einen Lohnkostenzuschuss bekommen Sie zum Beispiel, wenn Sie einen Mitarbeiter einstellen, der einer klar definierten Zielgruppe angehört. Ein Projektzuschuss wiederum ist eine nicht rückzahlbare Zuwendung zu einem Gesamtvorhaben, das in Ihrem Unternehmen als Projekt abgegrenzt wird und eine eigene Kalkulation hat. Dieser Zuschuss kann bis zu 60% der Projektkosten betragen. Zudem gibt es noch Förderungen im weiteren Sinne durch öffentliche Beteiligungsgesellschaften, Ersatzsicherheiten, Nachrangdarlehen, Investitionszulagen und steuerliche Vergünstigungen. Banken sind nach wie vor bei der Finanzierung von Existenzgründungen zurückhaltend, aber die gezielte Einbindung von Fördermitteln ist ein immer ein Türöffner – und verbessert die Wirtschaftlichkeit der Existenzgründung wesentlich.

 

 

Wie finde ich heraus, welche Fördermittel für mich in Frage kommen ?

 

Der Umstand, dass Sie für Ihre Existenzgründung eine Finanzierung brauchen, führt zwangsläufig zu der Überlegung, durch welches Kreditmodell Sie die günstigsten Konditionen bekommen.  Lassen Sie sich aber nicht von der Aussicht auf billiges Geld dazu „verführen“, soviel Fördermittel wie möglich zu beantragen.  Auch Fördermittel sind letztlich fremdes Geld und belasten Ihre Liquidität mit Zinsen und Tilgungszahlungen. Das Spektrum der Förderprogramme ist vielfältig, selbst in Finanzierungsfragen versierte Experten benutzen manchmal den Begriff „Förderdschungel“.

In vielen Fällen ist die Kombination oder Kumulierung von Fördermitteln aus unterschiedlichen Programmen  möglich, in anderen Situationen ist eine Kumulierung explizit ausgeschlossen. Das eröffnet Chancen für eine maßgeschneiderte Finanzierung, macht die Suche aber nicht einfacher. Aber zu jedem Förderprogramm sind die detaillierten Förderrichtlinien auf den Homepages der KfW und der Landesförderbanken zu finden - dazu gibt es einfach zu bedienende Suchfunktionen.  

Den ersten Überblick, welche Fördermittel in Frage kommen könnten, müssen Sie sich selbst verschaffen.

Den ersten Überblick, welche Fördermittel in Frage kommen könnten, müssen Sie sich selbst verschaffen, um für Gespräche mit einem Berater oder Ihrer Bank vorbereitet zu sein.  Hilfreich ist es, wenn Sie sich mit den unterschiedlichen Förderbereichen vertraut machen und mit den Überlegungen zu Ihrem Gründungsvorhaben abgleichen. Danach fallen Existenzgründungen gemäß den KMU-Kriterien der EU unter die Begriffe Mittelstandsförderung und Sachförderung. Vor dem Hintergrund Ihrer persönlichen Lebenssituation kann ergänzend eine Personenförderung in Frage kommen und wenn Sie in einer strukturschwachen Region gründen, sind die Möglichkeiten der Gebietsförderung zu prüfen.

 

 

Warum ist eine Beratung in Sachen Fördermittel ratsam ?

 

Generell ist fehlende Beratung häufig der Grund für das Scheitern einer Existenzgründung. In Sachen Fördermittel können Sie darüber hinaus sehr viel Geld verschenken, wenn die Auswahl der Programme falsch ist oder formelle Fehler passieren, die nicht mehr korrigierbar sind. Die IHKn und Handwerkskammern helfen Ihnen und geben auch eine fachliche Stellungnahme ab, die zur Erlangung des Gründungszuschusses bei einer Gründung aus der Arbeitslosigkeit oder für die Beantragung von Fördermitteln notwendig ist.

In der Praxis reicht diese fachliche Stellungnahme jedoch nicht aus, weil die Bank einen detaillierten Businessplan fordert.

Darin müssen die geplante Geschäftstätigkeit, das Wettbewerbsumfeld und die Marketingstrategie beschrieben sein und wie das Unternehmen personell und organisatorisch arbeiten wird. Die Ergebnisentwicklung der ersten drei Geschäftsjahre, die Liquiditätsentwicklung und die besichtigten Investitionen müssen ebenfalls detailliert dargestellt werden. Im Businessplan wird zudem begründet, warum bestimmte Fördermittel beantragt werden und stellt nachvollziehbar dar, dass die Voraussetzungen für die beantragte Förderung erfüllt werden. Er ist damit nicht nur Ihr persönliches Drehbuch für die beabsichtigte Existenzgründung, sondern insbesondere auch die Entscheidungsgrundlage für die Finanzierung unter Einbindung öffentlicher Fördermittel. Die Verwendung der Mittel darf nur zur Finanzierung des Vorhabens eingesetzt werden, für die sie zugesagt worden sind. Ihre Hausbank muss unverzüglich unterrichtet werden, wenn sich Änderungen beim Investitionsvorhaben oder der Finanzierung ergeben.

Ebenso ist nach Abschluss der Investitionen die Verwendung der Kreditmittel und die Erfüllung etwaiger Auflagen nachzuweisen. Das klingt kompliziert und ist in der Tat eine vielschichtige Aufgabe, die professionell mit Hilfe eines externen Unternehmensberaters erledigt werden sollte. Der Berater hilft Ihnen bei der Vorbereitung der Finanzierung, erstellt den Businessplan, unterstützt Sie bei den Bankgesprächen und achtet darauf, dass alle vertraglichen Pflichten gegenüber der Bank form- und fristgerecht erfüllt werden. Das gibt es natürlich nicht zum Nulltarif, aber als Existenzgründer können Sie erhebliche Zuschüsse erhalten, wenn sie das Know-how externer Unternehmensberater in Anspruch nehmen. Sparen Sie nicht am falschen Ende – Beratung muss nicht teuer sein.

 

 

Wie beantragt man Fördermittel für die Existenzgründung ?

 

Wenn Sie ihr Vorhaben mit Hilfe von Förderdarlehen finanzieren möchten, kann die Antragstellung grundsätzlich nur über eine Bank oder Sparkasse erfolgen.  Dieses sogenannte Hausbankprinzip ist aber keine große Hürde. Da Sie über die Gesamtfinanzierung vermutlich mit Ihrer Bank sprechen, kann dort auch der entsprechende Antrag gestellt werden. Beachten Sie auf jeden Fall das Verbot der Nachfinanzierung.

Das heißt, Sie dürfen vor der Beantragung von Fördermitteln keine wesentlichen finanziellen Verpflichtungen eingegangen sein. Für finanzielle Verpflichtungen, zum Beispiel Kaufverträge für Investitionen, Mietverträge oder Aufträge an Handwerker, die vor der Antragstellung  eingegangen wurden, ist eine Förderung nicht mehr möglich. Stimmen Sie deshalb die Zeitpunkte geldwirksamer Aktivitäten zur Sicherheit mit Ihrer Hausbank ab. Die kennt den Ablauf der Beantragung und hat Zugriff auf alle benötigten Antragsformulare.

Bei Franchisegründungen ist zusätzlich eine formularmäßige Selbsterklärung zum Franchisevorhaben erforderlich. Die Beantragung selbst ist dann nur noch eine Formalie, bei der Ihnen die Hausbank zur Seite steht. Schließlich muss noch die Frage der Besicherung geklärt worden sein, da Ihre Hausbank Schuldner gegenüber der KfW bzw. der Landesförderbank ist. Sollten Sie zahlungsunfähig werden, bevor die Kredite getilgt sind, haftet Ihre Hausbank für den noch ausstehenden Kreditbetrag – was die Forderung von Sicherheiten verständlich macht.

 

 

Fazit und Tipps

 

Jede Finanzierung einer Existenzgründung hat eine individuelle Architektur und Fördermittel sind ein wichtiger Teil dieser Architektur. Die Herausforderung besteht darin, aus unzähligen Möglichkeiten die optimale Lösung zu finden und zu nutzen. Rechnen Sie einmal aus, um wieviel eine Finanzierung von 120.000 Euro über zehn Jahre Laufzeit günstiger wird, wenn der Kredit 5% niedriger verzinst wird. Ohne professionelle Beratung besteht die Gefahr, dass Sie sehr viel Geld verschenken – was spricht gegen ein honorarfreies Erstgespräch?

 

Expertenstimme Reinhard Wingral

Autor:

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