Finanzierungsmodelle für Franchiseunternehmer

Wer sich nach einer langen Recherche und dem Abwägen von Vor- und Nachteilen endlich für ein Franchisesystem entschieden hat, dem stehen nun die notwendigen Finanzierungen bevor, um das Geschäft auf den richtigen Weg zu bringen. Modelle für Franchise-Finanzierungen existieren dazu viele. Dabei ist es sogar möglich, ohne großes Eigenkapital an eine passende Finanzierung zu kommen. Hausbanken, Bürgschaftsbanken, die KfW, Online-Kredite und Fondsgesellschaften stellen zahlreiche Varianten zur Verfügung, um Einstiegsinvestitionen in ein Franchisegeschäft zu finanzieren.

Einstiegsinvestitionen sind unterschiedlich hoch

Wie jede andere Unternehmensgründung kostet auch der Start mit einem Franchisesystem bestimmte Investitionen. Wer dazu nicht genügend Kapital besitzt muss die zu Beginn notwendige Investitionssumme finanzieren. Dabei unterscheiden sich die benötigten Summen stark voneinander und hängen von der Art des jeweiligen Franchisesystems ab. In den meisten Fällen sind es jedoch Beträge für Eintrittsgebühren, Anschaffungskosten für Einrichtungen, Werbungskosten sowie Handelswaren. Vielfach summieren sich die benötigten Geldsummen schnell auf Beträge zwischen 20.000 und 200.000 Euro an. Hinzu kommen noch laufenden Kosten wie Gehälter, Laden-Mieten und Verbrauchskosten. Für die gesamten Kosten können Franchise-Finanzierungen, wie z. B. Bankdarlehen, genutzt werden.

Laufende Kosten und sonstige Posten

Zu den so genannten laufenden Gebühren bzw. Kosten gehört auch der im Franchise-Vertrag vereinbarte Prozentsatz, der vom Nettoumsatz des Franchisenehmers abgezogen wird. Dieser tilgt die kontinuierlichen Kosten des Franchisegebers. In der Regel stellt dieser Know-how, Trainingsseminare, Warenwirtschaftssysteme, Markenschutz, Marketing- und Werbemitteln, notwendige Unternehmensberatung und rechtliche Unterstützung sowie die Weiterentwicklung des Systems zur Verfügung. Auch als Werbeumlagen deklarierte Beträge, die der Franchisegeber berechnet, können zum Tragen kommen. Hierbei ist es ratsam, den jeweiligen Verwendungszweck stets auf seine Korrektheit zu überprüfen.

Zur Finanzierung der Existenzgründung setzen Franchisenehmer generell auf eine Mischung aus Eigenmitteln und unterschiedlichen Formen des Fremdkapitals. Eine Eigenkapital-Quote von ca. 20% an der Gesamtinvestition wird oft vorausgesetzt. Der Gründer beweist damit eine gewisse Bonität und zeigt, dass er bereit ist, selbst Teile der Risiken zu übernehmen, die bei seinem Geschäftsstart im Raum stehen. Eine vertrauensvolle Basis ist für alle beteiligten Seiten der Schlüssel zu passenden Finanzierungen und nachhaltigen geschäftlichen Erfolgen.

Bankdarlehen für Franchise-Finanzierungen

Bankdarlehen sind bei einer Franchisegründung teilweise leichter zu bekommen als bei Neugründungen mit eigenem Geschäftsmodell. Banken vertrauen in der Regel bewährten Systemen, die bereits etabliert funktionieren und regelmäßig Umsätze generieren. Die Risiken für Zahlungsausfälle werden dabei geringer eingestuft als bei eigenen Geschäftsideen. Worauf es bei Bankdarlehen ankommt sind Kriterien wie der Standort des Geschäftes, die Qualifikation des Franchisenehmers sowie der Businessplan, der auch bei bereits erfolgreich laufenden Franchisesysteme eine große Rolle spielt. Wer sich für Bankdarlehen interessiert, der sollte zunächst mit seiner Hausbank sprechen. Diese hat evtl. bereits einen Einblick in die Vorhaben des jeweiligen Kunden und gibt ggf. einen Vertrauensvorschuss aufgrund bereits bestehender privater Bankgeschäfte.

Trotz sämtlicher Vorteile, die eine Hausbank bieten kann, wird auch hier beim Beantragen des Darlehens bzw. des Franchise-Kredits eine ausreichende Sicherheit erfragt bzw. verlangt. In vielen Fällen muss ein erheblicher Teil der beantragten Summe als Sicherheit zu Verfügung gestellt werden. Wird die Berechnung zu knapp, falls z. B. Sicherheiten in der geforderten Höhe vom Gründer nicht gestemmt werden können, stehen Bürgschaftsbanken bereit, um Gründungswilligen unter die Arme zu greifen.

Die Sparkassen-Finanzierung

Hier ist es die fundierte regionale Kenntnis, die Franchisenehmern zu Gute kommt. Die eher kleinen Sparkassen bzw. die Sparkassen-Finanzgruppe ist regional meistens gut vernetzt, besitzt Kontakt zu unterschiedlichen Branchen und kann auf das 2009 eingeführte zentrale Franchise-Informationssystem der Finanzgruppe zurückgreifen. Mit diesem System können individuelle Franchise-Finanzierungen erstellt werden, die zur jeweiligen Branche und Ausgangssituation passen. Der Vorteil des Zentralsystems besteht darin, dass sämtliche Anforderungen des jeweiligen Franchise-Systems genau berücksichtigt werden können. Die Sparkassenberater kennen die Wege durch die Landschaften der unterschiedlichen staatlichen Fördereinrichtungen und Bewilligungsgesetze. Eine gute Betretung wird hier auch nach der Gründung sichergestellt. Wie auch andere Finanzinstitute, bieten Sparkassen Rundum- bzw. Komplettangebote für Finanzdienstleistungen an – auch in den Bereichen der notwendigen Versicherungen, der Altersvorsorge und des kontinuierlichen Zahlungsverkehrs.

Franchise-Finanzierungen über Bürgschaftsbanken

Bürgschaftsbanken sind dafür zuständig, Kredite für Franchise-Finanzierungen zu ermöglichen, wenn keine ausreichenden Sicherheiten für herkömmliche Kredite und Bankdarlehen aufgebracht werden können. Sie übernehmen das Kreditausfallrisiko von Hausbanken bis zu einer Höhe von 80%. Für Gründer hat das zum Vorteil, dass lediglich max. 20% Eigenkapital notwendig sind, um ein Darlehen genehmigt zu bekommen. Passende und plausible Geschäftskonzepte werden dabei selbstverständlich vorausgesetzt. Zur Beantragung von Bürgschaften über Bürgschaftsbanken kann die Hausbank kontaktiert werden. Sie regelt die Vorgehensweise und setzt sich mit der jeweils infrage kommenden Bank in Verbindung. Beim Verband Deutscher Bürgschaftsbanken kann die zuständige Bürgschaftsbank ebenfalls erfragt werden.

KfW Förderbank und Online Kredit

Wer seine Hausbank für eine Franchise-Finanzierung nicht konsultieren möchte, dem stehen mehrere Online-Optionen zur Verfügung, über die sich günstige Online-Kredite beantragen lassen. Dieser Weg ist schnell und kann teilweise günstige Zinskonditionen bescheren. Ein weiterer Weg, um die Franchise-Finanzierung auf den Weg zu bringen, ist der KfW Kredit. Die KfW Bankengruppe sowie landesweit ansässige KfW Förderbanken machen den Zugang zu staatlich unterstützten KfW Finanzierungen möglich. Diese übernehmen, ähnlich den Bürgschaftsbanken, bis zu 80% der Haftungsfreistellung von Hausbanken.

Die KfW Mittelstandsbank für Franchisegründungen nutzen

Die Förderprogramme der KfW Mittelstandsbank werden nach dem Hausbankprinzip beantragt bzw. vergeben. Anträge für KfW-Förderdarlehen müssen Gründer daher bei der eigenen Hausbank einreichen. Wichtig zu beachten ist hierbei, dass der jeweilige Antrag gestellt wird, bevor mit dem geschäftlichen Vorhaben begonnen wird. Die involvierte Hausbank sollte in jedem Fall von den Erfolgsaussichten der Franchisegründung überzeugt sein. Zu den in Frage kommenden Förderprogrammen der KfW Mittelstandsbank zählen das so genannte KfW-StartGeld, ERP-Kapital für Gründung sowie der KfW-Unternehmerkredit. Berater der KfW Mittelstandsbank stehen hier dem Franchisenehmer zu Seite, um das richtige Finanzierungsprogramm zu finden und aus diesem einen passenden Finanzierungsplan zu machen.

Zeitlicher Ablauf

Gründer sollten mindestens drei Monate einplanen – von der Realisierung des Businessplans bis zur Auszahlung der beantragten Mittel. Kommen zusätzliche Fördermittel zum Einsatz, die ebenfalls über die KfW bezogen werden oder müssen zusätzliche Sicherungen finanziert werden, z.B. über Bürgschaftsbanken, können Auszahlungen nochmals 4-5 Monate länger dauern. Berater und Spezialisten für Franchisefinanzierungen können hier ggf. dafür sorgen, dass sich die Prozesse etwas beschleunigen.

Fazit

Das Erfragen sämtlicher Finanzierungoptionen für Franchise-Gründungen lohnt sich in jedem Fall. Hausbanken sind die erste Anlaufstelle auch für Finanzierungen über Bürgschaftsbanken und KfW Darlehen. In den meisten Fällen sollte eine Eigenkapitaleinlage von 15-20% vorhanden sein. Günstige Konditionen für Franchise-Finanzierungen werden auch im Internet über Online Kredite zur Verfügung gestellt. Jeder Gründer sollte sich darüber bewusst sein, dass die Franchisefinanzierung einige Monate an Anspruch nehmen kann – daher sind korrekte zeitliche Planungen für das Vorhaben sehr wichtig.

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