10/11/2017

Finanzierung der Existenzgründung: Diese alternativen Finanzierungsmöglichkeiten gibt es

 

 

Ist es schlau, nur mit Eigenkapital zu gründen? Die Antwort lautet NEIN. Wenn Sie kein oder nur wenig Eigenkapital haben, dann stellt sich diese Frage vielleicht gar nicht. All jenen mit Eigenkapital sei gesagt: man kann NIE genug Kapital haben und selbst die besten Businesspläne sind am Ende nur nette Geschichten, die man sich selbst erzählt hat.

Lesen Sie diesen Artikel deshalb bitte auch, wenn Sie bereits über (scheinbar) genug Eigenkapital verfügen, denn Sie können etwas tun, dass wir Profis „Hebeln“ nennen. Das bedeutet, dass Sie für Ihren Eigenkapitalanteil zu sehr guten Konditionen mehr Geld durch eine Finanzierung erhalten können. Die Kosten (Zinsen etc.) einer solchen Finanzierung können Sie sofort als Kosten ansetzen.

In der aktuellen Niedrigzinsperiode sollten Sie diese Möglichkeit tatsächlich in Erwägung ziehen, denn später zu einer Bank zu gehen, um mehr Geld zu bekommen, wird sehr schwierig, da die Voraussetzung zum Beispiel für den ERP-Gründerkredit Startgeld besagen, das mit dem „Vorhaben“ noch nicht begonnen werden durfte!

Schauen wir uns im Folgenden zunächst die klassischen Finanzierungsmethoden, unter anderem das ERP-Gründerkredit Startgeld als den Top-Seller an.

 

 

Die Basis: Das sind die klassischen Finanzierungsmöglichkeiten

Eigenkapital:

Wie bereits weiter oben beschrieben, ist eine Gründung mit Eigenkapital im Grundsatz eine gute Idee, wenn man als Franchisenehmer gründet. Der Vorteil von Eigenkapital ist: Es kostet nichts. Der Nachteil ist ganz klar der: Wenn es weg ist, dann ist es schwer an mehr Geld zu gelangen, da für viele öffentliche Darlehen mit dem Vorhaben noch nicht begonnen werden durfte.

 

Öffentliche Darlehen (auch bekannt als Fördermittel) für Gründungen unter 100.000 EUR (inkl. Eigenkapital):

Räumen wir zunächst mit einem Mythos auf: Es gibt kein geschenktes Geld für Gründer! Es gibt Zuschüsse zur Beratung (zum Beispiel über das BAFA oder in NRW über das Beratungsprogramm Wirtschaft), diese Zuschüsse sind aber für den Berater gedacht und nicht für den Gründer.

Das bedeutet, dass es a) nichts geschenkt gibt und b) Sie für jeden Euro, den Sie aufnehmen, auch voll haften. Gelegentlich kommen Menschen zu uns, die glauben, man könnte von der KfW Geld „abziehen“, das ja mit 80 Prozent besichert ist, das Geld ausgeben und müsste dann nur für 20 Prozent haften.

FALSCH: Eine Haftungsfreistellung bedeutet, dass die Bürgschaftsbank für 80 Prozent eines evtl. Kreditausfalls erst einmal grade steht. In diesem Fall kommt dann eben nicht die Sparkasse oder Volksbank (oder wer auch immer Ihre Hausbank ist) mit dem Baseballschläger zu Ihnen, sondern die Damen und Herren der Bürgschaftsbank! Wie schon gesagt: Es gibt nichts geschenkt... und die Bank gewinnt immer. Letzterer Spruch kommt nicht von ungefähr!

Das beliebteste Programm für Existenzgründungen bis 100.000 EUR ist der sogenannte ERP-Gründerkredit Startgeld. Gründer können hier „unkompliziert“ bis zu 100.000 EUR erhalten. Unkompliziert in Anführungszeichen deshalb, weil alle anderen Kredite noch komplizierter sind. Unkompliziert bedeutet hier Sie benötigen:

 

  • Einen guten Businessplan (den Sie zumindest selbst mitgeschrieben haben)
  • Liquiditäts-, Rentabilitäts- und Kostenplanung
  • Personalplanung
  • Privatkostenübersicht
  • Lebenslauf
  • Steuerbescheide (je nach Bank bis zu den letzten drei Jahren)
  • Selbstauskunft inkl. Schulden- und Vermögensaufstellung
  • Bei Eigentum (Haus- oder Eigentumswohnung) einen Grundbuchauszug
  • Bei Anlagen oder Lebensversicherungen die aktuellen Rückkaufwerte
  • Schufa-Auskunft (zieht die Bank)
  • Idealerweise Eigenkapital (wenn Sie die Finanzierung mit uns machen (siehe unten) sind auch Finanzierungen ohne Eigenkapital möglich.)

 

Das Prüfungsverfahren dauert aktuell (je nach Bank) eine bis fünf Wochen bei der Hausbank und vier bis sechs Wochen bei der KfW-Bank, die erst nach der Hausbank prüft. Die Regeldurchlaufzeit von „ich will Geld“ bis „ich habe Geld“ beträgt zwischen zehn und zwölf Wochen.

 

Öffentliche Darlehen (auch bekannt als Fördermittel) für Gründungen über 100.000 EUR (inkl. Eigenkapital):

Benötigten Sie mehr als 100.000 EUR zusätzlich zu Ihrem Eigenkapital, kommt neben der Hausbank und der KfW-Bank bei öffentlichen Programmen die Bürgschaftsbank ins Spiel. Es gibt also eine dritte prüfende Instanz und Sie führen dann Gespräche sowohl mit der Hausbank als auch mit der regionalen Bürgschaftsbank.

Die Bürgschaftsbank kommt deshalb ins Spiel, weil das Risiko für die Hausbank nun größer ist und die Bürgschaftsbank Ihnen eine sogenannte Ausfallbürgschaft erteilen muss, die das Kreditrisiko der Hausbank absichert. Diese Ausfallbürgschaft kostet übrigens Geld – sowohl bei der Ausstellung, als auch für jedes Jahr Ihrer Laufzeit.

 

Folgende Programme kommen für Sie in Frage, wenn Sie mehr als 100.000 EUR benötigen:

  • ERP-Gründerkredit – Universell
  • ERP-Kapital für Gründung

 

Noch ein paar Worte zur Verwendung des Geldes. In den meisten Förderprogrammen werden sogenannte Mittelverwendungsnachweise (im Volksmund auch als Rechnungen bekannt) erwartet. Einige Banken zahlen das Geld im Voraus in Tranchen aus und erwarten dann zeitnah die Rechnungen, andere zahlen das Geld erst nach Vorlage der Rechnungen aus. In einem solchen Fall räumt die Bank dem Gründer dann in der Regel einen Dispo-Kredit ein, um die Anschaffungen tätigen zu können.

Eine Übersicht über alle Förderprogramme (teils nach Bundesland unterschiedlich) finden Sie hier: http://www.foerderdatenbank.de/Foerder-DB/Navigation/Foerderrecherche/suche.html oder melden Sie sich unverbindlich bei uns (siehe unten).

 

 

Das sind die alternativen Finanzierungsmöglichkeiten für Ihre Existenzgründung

Private Geldgeber:

In Zeiten von Niedrigzinsen suchen auch immer mehr Privatleute nach Möglichkeiten ihr Geld anzulegen. Wir verfügen über ein umfangreiches Netzwerk solcher Privatanleger und helfen gerne weiter. Vielleicht findet sich ja auch in Ihrem Verwandten oder Bekanntenkreis jemand, der gerne als stiller Teilhaber bei Ihnen einsteigen möchte oder der Ihnen sein Geld zu einem guten Zinssatz anvertraut?!

 

Kredite über das Internet:

Seit Monaten werden wir von sogenannten Crowd-Finanzierern mit Werbung bombardiert. Crowd-Finanzierer gibt es inzwischen eine ganze Menge und Lendico und Funding Circle seien hier nur als zwei Beispiele genannt.

Bei den Crowd-Finanzierungsplattformen kann sich jeder, der über etwas Geld verfügt, registrieren und sein Geld verleihen. Die Kreditnehmer werden in der Regel von allen Seiten durchleuchtet und teilweise bieten die Plattformen auch den Kreditgebern die Möglichkeit den Kreditnehmern direkt (öffentlich) Fragen zu stellen. Die Laufzeit und die Höhe der Zinsen variiert stark und vergleichen macht auf jeden Fall Sinn.

 

Warenkredite:

Wenn Ihr Eigenkapital für die Gründung reicht und Sie nur Geld für Ware benötigen, dann macht vielleicht ein Gespräch mit dem Lieferanten Sinn. Häufig sind Lieferanten bereit für einen kleinen Aufschlag längere Zahlungsziele zu gewähren und machen so eine Zwischenfinanzierung der Ware unnötig.

Außerdem gibt es speziell auf Warenfinanzierung spezialisierte Dienstleister in unserem Netzwerk. Diese Arbeiten in der Regel nicht direkt mit den Kapitalsuchenden, sondern nur über Netzwerkpartner wie uns.

 

Möbelkredit:

Wenn Sie einen kleinen fünfstelligen Betrag benötigen und nicht warten möchten, dann ist der klassische „Möbelkredit“ (eigentlich Konsumerkredit) der richtige. Gehen Sie mit Ihrer EC-Karte und der letzten Lohnabrechnung zu Ihrer Hausbank oder einer der spezialisierten Konsumerkreditbanken wie Santander oder Barclays Card und Sie erhalten innerhalb von wenigen Stunden einen Kredit zu einem derzeit guten Zinssatz (…der zwar nicht so gut ist, wie der der KfW-Bank, dafür gibt’s das Geld aber ohne große Fragen sofort).

 

Kontokorrentkredite (Dispo):

Wenn Sie kurzfristig Geld benötigen, dann ist ein Dispo-Kredit auf jeden Fall eine gute (aber teure) Option. Sprechen Sie Ihre Bank darauf an. Häufig macht auch eine Kombination aus ERP-Startgeld (maximal 100.000 EUR) und einem Dispo Sinn, um nicht den Extra-Aufwand (und die Extra-Kosten) einer Bürgschaftsbank-Bürgschaft zu haben.

 

Crowd-Funding und Crowd-Investing:

Für Kreativprojekte empfehlen wir unseren Mandanten häufig eine Kampagne auf Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter.com oder Indigogo.com. Hier kaufen Menschen Produkte, die sich gerade in der Entwicklung befinden. Alles was man für eine gute Kampagne benötigt ist eine gute Idee, ein gutes Video und gute Vorarbeit bezüglich Community und Medien im Vorfeld. Die Geldbeträge, die man auf diesem Wege einsammeln kann, sind theoretisch unbegrenzt!

Geht es darum, Investoren für eine Geschäftsidee zu finden, dann sind die sogenannten Crowd-Investing-Plattformen wie Seedmatch.de oder Companisto.de das Richtige für Sie. Hier finden Sie Menschen, die Ihnen für eine Gewinn- oder Unternehmensbeteiligung echtes Risikokapital zur Verfügung stellen.

 

 

Fazit / Tipp für den nächsten Schritt

Wir haben als Berater das letzte Jahrzehnt damit verbracht, die Arbeitsweise der Banken bei der Kreditvergabe zu verstehen. Dadurch haben wir eine 100 Prozent Erfolgsquote bei Finanzierungen und können bei Bedarf auch sehr kurzfristig (teilweise innerhalb von Stunden) fünfstellige Beträge aus unserem Fond oder über unser Partnernetzwerk bereitstellen.

Sprechen Sie, bevor Sie zu einer Bank gehen oder aufgeben, auf jeden Fall mit uns. Bei der KfW haben Sie zum Beispiel mit Ihrem Antrag in der Regel nur eine Chance!

Wenn Sie als Franchisesystem oder als Franchisenehmer eine Finanzierung benötigen, dann sprechen Sie uns gerne direkt an. Senden Sie uns eine E-Mail an team@TheBlackSwan.de und wir melden uns umgehend bei Ihnen. Außerdem stehen Ihnen die Coaches und Berater von The Black Swan gerne bei der Auswahl eines Franchisesystems sowie der späteren Gründung zur Seite.

 

Expertenstimme von Wolfgang Kierdorf

Autor:

The Black Swan - Gesellschaft für Unternehmensentwicklung UG (haftungsb.)
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