11/6/2018

Energiesparen als Unternehmer: Gar nicht so einfach?

 

Energie ist teuer. Und was die Geschäftsausgaben erhöht, möchte man in jedem Fall gerne minimieren – vielleicht sogar deshalb, weil das gewählte Franchisesystem spezielle Vorgaben macht. Nun gibt es zwar eine große Menge an Franchisesystemen, die sich dem Energiesparen verschrieben haben, etwa im Bau- und Sanierungsbereich, aber es funktioniert auch umgekehrt und Branchen-übergreifend: Den energetischen Fußabdruck des eigenen Betriebs so niedrig halten, dass die Kosten nicht ausufern, darunter aber auch nicht die betriebliche Leistungsfähigkeit leidet.

 

 

1. Prüfen

Einsparungen ohne Kenntnisse des Ausgangswertes sind kopflose Aktionen. Deshalb muss jegliches Energiesparen damit beginnen, einen klaren Überblick auf den Ist-Zustand zu bekommen. Dazu sind Verbrauchsabrechnungen ebenso zu sichten und ein Mittelwert daraus zu bilden wie zeitgenaue Messungen durchgeführt werden sollten. Allerdings: Nur falls es sich um große Energiemengen jenseits der 100.000kWh/Jahr handelt, hat man Anrecht auf Leistungsmessgeräte. Darunter kann es notwendig sein, eine solche Arbeit durch einen Fachbetrieb durchführen zu lassen. Als Formel zur Annäherung kann man folgend vorgehen:

(Gesamt-Stromverbrauch in kWh) / (Unternehmensfläche in m²) = kWh/m² jährlich

Als Vergleichswert: Im Nonfood-Einzelhandel betrug der Wert im Schnitt 115kWh/m².

Tipp: Falls der Betrieb von einem vorherigen Franchisenehmer übernommen wird, sollten dessen Verbrauchsermittlungen als Bewertungsbasis herangezogen werden. Das spart Arbeit.

 

 

2. Vergleichen²

Wie noch in den weiteren Punkten zu lesen sein wird, unterscheidet sich unternehmerisches Energiesparen nicht gravierend von dem, was ein Franchisenehmer auch bei sich zuhause tun würde. Und unter diesem Gesichtspunkt läuft auch dieser Schritt ab, bevor weitere Sparmaßnahmen implementiert werden: das Vergleichen von Anbietern, deren Konditionen und Preisen. Hier bietet es sich an, die Anbieter von Gewerbestrom auf stromvergleich.de zu analysieren und das für den eigenen Standort, die Unternehmensgröße passendste herauszufiltern. Gleiches gilt auch für den Heizungs-Energieträger.

 

 

3. Kompromisslos LED

In jedem Unternehmen kommen unzählige Lichtquellen zum Einsatz. Notwendige Lichtquellen bei denen „Abschalten“ keine Alternative darstellt. Hier bietet sich ein enorm wirksamer Ansatzpunkt. Das bedarf allerdings einer vorherigen Investition: alle Leuchtmittel gegen Leuchtdioden (LEDs) austauschen. Im Vergleich mit herkömmlichen Glühlampen hat eine LED bei gleicher Helligkeit nur ein Zehntel des Verbrauchs. Selbst gegenüber Leuchtstoffröhren lassen sich noch 50-prozentige Einsparungen erzielen – bei einer deutlich gesteigerten Lebensdauer und zudem der Möglichkeit, durch gezieltes Auswählen von Lichttemperaturen die Leistung der Mitarbeiter zu erhöhen.

 

 

4. Licht aus

Auch bei LED-Beleuchtungen gilt: jedes nichtverbrauchte Watt ist gespartes Geld. Und in nichtindustriellen Unternehmen ist in Deutschland die Beleuchtung mit 50% der Stromkosten weit vor allen anderen Verbrauchs-Spitzenreiter. In diesem Sinne sollte geprüft werden, in wieweit die Beleuchtung im Franchise und auch außen ausgeschaltet werden kann. Gänzliches Ausschalten während der Nachtstunden wäre zwar ideal; ist aber mit Hinblick auf den Einbruchsschutz sowie etwaige Franchise-Vorgaben (etwa, das Firmenschild dauerhaft zu beleuchten) nicht realistisch durchführbar. Allerdings sollte die nächtliche Innenbeleuchtung zumindest auf ein Minimum reduziert bzw. mit Bewegungssensoren gekoppelt werden.

Für den Firmenalltag ist es indes praktikabel, die Notwendigkeit zur Beleuchtung durch gezieltes Positionieren der Einrichtung zu reduzieren. Etwa indem Büroarbeitsplätze so eingerichtet werden, dass Licht durch Fenster von links darauf scheint. Zudem sollte die „Allgemeinbeleuchtung“ zugunsten einzelner Arbeitsplatzleuchten reduziert werden – diese benötigen bei gleicher Helligkeit ungleich weniger Energie. 

Ferner sollte, insbesondere bei Umbauten, die Schaltung bedarfsabhängig ausgelegt werden. D.h. mehr Schalter für feinere Abstimmung der Beleuchtung. Etwa, damit in einem Verkaufsraum nur die von den Fenstern weit entfernten Produkte „nachbeleuchtet“ werden müssen.

 

 

5. Schlaue Helfer einsetzen

Die Digitalisierung hat nicht nur die Arbeits- und Unterhaltungswelt gehörig umgekrempelt, sie ist auch ein wichtiger Grundbaustein geworden, um Energie einzusparen. Auch hier können Investitionen notwendig sein, um Einsparungen zu erzielen, doch es lohnt sich.

 

 

  • Alle Geräte eines Arbeitsplatzes sollten an sogenannten Master-Slave-Steckdosen angeschlossen werden. Diese können so konfiguriert werden, dass sie, wenn der Haupt-Stromabnehmer (etwa der PC) abgeschaltet wird, automatisch auch die Stromversorgung aller anderen Abnehmer gekappt wird.

 

  • Smarte Sensorik kann das Lüftungsverhalten in einem Raum messen und darauf basierend automatisch die Heizung ein- und ausschalten. Etwa, wenn Fenster und/oder Türen länger als einen bestimmten Zeitraum geöffnet bleiben.

 

  • Die gesamte Beleuchtungssteuerung kann durch Sensoren erfolgen. Diese würden etwa in einem großen Lagerraum gezielt nur diejenigen Leuchten einschalten, in deren Nähe sich gerade Personen bewegen.

 

 

Allerdings sei unterstrichen, dass bei diesen smarten Geräten die Entwicklungssprünge enorm schnell und groß sind. Jede Liste kann daher nur eine Momentaufnahme sein.

 

 

6. Temperatur regulieren

Diese digitalen Helfer können auch noch bei diesem Punkt zum Einsatz kommen, um seine Wirkung zu verbessern. Denn jeder Arbeitsplatz in einem Unternehmen hat bestimmte Mindest-Temperaturvorgaben, die einzuhalten sind. Für typische Büroarbeitsplätze sind das beispielsweise 20°C. Genau das sollte auch durch regelmäßige Messungen sichergestellt sein – und kein Grad mehr. Denn eine Erhöhung der Raumtemperatur um nur ein Grad Celsius erhöht den Heizenergieverbrauch um rund sieben Prozent.

Dazu ist es allerdings auch notwendig, die Mitarbeiter anzuhalten, diese Temperatur nicht eigenmächtig zu erhöhen – im Zweifelsfall kann diese Möglichkeit auch durch den Einbau von Heizungs-Zentralsteuerungen gänzlich genommen werden.

 

 

7. Leistungsgerechter Einsatz

Dass Drucker, welche den ganzen Tag im Bereitschaftsmodus laufen, überflüssig Energie verbrauchen, muss man ebenso wenig erwähnen wie dass Computermonitore, sofern sie gerade nicht verwendet werden, so konfiguriert werden sollten, dass sie nach nur wenigen Augenblicken in den Schlafmodus schalten – das funktioniert über die Energiespareinstellungen des Windows-Betriebssystem mit wenigen Mausklicks.

Doch beim Grundsätzlichen machen viele Unternehmer einen Fehler: Sie kaufen Produkte, besonders IT, ohne Rücksicht auf das, was eigentlich für ein Unternehmen dieser Größe notwendig ist. Angefangen bei den Serveranlagen, auf denen die Firmenwebseite sitzt bis hin zu den einzelnen Computern an den Arbeitsplätzen gibt es immer einen Mittelwert, der ausreichende Leistungen bei akzeptablem Stromverbrauch ermöglicht. Diesen für das eigene Unternehmen herauszufinden, sollte durch einen IT-Fachberater frühzeitig sichergestellt werden.

 

 

Bildquellen:

1) pixabay.com © HutchRock
2) pixabay.com © Bru-nO
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4) pixabay.com © TeroVesalainen

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