5/17/2018

Ein Unternehmen finanzieren - viele Wege führen nach Rom

Die größte Herausforderung für Gründer ist die Finanzierung ihrer Geschäftsidee. Da der Bank noch keine belastbaren Zahlen vorliegen, muss die Kombination aus Businessplan und Persönlichkeit überzeugen. Mittlerweile gibt es eine Fülle an Finanzhilfen, die Existenzgründern unter die Arme greifen. Doch nicht jedes Fördermittel passt zu jedem Konzept. Gründer müssen daher große Sorgfalt auf ihre Finanzplanung legen. Denn eine schlechte Planung in diesem Bereich zählt mit zu den häufigsten Gründen, warum Jungunternehmer scheitern.

 

 

Eigenkapital

Die meisten Gründer können nur davon träumen, ihr Unternehmen komplett vom eigenen Bankkonto aus finanzieren zu können. Diese eigenständige Finanzierung wird auch Bootstrapping genannt. Die Vorteile liegen auf der Hand. Durch den Einsatz des eigenen Geldes wird jeder Schritt wohlüberlegt und jede Ausgabe auf den Prüfstand gestellt. Schlank starten und danach flexibel expandieren lautet hier die Devise. Dem Gründer kann es so auch nicht passieren, dass Anteile seines Unternehmens in den Besitz von Investoren übergehen, was langfristig die Entscheidungsfreiheit sichert. Allerdings kann der Druck, mit knappen Ressourcen wirtschaften zu müssen, ziemlich belastend sein. Zudem gibt es keine erfahrene Person, die dem Jungunternehmer beratend zur Seite steht. Selbst wer nicht die komplette Summe aufbringen kann, gilt bei der Gründung immer noch die Devise: Je mehr Eigenkapital, desto besser. Das erhöht gegenüber der Bank die Kreditwürdigkeit und gibt bei Liquiditätsschwankungen Sicherheit.

 

 

Kredite

Der Kredit der Hausbank

Die klassische Methode, Kapital für die Gründung und vor allem für größere Anschaffungen wie Maschinen zu leihen, ist die jeweilige Hausbank. Doch schon zu Beginn kommt die Hürde, an der viele hoffnungsvolle Existenzgründer scheitern: Die Banken wollen Sicherheiten sehen. Das kann Wohneigentum sein, aber auch ein Wertpapierdepot. Also Dinge, die kaum ein Gründer hat. An diesem Zeitpunkt kommt oft eine Bürgschaft ins Spiel. Eltern oder Großeltern engagieren sich, um dem Nachwuchs auf die Sprünge zu helfen. Das kann gut gehen, doch wenn Unternehmen dann scheitern, bricht oft die ganze Familie auseinander. Stimmen jedoch diese Rahmenbedingungen und der Businessplan überzeugt, gibt die Bank meist grünes Licht. Die Bank wird ebenfalls benötigt, wenn ein etabliertes Unternehmen gekauft werden soll. Erfolgt die Gründung nicht im Alleingang, sondern als Teamgründung, können leichter finanzielle Defizite ausgeglichen werden. Die Kreditwürdigkeit erhöht sich unter Umständen, was auch die Kreditvergabe erleichtert.

 

 

Förderkredite

Förderdarlehen weisen in der Regel niedrigere Zinsen als der normale Bankkredit auf. Diese Form der Finanzierung wird bei speziellen Förderbanken beantragt. Auch hier spielt die Hausbank eine Rolle, denn das Darlehen wird nicht direkt bei der Förderbank beantragt. Die Hausbank wird das Konzept prüfen und dann weiterleiten. Wenn nur Sicherheiten fehlen, können die Bürgschaftsbanken der einzelnen Länder aushelfen. Diese Förderdarlehen greifen ebenfalls, wenn ein bestehendes Unternehmen übernommen werden soll.

 

 

Staatliche Förderungen für Gründer

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet ein Startgeld für Existenzgründungen an. Daneben gibt es in Deutschland noch weitere Fördermöglichkeiten für Gründer auf der Ebene von Bund, Ländern oder der jeweiligen Region. Je nach Ausrichtung unterstützen die Programme mit Zuschüssen, Bürgschaften oder in den Bereichen Eigen- und Fremdkapital, oft auch kombiniert mit einem Mentoring. Es empfiehlt sich, in einer Fördermitteldatenbank nach den passenden Programmen zu suchen. Daneben ist es möglich, Zuschüsse für eine Patentanmeldung oder die Existenzgründerberatung zu erhalten. Diese müssen später genauso wenig zurückgezahlt werden wie das Exist-Gründerstipendium. Auch wenn die Gründung aus der Arbeitslosigkeit angegangen wird, kann mit staatlichen Fördergeldern gerechnet werden.

 

 

Venture Capital

Venture Capital bedeutet, dass ein oder mehrere Personen in das junge Unternehmen investieren. Dabei bleibt der Investor keine graue Eminenz mit Firmenanteilen im Hintergrund, sondern steht auch als Berater für den Existenzgründer zur Verfügung. Die meisten Investoren steigen erst ein, wenn das Unternehmen zwar noch jung, aber schon etwas solider dasteht. Wer von Beginn an investiert, verlangt in der Regel höhere Zinsen für die bereitgestellte Investitionssumme. Besonders Gründungen aus den Bereichen Pharma oder IT werden oft mit der Hilfe von Venture Capital aufgezogen, da in diesen Branchen Aussichten auf Erfolg und Gewinne bestehen. Ein sogenannter Inkubator steigt ebenfalls mit Venture Capital ein, stellt darüber hinaus aber auch die Büroräume sowie die Ausstattung.

 

 

Business Angels

Gründer brauchen Schützenhilfe und Kontakte. Business Angels sind oft von Beginn an einem jungen Unternehmen verbunden, sowohl beratend als auch als Geldgeber. Existenzgründer profitieren dann vor allem vom großen Netzwerk der alten Hasen. Die Engel sind jedoch nicht ganz so leicht zu finden, sind aber immerhin in einem eigenen Verein, dem Business Angel Netzwerk Deutschland e.V., organisiert.

 

 

Gründerwettbewerbe

Versuch macht klug. Je nach Ausrichtung des Unternehmens bietet sich die Möglichkeit, Startkapital bei Gründerwettbewerben zu sammeln. So ist der KfW-Award "Gründerchampions" mit 30.000 Euro dotiert. IKT Innovativ richtet sich an Start-Ups aus der Kommunikations- und Informationstechnik und BaySTARTUP fördert Gründer aus Bayern. Auch Sachsen hat einen eigenen Wettbewerb für neue und ungewöhnliche Geschäftsideen. Der Sciene4 Life Venture Cup hilft bei der Gründungsumsetzung von Ideen im Bereich Chemie oder Life Sciences.

 

 

Finanzierung durch die Crowd

Viele Geldgeber, die mit kleinen Summen einem jungen Unternehmen Starthilfe leisten – diese Idee der Schwarmförderung ist die Basis von Crowdfunding. Kreative haben es einst vorgemacht: Als Dank für die finanzielle Unterstützung eines Projektes gab es am Ende ein Geschenk oder das angefertigte Produkt. Interessanter für Gründer ist das Lending-based Crowdfunding: Hier bietet der Geldgeber einen Kredit mit fester Laufzeit und entsprechend vereinbartem Zinssatz an. Die Banken bleiben dabei völlig draußen. Crowdinvesting zielt darauf ab, Investoren zu finden, die Firmenanteile kaufen. Diese Investoren werden an den Umsätzen beteiligt, verlassen jedoch in der Regel nach einer Weile das Projekt.

 

 

Franchise-Geber bieten Unterstützung

Viele Risiken und schlaflose Nächte rund um die Gründung bleiben mit Franchise erspart. Das Geschäftskonzept wird von A bis Z übernommen, der Franchise-Geber schult den Gründer in allen Fragen rund um die bereits vielfach erprobte und bewährte Businessidee. Die Marke und das Marketing werden mitgeliefert, daneben garantiert der Franchise-Geber, dass niemand sonst im Gebiet des Gründers eine Filiale eröffnet. Auch in Sachen Finanzierung können Franchise-Geber angehenden Gründern helfen, zum Beispiel durch bestehende Bankkontakte und die gesammelte Erfahrung aller Franchise-Partner, die sich bereits mit dem Konzept selbstständig gemacht haben. Wer ein erfolgreiches Franchising-Konzept wählt, läuft nur wenig Gefahr, sein Unternehmen an die Wand zu fahren. Allerdings ist die unternehmerische Freiheit bei Franchising stark eingeschränkt, da die geschäftliche Marschroute abgesteckt ist. Gründer, denen Sicherheit wichtig ist, wissen jedoch ein erfolgreiches Konzept zu schätzen.

 

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