10/2/2019

Die Bedeutung der Softwareentwicklung für Gründer: Mehr als eine Pflichtaufgabe

 

 

Die großen Herausforderungen unserer Zeit verlangten "nach technischen Lösungen." Diese Worte sprach unlängst kein anderer als der frühere US-Präsident Barack Obama auf der Münchner Startup-Messe Bits & Pretzels. Dabei spielte er insbesondere auf den Klimawandel an. Der Satz des Demokraten war zugleich eine Erinnerung daran, wie wichtig technische Innovationen für Gründer sind - und speziell Softwareentwicklungen. Digitale Dienstleistungen wachsen nicht ohne Grund zweistellig: Für 2019 und 2020 erwarten Experten ein Plus von 10,6 sowie 10,8 Prozent.

Was die Zahlen alleine jedoch nicht aussagen, sind die Gründe für die besondere Bedeutung der Softwareentwicklung für angehende Unternehmer. Hier gilt es, analytisch zu abstrahieren. Was auf den ersten Blick kompliziert klingt, ist eigentlich nur logisch und leicht verständlich.

 

 

Erfolgreiche Unternehmen benötigen Alleinstellungsmerkmale: Softwareentwicklung als Schlüssel

Eine weit verbreitete Fehleinschätzung potenzieller Gründer lautet, dass ein erfolgreiches Unternehmen von einer guten Idee abhängt. Der Experte Axel Rittershaus (Bitkom-Vorstand) hat hierzu eine treffende Anmerkung in der "Computerwoche" verfasst: Die meisten Ideen seien nur so lange gut bis sie den Kopf verließen. Entscheidend sei, wen die eigene Idee interessiere und wie man sich auf dem Markt behaupte. An dieser Stelle erläutert Rittershaus eine weitere häufige Fehleinschätzung: Selbst, wenn es keinen Konkurrenten für das eigene Angebot gebe, bestehe ein Markt: Potenzielle Kunden oder Klienten müssten animiert werden, die Bequemlichkeit des Ist-Zustands zu verlassen und das Produkt/ die Dienstleistung des neuen Unternehmens anzunehmen.

Dies hat zwei Folgen für Unternehmen: Erstens müssen die angebotenen Produkte oder Dienstleistungen einzigartig sein. Zweitens dürfen sie nicht reproduzierbar sein. Für beide Fälle ist die Softwareentwicklung von entscheidender Bedeutung. Eine speziell entwickelte Software als Grundlage des eigenen Angebots sorgt automatisch dafür, dass dieses einzigartig ist. Als Beispiel sei auf den Smartphone-Markt verwiesen: iPhones heben sich durch iOS deutlich mehr von allen Android-Geräten ab als diese es untereinander tun - trotz teilweiser beachtlicher Hardware-Unterschiede. Zweitens verhindert eine eigens entwickelte Software, dass das eigene Angebot leicht von Mitbewerbern reproduziert werden kann. Im Netz warten zahllose "kostenlose Tools für Gründer" auf angehende Unternehmer. Wer mit diesen arbeitet, kann jedoch nicht verhindern, dass Konkurrenten es ebenfalls tun. Es droht Verwechslungsgefahr. Diese wird beispielsweise bei den Webauftritten oder Apps vieler Gründer greifbar - diese wurden mit "Baukasten"-Systemen entwickelt und ähneln sich stark.

 

 

Softwareentwicklung ist ebenfalls für interne Arbeitsabläufe entscheidend

Softwareentwicklung ist für alle Gründer aber nicht nur "nach außen" bedeutsam, sondern auch für die internen Arbeitsabläufe. Wer ein neuartiges Produkt oder bestimmte Dienstleistungen auf unbekannte Weise auf den Markt bringen möchte, benötigt die bestmögliche Unterstützung für die Umsetzung. Diese muss von der Software kommen. Exemplarisch seien hierfür einige Ergebnisse der Future Processing Softwareentwicklung genannt:

 

  • Code-Lesbarkeit der Verpackungen für zusammenzusetzende Komponenten
  • Big Data Analysen
  • Hinzufügen neuer Funktionen in bestehende Anwendungen
  • Automatisierung administrativer Arbeit durch Intranet-Module
  • Software, mit der sich Steuererklärungen leichter abgeben lassen

 

 

Weitere bekannte Beispiele anderer Entwickler sind:

 

  • Programme, die es ermöglichen, Produkte auf mehreren Online-Shop-Portalen zur selben Zeit zu veröffentlichen
  • Tools zur Automatisierung bestimmter Analyseprozesse (beispielsweise zum Einsatz von Unternehmensressourcen)
  • Apps, die der Verbesserung und Vereinfachung der internen Kommunikationen dienen
  • Software-Lösungen, die es vereinfachen, Feedbacks einzuholen und auszuwerten
  • Programme, mit denen sich mehrere Projekte zeitgleich verwalten lassen

 

 

Auffällig ist die Vielfalt der Software-Lösungen. Die speziellen Entwicklungen gehen in völlig unterschiedliche Richtungen. Dies zeigt den besonderen Bedarf, den Unternehmen an speziell für sie geschriebenen Programmen haben - und dies schließt Gründer ausdrücklich mit ein.

 

 

Bedarfsanalyse: Erkennen, welche Art von Software entwickelt werden muss

Gründer haben allerdings bei der Frage der Softwareentwicklung einen Nachteil gegenüber etablierten Unternehmen. Die Bedarfsanalyse fällt deutlich schwerer. Firmen, die bereits seit geraumer Zeit am Markt sind, wissen bereits aus Erfahrung, in welcher Hinsicht sie softwareseitige Unterstützung benötigen. Sie kennen die alltäglichen Probleme ihrer Arbeitsabläufe und können Vorstellungen entwickeln, wie eigens entwickelte Software Abhilfe schafft. Hier erweist sich Obamas Satz auch im Kleinen als Wahrheit: Die alltäglichen Herausforderungen bedürfen ebenfalls technischer Lösungen.

Für Gründer ist es nicht ganz so einfach. Sie verfügen schließlich über keine vergleichbaren Erfahrungswerte. Einige Mitarbeiter und/ oder die angehenden Unternehmer selbst haben zwar vermutlich schon in anderen Firmen gearbeitet. Aber solche Kenntnisse ersetzen nicht den "globalen" Blick auf die eigenen Arbeitsprozesse. Für die Bedarfsanalyse, wo was für Software entwickeln werden muss, gibt es zwei Möglichkeiten.

Erstens kann externe Expertise eingeholt werden. Wer einen Partner beauftragt, die Software für ihn zu entwickeln, findet zugleich auch einen guten Ratgeber. Dienstleister, die maßgeschneiderte Programme für Gründer entwickeln, pflegen diese Lösungen in der Regel auch und entwickeln sie weiter. Sie haben deshalb umfangreiche Kenntnisse darüber, mit welchen Kinderkrankheiten Neugründungen häufig zu kämpfen haben und an welchen Stellen Arbeitsprozesse unerwartet schwierig sind.

Zweitens kann das "McDonald's"-System zum Einsatz kommen - und dies gleich in doppelter Hinsicht. Interessant ist diese Möglichkeit für Franchise-Nehmer sowie für Franchise-Geber. Maurice und Richard McDonald's gründeten die weltberühmte Fastfood-Kette im Jahr 1940. Um die Arbeitsvorläufe zu optimieren, zogen sie mit ihren ersten Mitarbeitern bewaffnet mit Kreide auf einen Parkplatz. Hier zeichneten sie alle Geräte in der Küche ein und studierten Bewegungsabläufe. Diese sowie die Position der Geräte wurden so lange verändert bis alles in Perfektion funktionierte. Solche Simulationen lassen sich auch softwareseitig durchführen. Gründer testen mit bestehenden Lösungen ihre Arbeitsprozesse und notieren, wo Probleme auftauchen.

Der zweite Teil des "McDonald's"-Systems geht auf Ray Kroc zurück, der die Marke zu Weltruhm führte. Die Fastfood-Kette hatte große Probleme zu expandieren, weil sich die Arbeitsabläufe in neuen Läden nicht reproduzieren lassen wollten. Die Betreiber änderten die Speisekarten nach eigenem Gutdünken sowie den Service. Kroc setzte deshalb einige Dinge durch, die bis heute für Franchise-Geschäfte maßgeblich sind und sich dabei auf die Softwareentwicklung übertragen lassen: Mit der Hilfe eines Mustergeschäfts wurden Protokolle und Standards für Arbeitsabläufe entwickelt, die von neuen Läden befolgt werden mussten. Angestrebte Änderungen von diesen Standards mussten in allen Ländern umsetzbar sein. Künftige Franchise-Nehmer wurden zudem angelernt. Diese erhielten im Gegenzug weitreichende Mitbestimmungsrechte.

Für die Softwareentwicklung von Gründern bedeutet dies: Für Arbeitsabläufe müssen Standards und Protokolle entwickelt werden, die über Programme abgebildet werden können - und sich bei Expansion reproduzieren lassen. Änderungen dürfen nicht einseitig vorgenommen werden. Die Software muss aber so flexibel sein, dass sie sich stetig verbessern lässt, wenn neue Vorschläge umgesetzt werden sollen.

 

 

Fazit

Softwareentwicklung ist für Gründer wichtig, um nach außen keine Probleme zu haben, sich von der Konkurrenz abzusetzen und ein einzigartiges Angebot zu unterbreiten. Nach innen ist sie bedeutsam, um Arbeitsabläufe zu optimieren. Die Softwareentwicklung darf dabei jedoch nicht blind geschehen, sondern sollte auf möglichst soliden Daten basieren.

 

Bildquelle: pixabay.com / StockSnap

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