19.03.2018

Businessplan für Franchisenehmer: Darauf sollte man achten

Wer ein Unternehmen gründet, hat zu Anfang viele Dinge zu bedenken. Wer sind die Kunden? Wie groß ist der Markt? Wer ist die Konkurrenz und was hebt das eigene Unternehmen ab? Dies sind nur ein paar der Fragen, die sich jeder Gründer, Franchisenehmer und Selbstständige vor dem großen Schritt stellen sollte. Da das Ganze schnell unübersichtlich werden kann, empfiehlt es sich, alle Fragen und die Antworten darauf niederzuschreiben. Dazu bietet sich ein sogenannter Businessplan an.

 

 

Bei einem Businessplan handelt es sich um die schriftliche Zusammenfassung eines geplanten Geschäftsvorhabens. Dabei gliedert sich der Plan in Strategie und Ziele, Produktion, Finanzierung und Marketing. Der Businessplan erfüllt dabei zwei wesentliche Funktionen: einerseits ist er ein Instrument zur Risikoabsicherung, andererseits benötigt ihn der Franchisenehmer, wenn er eine Finanzierung von der Bank braucht. Aber Vorsicht: Nur wenn im Vorfeld genügend Informationen eingeholt werden, kann man am Ende auch hohe Gewinne verbuchen.

Der Businessplan hilft dem Franchisenehmer selbst aber auch noch bei einer weiteren wichtigen Komponente: Bei einer umfassenden Marktanalyse sowie dem Auflisten der eigenen Stärken und Schwächen, den Besonderheiten des Marktes, des Standortes und der Zielgruppe lassen sich im Vorfeld oft schon Stolpersteine oder Risiken absehen. Wer diese Risiken dann im Businessplan zusätzlich noch adressiert und sich schon erste Gedanken über die Umgehung der Risiken gemacht hat, der wird bei der Bank oder anderen Investoren einen hervorragenden Eindruck hinterlassen.

 

 

Im Hintergrund befindet sich ein bewährtes Franchise-System

Erstellt ein Franchisenehmer einen Businessplan, so hat er einige Vorteile gegenüber dem Existenzgründer, der eine neue und zudem noch nicht etablierte Geschäftsidee verfolgt. Handelt es sich nämlich um ein bereits bewährtes Franchise-System, so ist die Chance wesentlich höher, dass der Franchisenehmer von der Bank einen Kredit bekommt. Zudem bekommen Franchisenehmer auch immer wieder eine direkte Unterstützung vom Franchisegeber. So etwa, wenn es um Daten oder Zahlen des bestehenden Franchise-Systems geht. Es gibt hier also schon eine Basis, die in den Businessplan miteinfließen kann.

In der Praxis bedeutet das, dass der Franchisenehmer unbedingt beim Franchisegeber anfragen sollte, in wie weit schon Marktdaten, SWOT-Analysen oder ähnliche valide Zahlen runmitd um das Geschäfts- bzw. Franchisemodell gibt.

 

 

Die Erstellung des Businessplans

 

Bei der Erstellung des Businessplans sollte man sich grob an die folgende Vorgehensweise halten. „Grob“ daher, da verschiedene Franchisesysteme natürlich verschiedene Schwerpunkte haben:

Im Vorfeld muss die Zielgruppe definiert werden. Schlussendlich muss man wissen, wer sich für das Angebot interessiert und wer das Produkt (oder die Produkte) kaufen möchte. Zu Beginn geht es also darum, dass die Frage beantwortet wird, welches Teilsegment des Marktes bedient werden soll. Dabei muss der Franchisenehmer vor allem auf das Alter, das Einkommen, das Geschlecht, den Wohnort, die Wünsche und auch die Bedürfnisse und die Probleme der potentiellen Kunden Rücksicht nehmen. Nur dann, wenn zahlreiche Daten und Fakten gesammelt werden, kann im Vorfeld ein Bild von den potentiellen Kunden gezeichnet werden.

In weiterer Folge geht es um die Marktanalyse. Wer sich für eine vollständige Marktanalyse entscheidet, der reduziert nämlich das Risiko. Dabei geht es um die Größe des Markts, wie hoch der Umsatz sein sollte, wie viele Einheiten im Jahr verkauft werden und auch um das Marktwachstum, die Marktdynamik und natürlich auch um das Marktpotential. Aber auch Marktrisiken wie Währungsschwankungen (aktuelle Zahlen gibt es zum Beispiel bei Admiral Markets) und das wirtschaftliche Klima sollten berücksichtigt werden.

Hat man sich mit der Marktanalyse befasst, so geht es um den quantitativen Teil – also um die Wettbewerbsanalyse. Dabei sind folgende fünf Punkte wesentlich:

 

  • Die Verhandlungsstärke der Kunden. Hierbei stellt sich die Frage, ob es um ein standardisiertes Produkt oder einen standardisierten Service geht. Bei beidem ist die Verhandlungsmacht der Kunden eher gering. Je größer der Grad der Individualisierung des Produktes oder Services ist, desto größer die Verhandlungsstärke der Kunden.
  • Die Ersatzprodukte am Markt. Ist das Produkt oder der Service einzigartig? Oder haben Kunden die Wahl zwischen vielen verschiedenen Anbietern, die Ähnliches anbieten?
  • Die Wettbewerber. Ist die Konkurrenz stark oder schwach? Ist man selbst „First Mover“ oder gibt es bereits viele etablierte Anbieter am Markt? Wie ist die Qualität der Konkurrenzprodukte?
  • Potentielle Markteintrittsbarrieren. Wie einfach ist es, das Geschäftsmodell zu kopieren? Braucht man große Mengen an Kapital? Sind Standorte in guter Lage leicht oder schwierig zu bekommen? Wie lange benötigt man, Kunden an sich zu binden und wie loyal sind Kunden dem eigenen Unternehmen gegenüber?
  • Verhandlungsmacht der Lieferanten. Wie mächtig sind Lieferanten im Markt? Haben einzelne Lieferanten eine Monopolstellung oder kann man Lieferanten bei einem Konflikt leicht wechseln? Wie sah die Preisentwicklung der Zulieferer in den vergangenen Jahren aus?

 

Derartige Punkte müssen unbedingt ausgearbeitet werden und in den Businessplan einfließen. Nur dann, wenn der Franchisenehmer weiß, welche Chancen und Risiken bestehen, kann er am Ende auch erfolgreich werden.

 

 

Worauf Franchisenehmer achten müssen

Wichtig ist, dass man im Zuge der Informationsbeschaffung auf die Quellen Rücksicht nimmt. Veraltete Zahlen müssen unbedingt vermieden werden; Marktentwicklungen gehen derart schnell, sodass Zahlen, die bereits ein paar Jahre alt sind, nicht mehr herangezogen werden dürfen. Wer mit veralteten Zahlen arbeitet, der geht ein extrem hohes Risiko ein.

Zudem sollte der Franchisenehmer nicht nur sein Modell und seine Pläne beschreiben, sondern diese auch analysieren und die Ergebnisse der Analysen in den Businessplan miteinfließen lassen. Auch sollte sich der Franchisenehmer, wenn er einen Businessplan erstellt, mit dem Franchisegeber in Verbindung setzen und sich bei der Erstellung helfen lassen. Schlussendlich weiß der Franchisegeber, welche Chancen und Risiken bestehen und kennt auch die aktuellen Zahlen.

 

 

Fazit

Ein Businessplan ist ein wichtiges Werkzeug bei der Gründung eines Unternehmens. Die Erstellung sollte keineswegs auf die leichte Schulter genommen werden, es sollte viel Zeit und Energie in den Businessplan fließen, um Risiken und Stolpersteine schon im Voraus zu erkennen, aber auch um das Potential des eigenen Geschäfts besser abschätzen zu können. Als angehender Franchisenehmer hat man dabei den großen Vorteil, sich auf valide Daten und die Unterstützung des Franchisegebers verlassen zu können – diese sollte man natürlich auch unbedingt in Anspruch nehmen.

 

Bilder:

https://pixabay.com/de/jahr-neujahr-gesch%C3%A4ftsidee-planung-2994537/ https://pixabay.com/de/gesch%C3%A4ft-papier-b%C3%BCro-laptop-3152586/

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