7/31/2019

5 Tipps für Gründer: Geld clever anlegen und Risiken eindämmen

Sparen ist in Zeiten der Niedrigzinspolitik eine Herausforderung. Die Auswahl attraktiver Geldanlagen scheint zu schrumpfen. Dennoch ist die Situation nicht aussichtslos. Ob angehende Gründer, die ihr Eigenkapital für die Investition in ein ausgewähltes Franchisesystem ausbauen möchten oder frischgebackene Franchisenehmer, die langfristige Rücklagen bilden möchten: Gut informiert, findet jeder Anleger passende Lösungen.

 

 

1. Tagesgeld: Klassische Geldanlage mit maximaler Flexibilität

Neben Festgeld und Sparbuch gehört das Tagesgeld zur Gruppe der klassischen Geldanlagen. Auch Selbstständigen bieten Tagesgeldkonten eine einfache Möglichkeit, um Geld kurzfristig verfügbar anzulegen. Die Zinsen sind derzeit zwar wenig berauschend, die Vorteile zum Anlegen eines finanziellen Puffers jedoch überzeugend:

 

 

  • Tagesgeld gewährleistet Liquidität durch schnell verfügbare Rücklagen.

 

  • Täglich lassen sich Überweisungen auf das Referenzkonto tätigen.

 

  • Das bringt maximale Flexibilität.

 

  • Das Ersparte ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Anleger abgesichert.

 

  • Die Zinsen sind höher als bei Sparbüchern.

 

  • Es besteht keine Kündigungsfrist und keine feste Laufzeit.

 

  • Die Kontoführung ist oft kostenlos.

 

  • Neukunden erhalten teilweise Sonderzinssätze, Zinsgarantien und Prämien.

 

 

Durch den regelmäßigen Wechsel des Anbieters können auch ExistenzgründerInnen besonders von Willkommensprämien profitieren. Vergleichsportale erleichtern das Gegenüberstellen von Konditionen und aktuellen Angeboten. Da der Zinssatz beim Großteil deutscher Banken inzwischen auf einem verschwindend geringen Niveau angekommen ist, wechseln viele Sparer zu Alternativen innerhalb der Europäischen Union. Auch diese Konten sind vor Bankinsolvenzen geschützt, weil die Einlagensicherung seit Januar 2011 in der gesamten EU gilt. Der Marktplatz für Finanzprodukte Weltsparen präsentiert online Tagesgeld- und Festgeld von verschiedenen Banken im europäischen Ausland. Teilweise mit bis zu 0,80 Prozent Zinsen p.a. „Der durchschnittliche Tagesgeldzins in Deutschland liegt der Bundesbank zufolge bei 0,02 % p.a.“, so der Hinweis des Portals. Wer diverse Tagesgeldangebote vergleichen will, findet in der Übersicht ausgewählte Vorschläge.

 

 

2. Pantoffel-Portfolio für sicherheitsbewusste Anleger mit wenig Zeit

Ein Tagesgeldkonto eignet sich außerdem ideal für GründerInnen ohne umfassende Anlageerfahrung, die sich das sogenannte Pantoffel-Portfolio zunutze machen möchten. Es verbindet einen Sicherheitsbaustein mit einem Renditebaustein und ist komfortabel zu handhaben. Börsengehandelte Fonds, im Englischen Exchange Traded Funds (ETFs) genannt, sind in Hinblick auf Rendite empfehlenswert. Um das Risiko zu mindern, werden risikoarme Optionen wie das Tagesgeld kombiniert. Finanztest und Stiftung Warentest klären über die Funktionsweise eines Pantoffel-Portfolio auf und worauf dabei zu achten ist:

 

 

 

 

3. Für langfristige Anlagestrategien: Investmentfonds und ETFs

Geld, das Gründer in den kommenden Jahren nicht benötigen, eignet sich für langfristige Geldanlagen. Investmentfonds sind eine beliebte Variante, weil gegenüber Einzelaktien bereits mit kleinen Beträgen viele verschiedene Aktien gekauft werden können. Das sorgt für Streuung und somit mehr Sicherheit, für GründerInnen ein wichtiger Aspekt. Sollte der Kurs einer Aktie fallen, werden die Verluste durch Kursgewinne anderer Aktien ausgeglichen. Günstiger als aktiv gemanagte Investmentfonds sind Exchange Traded Funds, kurz ETFs, weil sie größtenteils als Indexfonds passiv verwaltet werden. Die Verbraucherzentrale hat Kriterien für die Auswahl von ETFs arrangiert und rät Privatanlegern zu etablierten Indizes mit systematischem Aufbau, die große Marktteile abdecken. Zu den etablierten ETFs zählen die folgenden:

 

 

  • Dow Jones Euro Stoxx 50: Er beinhaltet 50 große börsennotierte Unternehmen der Eurozone

 

  • Dow Jones Stoxx 50: Er beinhaltet Aktien der 50 größten europäischen Unternehmen

 

  • Dow Jones Stoxx 600: Er beinhaltet Aktien der 600 größten europäischen Unternehmen

 

 

4. Der Mix macht´ s: Streuen, streuen, streuen

Eine breite Streuung ist bei Geldanlagen ein Muss, um das Verlustrisiko zu minimieren. Dabei sollten nicht nur verschiedene Anlageklassen einbezogen werden, sondern auch die Laufzeiten. Eine gesunde Mischung aus kurz-, mittel- und langfristigen Investments ist anzustreben. Muss Geld innerhalb der nächsten fünf Jahre verfügbar sein, zum Beispiel für eine Investition in einen Firmenwagen oder in Maschinen und Geräte, sind Tages- und Festgeld passende Optionen. Wird es hingegen mindestens für die kommenden zehn Jahre nicht nötig, sind kostengünstige Indexfonds eine sinnvolle Ergänzung. Wie die zu investierende Summe zwischen Tages- und Festgeld sowie ETFs aufgeteilt wird, ist von Risikobereitschaft und Renditeziel abhängig zu machen. Eine schnell verfügbare eiserne Reserve darf jedoch nie fehlen. Zur Orientierung verschiedene Anlageformen und Beispiele:

 

 

Klassische Geldanlagen - Sparbuch, Tages- und Festgeld, Bausparen

 

Sachwerte - Immobilien, Gold, Kunst

 

Wertpapiere - Aktien, Anleihen, ETFs

 

Cyberwährung - Bitcoin, Ethereum, Ripple

 

 

Kapital-Lebensversicherungen sind derzeit keine gewinnbringende Lösung, nicht nur für GründerInnen. Bei vorzeitiger Kündigung drohen Verluste und die Absicherung des Todesfallrisikos mindert die Erträge. Für langfristige Investitionen gibt es bessere Kapitalanlagen.

 

5. Lukrative Versprechungen kritisch durchleuchten

 

Ob Solarparks, Gewerbeimmobilien, Schiffsfonds, Gold, FinTechs oder Bitcoins: Der Finanzmarkt ist voll von verlockenden Angeboten mit vielversprechenden Renditechancen. Grundsätzlich ist bei überdurchschnittlichen Zinsen ein gesundes Maß an Misstrauen angebracht. Gerade kaufmännisch vorsichtig handelnde Selbstständige sollten unkalkulierbare Risiken zum Schutz der eigenen Existenz vermeiden.

Je renditestärker eine Geldanlage, desto riskanter ist sie in der Regel. Während beispielsweise das Edelmetall Gold gerne als „krisensicher“ verkauft wird, jedoch nicht zu unterschätzenden Schwankungen unterliegt, lockt die Digitalwährung Bitcoin mit horrenden Gewinnen, bringt aber gleichzeitig immense Risiken mit sich. Hier sollten Selbstständige keinesfalls blindlings ihr Kapital investieren, um mögliche Verluste zu verhindern. Der Umgang mit Bitcoins erfordert Know-how und schnelles Handeln, was im laufenden Tagesgeschäft oft nicht möglich ist, das der Fokus auf den geschäftlichen Aktivitäten ruht. Die Redaktion des Informations- und Newsportals zu Kryptowährungen hat die aktuelle Entwicklung des digitalen Zahlungsmittels thematisiert und erläutert das Potenzial. Investments in Finanztechnologie setzen Fachkenntnisse, voraus um überhaupt eine Chance auf Rendite zu haben. Doch GründerInnen haben in der Regle keine Zeit, um sich mit den börsenrelevanten Parametern auseinanderzusetzen. Kurzum: Es fehlt das erforderliche Know-how. Zudem sollte klar sein: Bei indirekter Unterstützung von Finanzinnovationen durch Aktien an börsennotierten Beteiligungsgesellschaften kann heute kein Experte prognostizieren, welche Unternehmen in den kommenden Jahren gefragt sein werden oder womöglich vom Markt verdrängt werden. Im Zweifelsfall ist der Verzicht auf überdurchschnittliche Renditen zugunsten der finanziellen Absicherung die beste Entscheidung.

Weitere Finanzthemen finden Gründer und Franchise-Interessierte im Bereich Gründerwissen.

 

Bildquellen:
Pixabay @ 3844328 (Bild 1)
Pixabay @ MichaelWuensch (Bild 2)

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