4 grundsätzliche Schritte auf einem Weg in die Selbständigkeit

 

Sein eigener Chef sein, eigene Ideen umsetzen, sich selbst verwirklichen, Familie, Freizeit und Beruf besser miteinander in Einklang bringen, und, und, und – all das können Beweggründe sein, die hinter der Idee stecken, sich selbstständig zu machen. Doch nicht jeder hat das nötige Startkapital, den Mut oder auch die richtige Geschäftsidee, um den Sprung in die Selbständigkeit zu wagen. Auch hat sich die einstige Aufbruchstimmung, die sich noch zu Beginn des Millenniums in der Republik breitgemacht und in zeitweise mehr als anderthalb Millionen Unternehmensgründern pro Jahr lebhaften Ausdruck gefunden hatte, mittlerweile zu einer Art Gründungsmüdigkeit entwickelt.

 

Beschäftigung macht zu satt?

So sank die Zahl der Existenzgründungen im letzten Jahr auf einen historischen Tiefstand. Dabei herrschen seit dem Rekordjahr 2001 nicht nur allgegenwärtige Zufriedenheit auf dem Arbeitsmarkt und deutlich gestiegene Jobchancen, die scheinbar wie Blei auf dem gewagten Sprung ins kalte Wasser hin zum eigenen Chefdasein lasten. Der Grund, warum 2016 lediglich 672.000 Personen eine eigene Firma gründeten, hat viele Gesichter und ist nicht nur auf die gefallene Zahl an Notgründungen (166.000) zurückzuführen, die getätigt werden, um drohender Langzeitarbeitslosigkeit zu entgehen.

Andere Aspekte wie zusammengestrichene Fördermittel des Bundes, eine allgemein sinkende Risikobereitschaft und eine überbordende Bürokratie, die sich im ständigen Ersinnen neuer Hürden und Vorschriften erschöpft, tragen zu der rückwärtigen Entwicklung bei.

Dabei wiegen die zu Beginn ins Feld geführten Argumente vor dem Hintergrund erhöhten Konkurrenzdrucks der Firmen, ständig steigenden Anforderungen hinsichtlich Leistung und Effektivität bis hin zu einem Burnout-Mainstream für sich genommen schwer genug, zu neuen Ufern aufzubrechen.

Hinzu kommen Ärgernisse wie unbezahlte Überstunden, allzu bescheidene Entlohnungen, ein launischer Boss oder auch geringe Aufstiegschancen, die den Trank aus dem Kelch bloßen Angestellten-Daseins bitter schmecken lassen. Doch wie kann der Weg aus einem Angestelltenverhältnis oder Beschäftigungslosigkeit gelingen? Was ist grundlegend zu beachten?

 

Eine Geschäftsidee mit Leben füllen

Sich neben- oder hauptberuflich selbständig zu machen erfordert eine große Investition: Zeit. Es lohnt sich nicht nur, sondern ist unabdingbar, viel Zeit für einen Businessplan zu investieren, der die Geschäftsidee in konkrete Formen gießt. Denn Businesspläne sind Fahrpläne in die Selbstständigkeit, die die Geschäftsidee schwarz auf weiß zu Papier bringen.

Businesspläne haben zum Ziel

  • mit ihrer Hilfe Gründungszuschüsse beantragen zu können
  • zur Beschaffung von Kapital beizutragen
  • die Zielgruppe zu definieren
  • Chancen und Risiken bei der Umsetzung gegenüberzustellen
  • die Machbarkeit einer Geschäftsidee plausibel darzustellen.

 

Die Rechtsform des Unternehmens wählen

Selbständigkeit kann dabei in vielen Rechtsformen ausgeübt werden, die sich wiederum in unterschiedlicher steuerlicher Behandlung hinsichtlich Umsatzsteuer und Gewerbesteuer niederschlägt.

So braucht etwa ein Kleinunternehmer nach Paragraph 19 Unternehmenssteuergesetz im Zuge der Kleinunternehmerregelung in seinen Rechnungen keine Mehrwertsteuer auszuweisen, darf aber auch keine Vorsteuer ziehen - im Gegensatz zum Unternehmer etwa, der einen Umsatz von mehr als 17.500 Euro im vorherigen und 50.000 Euro im aktuellen Kalenderjahr erwirtschaftet hat.

Wiederum anders vom Finanzamt veranschlagt wird ein Kaufmann oder ein Freiberufler; auch kann die Frage der Haftung und die Art der Buchführung je nach Rechtsform eine deutlich andere sein.

Weitere Rechtsformen etwa sind die weitläufig bekannten

 

Sich mit unangenehmen Fragen konfrontieren

Die dauerhafte Bereitschaft zur harten Arbeit, die erst einmal keinen Urlaub und keine Auszeiten kennt, sollte mit einer realistischen Selbsteinschätzung eigener Stärken und Schwächen und einer detaillierten Analyse des jeweiligen Marktsegments und der zu erwartenden Chancen und Risiken einhergehen.

Vor dem Hintergrund wird es zum Gebot der Stunde, sich einer Reihe von schonungslosen Fragen in ehrlicher Weise zu stellen und die Antworten im Hinblick auf die Frage abzuklopfen, ob ein Einstieg in die Selbständigkeit überhaupt sinnvoll ist und Aussicht auf Erfolg verspricht.

Nur wer etwa aufrichtige Antworten auf eine Reihe von Fragen wie

  • kann ich mich überhaupt finanziell belasten und wie hoch?
  • verfüge ich über genügend Rücklagen, um Durststrecken und anfängliche Krisenzeiten unbeschadet zu überstehen?
  • ist meine kreative Fähigkeit generell groß genug, um meinen Visionen konkrete Taten folgen zu lassen?
  • bin ich grundsätzlich belastbar, kann ich mit Rückschlägen und Kritik konstruktiv umgehen und daraus Rückschlüsse ziehen?
  • ist meine soziale Kompetenz hoch genug, um mit meinem Produkt oder meiner Dienstleistung dauerhaft an und in der Öffentlichkeit gekonnt zu agieren – und mich dabei im ständigen Kundenkontakt wohlzufühlen?

geben kann, hat die ersten, aber wichtigen Schritte zu einer realistischen Selbsteinschätzung getan. Die schonungslosen Antworten sollten in eine abschließende Entscheidungsfindung darüber miteinfließen, ob der Weg überhaupt beschritten werden sollte.

 

Die Werbetrommel rühren

Nicht jeder Existenzgründer verfügt per se über ein umfangreiches persönliches Netzwerk und reichlich Vitamin B. Je weniger ein Existenzgründer und Jungunternehmer anfänglich entsprechend vernetzt ist, umso dringlicher wird die Pflichtübung zum Gebot der Stunde, für die eigene Unternehmung Werbung zu betreiben – ob über die obligatorische Homepage, über ein Engagement in entsprechenden Fachforen und Social Networks, oder bis hin zur klassischen Zeitungsannonce oder einem Radio-Feature.

Werbung in eigener Sache zu treiben wird zum A und O jeder Existenzgründung, um sich einen (überlebens-)wichtigen Kundenstamm zu erschließen und aufzubauen. In welch konkreter Ausgestaltung sich die getroffenen Werbemaßnahmen dann letztlich präsentieren hängt zuallererst vom jeweiligen Geschäftsmodell ab.

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