Prüfung im Franchising Franchise-Fallen

Chiffre-Anzeigen

Bei anonymen Franchise-Angeboten handelt es sich häufig um den Probelauf eines unausgereiften Systems, den Aufbau eines Interessenten-Pools für Vermittlungsgeschäfte oder zweifelhafte Angebote für gutgläubige Interessenten. Auch sollten Sie Franchise-Systeme nicht mit so genannten Strukturvertrieben verwechseln, die teilweise unter der Falschbezeichnung Franchising auf dem Markt auftauchen. Seriöse Franchise-Geber haben es selten nötig, sich bei der Partnersuche hinter einer Chiffre-Anzeige zu verbergen.

Kontaktveranstaltungen

Von einer möglicherweise kostenpflichtigen Massenveranstaltung ist die umfassende und sachliche Darstellung eines Franchise-Systems nicht zu erwarten. Seriöse Franchise-Geber bevorzugen einen individuellen Rahmen und wählen ihre künftigen Partner nach eingehenden Gesprächen und Befragungen aus.

Unprofessioneller Auftritt

Grammatik- und Rechtschreibfehler, logische Unstimmigkeiten sowie lückenhafte Berechnungen weisen auf eine mangende Professionalität des Anbieters hin. Seriöse Franchise-Geber verwenden viel Zeit und Mühe auf eine korrekte und überzeugende Darstellung ihres Angebotes.

Unerwünschter Besuch

Ist gegenüber der Besuchsabsicht eines potentiellen Franchise-Nehmers auffallende Zurückhaltung zu erkennen, entsprechen Lokalität und Mitarbeiter vermutlich nicht den Erwartungen an eine moderne Systemzentrale. Seriöse Franchise-Geber sind an einem gegenseitigen Kennenlernen im jeweiligen Umfeld stark interessiert.

Lockangebote

Höchst verdächtig sind reißerisch aufgemachte Franchise-Angebote, die den sicheren Weg zum Reichtum in Aussicht stellen. Seriöse Franchise-Geber bemühen sich im beiderseitigen Interesse um eine möglichst objektive Darstellung der Chancen und Risiken. Der europäische Verhaltenskodex für Franchising verlangt unter anderem die Einhaltung bestimmter Grundsätze bei der Gewinnung von Franchise-Nehmern.

Risikolosigkeit

Vorsicht ist ebenfalls geboten bei Anzeigen, die großspurig "Selbstständigkeit ohne Risiko" oder "enorme Verdienstmöglichkeiten ohne Risiko" anpreisen. Angelockt durch den Erfolg des Franchising werben auch unseriöse Anbieter um Ihre Gunst, die das schnelle Geld mit Ihrer Eintrittsgebühr verdienen wollen, ohne dafür angemessene Gegenleistungen zu bieten. Entweder sollten Sie solche Anbieter gar nicht erst ansprechen, da Sie auf gewiefte Verkäufer treffen, oder Sie sollten diese Angebote durch externe Fachleute für Sie prüfen lassen.

Fehlende Erfolgsnachweise

Schöne Worte enthalten noch keinen Beweis für den Erfolg eines Franchise-Konzeptes. Seriöse Franchise-Geber belegen die Funktionsfähigkeit ihres Systems mit konkreten Fakten und den Kontaktadressen langjähriger Franchise-Nehmer. Natürlich gibt es auch viele neue und junge Franchise-Systeme, die noch in der Erprobungsphase mit künftigen Partnern gemeinsam so genannte Pilotvereinbarungen treffen. Diese sollten jedoch je nach Risiko individuell geprüft und ausgehandelt werden.

Nicht selten werden die ersten Franchise-Nehmer eines Systems als Versuchskaninchen missbraucht und nach ihrem Scheitern durch neue Partner ersetzt, denen die in der Zentrale gesammelten Erfahrungen dann zugute kommen. Seriöse Franchise-Geber verfügen in der 'Papierphase' über mindestens 75% des notwendigen Know-hows, das sie in der 'Pilotphase' auf 100% komplettieren.

Finanzielle Prioritäten

Zu Vorsicht ist zu raten, wenn sich ein Franchise-Geber ausschließlich für die Finanzkraft seines möglichen Partners interessiert. Für seriöse Franchise-Geber ist die Persönlichkeit, der berufliche Werdegang und das soziale Umfeld des Bewerbers von ähnlicher Bedeutung wie seine Vermögenslage.

Zeitdruck

Höchste Vorsicht ist geboten, wenn ein Franchise-Geber unter Hinweis auf die begrenzte Zahl der zur Verfügung stehenden Gebiete auf einen schnellen Abschluss drängt. Seriöse Franchise-Geber stellen den Interessenten ausreichend Zeit zur Verfügung, um die Unterlagen eingehend zu prüfen und professionellen Rat einzuholen.

Geheimhaltungsauflagen

Vor Unterschrift unter einen Vertrag, der für den Franchise-Nehmer hohe und langfristige Verpflichtungen mit sich bringt, sollte auf jeden Fall der Rat von Fachleuten eingeholt werden. Da ein Franchise-Geber auch bei vorvertraglichen Vereinbarungen Ihnen seine Geschäftsgeheimnisse preisgibt, sind Geheimhaltungs- und Wettbewerbsabreden die Regel. Im Falle eines Verstoßes gegen diese Abreden werden Vertragsstrafen fällig. Solche Abreden hat der Franchise-Geber zum Schutz der anderen Systempartner zu treffen, wenn diese durch die Offenlegung von Geschäftsgeheimnissen an noch nicht dem System vertraglich angeschlossene Dritte gefährdet werden könnten. Seriöse Franchise-Geber behindern die Überprüfung des Angebotes jedoch nicht durch überzogene Geheimhaltungsauflagen.

Autor:

Ulrich Kessler
Ulrich Kessler
FranchisePORTAL GmbH 2019
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