Entwicklung im Franchising Aktuelle Situation des Franchising

Franchising in Deutschland

Nach Statistiken des Deutschen Franchise-Verbandes e.V. (DFV) erhöhte sich die Zahl der Franchise-Systeme im Jahre 2014 gegenüber dem Vorjahr deutlich um 8% auf 1.075 Anbieter. Trotz zahlreicher junger Franchise-Systeme nahm die Zahl der Franchise-Nehmer in der deutschen Franchise-Wirtschaft um 5% auf 72.400 Partner ab. Die Gesamtzahl der Beschäftigten stieg im Jahresvergleich um 3% auf 541.000 Personen. Noch viel stärker fiel in dem Jahr das Umsatzwachstum der Franchise-Wirtschaft mit 17% auf 73,4 Mrd. EUR aus.

„Einerseits wächst der Markt mit neuen, innovativen und attraktiven Franchisekonzepten und viele Franchisegeber konkurrieren untereinander immer stärker um die besten Franchisenehmer. Andererseits fehlt es immer mehr an Unternehmensgründern, da bei der aktuell stabilen Arbeitsmarktlage nur sehr schwer Personen zu finden sind, die ihre „sichere“ Festanstellung gegen eine Selbstständigkeit tauschen wollen. Franchisesysteme wachsen somit immer häufiger mit bereits bestehenden Franchisepartnern durch sogenanntes Multi-Unit Franchising, mit eigenen Betrieben oder durch die Übernahme bestehender Standorte, wenn Franchisepartnerschaften vertraglich auslaufen“, erklärte der DFV-Geschäftsführer Torben L. Brodersen.

Im letzten Jahrzehnt verzeichnete die deutsche Franchise-Wirtschaft hohe Wachstumsraten. So nahmen die Franchise-Systeme seit 2004 um 27%, die Franchise-Nehmer um 61%, die Beschäftigten um 33% und der Umsatz sogar um 162% zu. Bis auf einen Rückschlag im Krisenjahr 2009 legte der Umsatz der deutschen Franchise-Wirtschaft Jahr für Jahr zu.

Nach einer Umfrage des Deutschen Franchise-Verbandes sind 2014 47% aller Franchise-Geber dem Dienstleistungsbereich, 19% der Gastronomie & Hotellerie, 7% dem Handwerk zuzurechnen, während 27% aus der Handelssparte stammen.

Während Handwerk und Dienstleistungen in den letzten Jahren anteilig Einbußen verzeichneten, blieb der Anteil des Handels stabil und gewann das Gastgewerbes Anteile hinzu. Besonderen Anklang findet im Dienstleistungsbereich der Sektor Fitness/Gesundheit, dem in Einklang mit den Megatrends „Healthstyle“, „Demografischer Wandel“ und „Greenomics“ bereits 9% aller Franchise-Systeme angehören. Auf die Bereiche Handel sowie Dienstleistungen entfallen die Social Franchise Systeme, die mit ihrer sozialen Ausrichtung am Markt auftreten.

(Quelle: DFV-Statistiken)

Franchising in Österreich

Die Zahl der in Österreich tätigen Franchise-Systeme hat sich seit dem Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft kontinuierlich erhöht. Während ihre Zahl Mitte der 80er Jahre bei nur 30 Systemen lag, sind nach einer Studie des Österreichischen Franchise-Verbandes (ÖFV) 2014 etwa 463 Franchise-Geber mit 9.760 Franchise-Partnern in Österreich tätig. Der Gesamtumsatz der österreichischen Franchise-Wirtschaft wird auf rund 8,8 Milliarden Euro geschätzt.

Während vor wenigen Jahren noch die Mehrheit der Franchise-Systeme aus dem Ausland stammte, sind nach einer Umfrage des Instituts für Marketing-Management/WU Wien inzwischen 62% der Anbieter österreichischen Ursprungs. Es spricht für die Innovationskraft der österreichischen Franchise-Wirtschaft, dass 77% der Franchise-Systeme seit dem Jahr 2000 gegründet wurden. 

38% der Franchise-Systeme sind ausländischen Ursprungs, wobei vor allem deutsche Systeme sich mit 20% im Nachbarland engagieren. Weitere 9% kommen aus anderen europäischen Ländern, 7% kommen aus den USA/Kanada und 3% aus anderen Ländern. Seit dem Zusammenbruch des Kommunismus nutzt mancher ausländischer Franchisegeber Österreich als Brücke nach Osteuropa.

Gemäß einer Analyse des KMU-Berichts aus 2011 waren die Franchise-Geber in folgenden Bereichen tätig: 43% Handel, 40% Dienstleistungen, 11% Gastronomie und 6% Herstellung.

Mehr als die Hälfte der Franchise-Nehmer haben zwei Standorte oder mehr, was die zunehmende Bedeutung des Multi-Unit Franchising in Österreich belegt. Die durchschnittliche Investitionssumme lag 2014 bei 113.600 EUR, wobei ein durchschnittlicher Betrag von 18.144 EUR auf die Eintrittsgebühr entfällt.

Während 2010 erst jeder vierte Franchise-Nehmer eine Frau war, liegt ihr Anteil inzwischen bei einem Drittel. Unter den Beschäftigten ist etwa jede zweite eine Frau.

(Quelle: ÖFV-Statistiken )

Franchising in der Schweiz

Die Entwicklung des Franchising verlief in der Schweiz offenbar weniger rasant als in anderen europäischen Ländern, wofür das begrenzte Marktpotential und die sprachliche Vielfalt verantwortlich sein dürften.

Für die Schweiz fehlen leider aktuelle Franchise-Statistiken, doch ist von mehr als 200 Franchise-Gebern auszugehen. Die meisten Franchise-Systeme sind traditionell im Gastronomiegewerbe sowie im Handel tätig, doch findet man immer mehr Franchise-Anbieter im Dienstleistungssektor.

Auch wenn die Mehrzahl der Franchise-Geber internationale Systeme aus dem Ausland sind, finden auch Schweizer Firmen ihren Platz auf dem Markt. International bekannt sind einige Schweizer Systeme aus Gastronomie, Fitness, Zeitarbeit und Personalvermittlung.

Unter den in der Schweiz aktiven Franchise-Netzwerken wurden etwa zwei Drittel nach dem Jahr 2000 und mehr als die Hälfte nach 2004 gegründet. Neue Franchise-Systeme werden vorwiegend in Nischenmärkten sowie im Dienstleistungsbereich gegründet.

Autor:

Ulrich Kessler
Ulrich Kessler
FranchisePORTAL GmbH 2018
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