Weiterbildung im Franchise-Glossar


Was bedeutet eigentlich Weiterbildung?

Definition: Als berufliche Weiterbildung werden Bildungsmaßnahmen zur Vertiefung und Erweiterung der beruflichen Vorbildung durch organisiertes Lernen bezeichnet. Findet die Weiterbildung im Unternehmenskontext statt, ist von betrieblicher oder innerbetrieblicher Weiterbildung die Rede.

Dagegen beziehen sich Fortbildungsmaßnahmen in der Regel auf öffentlich zugängliche Schulungsangebote.

 

Welche Weiterbildungsangebote gibt es in Unternehmen?

Zur beruflichen oder betrieblichen Weiterbildung ihrer Mitarbeiter kommen in Unternehmen vielfältige Lehrgänge, Seminare und Workshops sowie speziell zugeschnittene In-House-Schulungen in Betracht. Verstärkten Zuspruch finden E-Learning-Angebote, die von Arbeitnehmern entweder am Arbeitsplatz oder von zuhause aus wahrgenommen werden können.

Als neuere Form der beruflichen Weiterbildung eignet sich 'Learning on the job' dazu, Theorie und Praxis bei der Einarbeitung von Mitarbeitern in ähnliche Tätigkeitsbereiche zu kombinieren.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt 'Training on the job'  bzw. 'Lernen durch Tun', das der Vermeidung oder Verringerung von Betriebsblindheit am gewohnten Arbeitsplatz dient und über auch in der Routinephase zum Einsatz kommt.

Als eine Sonderform der Weiterbildung gelten betriebliche UnterweisungenSo sind Arbeitnehmer in betrieblichen Fragen ausreichend und angemessen zu informieren. Es kann sich beispielsweise um ein Einstellung oder Versetzung, Umstrukturierung im Aufgabenbereich oder veränderte Arbeitsabläufe handeln.

 

Was sieht die interne Weiterbildung im Franchising aus?

Interne Schulungsmaßnahmen zählen zu den wichtigsten Weiterbildungsangeboten des Franchisegebers für angeschlossenen Franchisenehmer. Meist erhalten Franchisenehmer nur zu Beginn ihrer Selbstständigkeit ausführliche Schulungen, die für den Betrieb des Unternehmens nötig sind. Auch später bieten Franchisesysteme ihren Franchisepartnern oder auch deren Mitarbeitern meist Möglichkeiten zur Weiterbildung. Die Angebote reichen dabei von spezifischen Fachschulungen über betriebswirtschaftliche Bildungsangebote bis hin zu individuellen Verkaufstrainings.

Externe Lehrgänge für die Franchisewirtschaft werden insbesondere vom Deutschen Franchise-Institut (DFI) angeboten. Das 1990 auf Initiative des Deutschen Franchiseverbandes gegründete Institut ist seit 2010 eine 100-prozentige Verbandstochter. Das Deutsche Franchise-Institut hat sich auf Bildungsangebote für die Franchisewirtschaft im deutschsprachigen Raum spezialisiert. Das Angebot richtet sich an bestehende und angehende Franchisegeber sowie ihre Mitarbeiter in den Franchisezentralen.

Franchisenehmer sollten sich vor Abschluss eines Franchisevertrages genau über den Umfang und die Qualität der angebotenen Schulungsmaßnahmen erkundigen, da sonst fehlende Kompetenz später nur durch erhebliche Mehraufwände und eigenfinanzierte Bildungsmaßnahmen erworben werden kann. Auch mögliche Kosten für die vom Franchisesystem angebotenen Schulungsmaßnahmen sollten genau geprüft werden. Manche Franchisesysteme geben Interessenten die Möglichkeit, vor eine Franchisepartnerschaft in einem bestehenden Betrieb zu hospitieren. Schulungen und Workshops sind zudem häufig Bestandteil von Franchise-Nehmer-Tagungen bzw. ERFA-Tagungen. in manchen Franchisesystemen sind inzwischen Onlinekurse unverzichtbare Komponenten des Schulungsangebotes.

 

Grundausbildung für neue Franchisenehmer

Die Grundausbildung für neue Franchisepartner ist elementarer Bestandteil einer Gründung im Franchising. Frau Mag. Waltraud Martius von SYNCON International Franchise Consultants erklärt in diesem Video, was man unter der Grundausbildung für Franchisenehmer versteht.

Die Grundausbildung wird auch Basistraining genannt und beinhaltet vor allem den Knowhow-Transfer auf die neuen Franchisepartner und evtl. deren Mitarbeiter, wenn diese von Anfang an vorhanden sind. Die Gründer-Training für Franchisepartner befähigt diese zum Betrieb des eigenen Standortes und findet daher zu Beginn der Franchisepartnerschaft statt und noch bevor der eigene Standort eröffnet wurde.

Im Basistraining wird dem Franchisenehmer das Knowhow des Franchisesystems transferiert. Der Umgang mit dem Franchisehandbuch ist ein elementarerer Bestandteil der Basisschulung. Richtig angewendet und die Inhalte umgesetzt, ist das Franchisehandbuch die Anleitung zum Erfolg der Franchisenehmer. Weitere Inhalte des Basistraining sind unter anderem die Betriebsorganisation und die technische Einarbeitung des Franchisenehmers und evtl. seiner ersten Angestellten.

Wie der Begriff selbst schon nahe legt, ist die Basisschulung oder Grundschulung im Franchising eine grundlegende „Basis“ für den Franchisenehmer. Auf dieser Basis kann der Franchisenehmer sein Franchise-Business aufbauen und betreiben. Die Basisschulung ist verpflichtend für den Franchisepartner, denn nur so kann er vom ersten Tag an in seinem Geschäft die Qualität bieten, die die Kunden von der Marke erwarten.

Die Grundschulung gehört zu den wichtigsten Leistungen und Pflichten des Franchisegebers. In der Grund- oder Basisschulung weist der Franchisegeber die Franchisenehmer und ihre Mitarbeiter in die wichtigsten Grundlagen des Systems ein: etwa die Herstellung der Produkte, die Arbeitsprozesse zur Erbringung der Dienstleistung oder den Verkauf (Stichwort: Know-how-Transfer).

Weiterführende Schulungsmaßnahmen können Aufbauschulungen, Lehrgänge, Seminare oder Workshops sein. Eine wichtige Stütze ist zudem das Systemhandbuch, das die häufigsten regelmäßig wiederkehrenden Arbeitsschritte beschreibt oder abbildet.


Hintergrund: Wozu gibt es die Grundschulung?

Erstens arbeiten die meisten Franchisesysteme in Marktnischen und bieten sehr spezialisierte Dienstleistungen oder typische Nischenprodukte an. Diese bilden zumeist das Alleinstellungsmerkmal (USP), welches das Franchisesystem von Wettbewerbern unterscheidet.

Für diese Produkte und Dienstleistungen gibt es in der Regel keine Ausbildungsgänge und Zertifikate wie etwa IHK-Diplome. Das heißt, ganz gleich aus welcher Branche die Franchisenehmer und ihre Mitarbeiter bei der Existenzgründung und beim Eintritt in das Franchisesystem kommen: In der spezifischen Nische ihres Systems müssen sie ausgebildet werden.

Zweitens sind Franchisenehmer ohnehin häufig Quereinsteiger ohne spezifische Branchenkenntnisse. Als wichtigste „Skills“ für Franchisenehmer gelten seltener fachliches Know-how und Branchenerfahrung als vielmehr übergeordnete Fähigkeiten wie Verkaufstalent, Managementerfahrung, Führungsqualität und Teamfähigkeit.

Da das „Produkt“ bereits entwickelt ist, wird die wesentliche Aufgabe des Franchisenehmers in Repräsentanz und Verkauf des Produktes oder der Dienstleistung im Vertriebsgebiet gesehen. Viele Franchisegeber befürchten zudem, dass „Fachleute“ das Geschäftsmodell in ihrem Sinn verändern und somit die Einheitlichkeit gefährden könnten. Daher bevorzugen sie häufig Quereinsteiger als Franchisenehmer.

Nur in bestimmten Branchen mit spezifischen Anforderungen wie etwa Unternehmensberatung / Consulting oder Badsanierung / Renovierung sind Fachkenntnisse der Franchisenehmer bisweilen explizit erwünscht oder sogar Voraussetzung zum Erwerb der Lizenz.

Drittens sind die Arbeitsprozesse in Franchisesystemen zumeist in hohem Grade standardisiert. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass das Geschäftsmodell leicht multiplizierbar ist und durch alle Franchisenehmer einheitlich umgesetzt werden kann (Stichwort: Franchisierbarkeit).

Diese standardisierten Arbeitsprozesse benötigen keine jahrelange Berufsausbildung, sondern können in den Grund- und Aufbauschulungen als mehrtägige oder mehrwöchige „Crash-Kursen“ vermittelt werden.


Interview zum Thema
Was umfasst die Grundausbildung für neue Franchisepartner?


Inhalte der Grundschulung

Zu den Inhalten der Grundschulung zählen in aller Regel neben Fachlichem auch Marketing, Verkaufstechniken, Rechnungswesen und alles weitere zur Führung des Betriebes notwendige Wissen.

Auch die Grundlagen der Unternehmensführung und Betriebswirtschaft gehören oft zum Programm. Der Grund hierfür ist, dass sich Franchisenehmer mit ihrem Systemeintritt häufig zum ersten Mal als Firmengründer selbstständig machen. Franchising wird daher auch als „Unternehmerschule“ bezeichnet.

Als Ausbildungsort dient in der Regel der Pilotbetrieb oder Ursprungs-Betrieb oder die Zentrale des Franchisegebers. Hier können Interessenten an einer Partnerschaft vielfach auch an Hospitationen teilnehmen, um das Geschäftsmodell den Service am Endkunden kennenzulernen.

Neue Franchisegeber bzw. Franchise-Startups sollten ihr Programm für die Grundschulung bereits fertig entwickelt haben, bevor sie die ersten Partner akquirieren. Systeme, die erst mit den Partnern „reifen“, laufen Gefahr, ihre Einheitlichkeit zu verlieren.

 

Interview zum Thema "So läuft die Grundausbildung im Franchising ab"

 

Kontinuierliches Franchise-Training als Aufbauschulung

Franchise-Trainings finden über das anfängliche Basistraining hinaus laufend in einem Franchisesystem statt. Sie dienen der kontinuierlichen Weiterbildung aller Franchisenehmer eines Franchise-Systems. Diese laufenden Franchise-Trainings werden sowohl für Franchisepartner als auch für deren Mitarbeiter veranstaltet, da diese ja ebenfalls das Geschäftskonzept eines Franchisesystems direkt bei den Kunden umsetzen.

Die Franchisetrainings werden von den Franchisesystemen entweder auf freiwilliger oder auf verpflichtender Basis angeboten. Das Ziel der Franchise-Trainings ist es, die Franchise-Partner immer auf Stand und am Puls der Zeit zu halten.

Finden Sie Ihr passendes Franchise-System mit unserer Komfortsuche!
Angebote suchen
Informieren
Gründen!
Jetzt mein System finden

Glossar